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BMW-Semantik: Serviceaktion statt Rückruf

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Martina Eicher

Obwohl es um eine mögliche Sturzgefahr geht, holt der Hersteller weltweit 169.000 Maschinen des Erfolgsmodells R 1200 GS nicht im Rahmen einer Rückruf- sondern mit einer Serviceaktion in die Werkstatt.

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(Foto: Hersteller)

BMW Motorrad bestellt seit einem Monat in Deutschland etwa 29.000 Halter der Modelle R 1200 GS und R 1200 GS Adventure in die Vertragswerkstätten ein. Die Aktion für Zweiräder aus dem Produktionszeitraum November 2013 bis Juni 2017 firmiert firmenintern aber nicht als offizieller Rückruf, sondern als Serviceaktion, obwohl die Ursache durchaus ernst zu nehmen ist. Dem Hersteller sind einige Unfälle bekannt, bei denen gelöste Verschlussstopfen an Standrohren auffällig waren. Derzeit werde aber noch untersucht, ob dies tatsächlich Unfallursache war, sagte ein BMW-Sprecher auf Anfrage.

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Durch eine Überlast z.B. beim Auffahren auf ein Hindernis, einem Sturz oder beim Durchfahren von tiefen Schlaglöchern mit nicht angepasster Geschwindigkeit könnte das Standrohr beschädigt werden, ohne dass der Fahrer dies bemerkt. „Eine Vorschädigung der vorderen Felge ist in solchen Fällen ebenfalls nicht ungewöhnlich, muss aber nicht zwangsläufig gegeben sein. Eine potentielle Vorschädigung des Standrohrs äußert sich durch einen Spalt zwischen dem Rohr und dem eingepressten, oberen Verschlussstopfen“, erklärte der Sprecher.

Sollte die Maschine mit gelockertem Verschlussstopfens über einen längeren Zeitraum bewegt werden, könne sich der Spalt weiter vergrößern. Spätestens hier sollte der Fahrer dies aber durch Ölundichtigkeiten, einer klackernden Geräuschbildung sowie einem zunehmend unpräziseren Fahrverhalten bemerken, betonte der Sprecher. „Werden diese Signale nicht wahrgenommen oder ignoriert und treten weitere Überlast-Ereignisse auf, könnte sich der Stopfen komplett lösen. In der Folge wären kritische Fahrzustände nicht auszuschließen.“

Die Standrohre werden laut Herstelleranweisung auf eine evtl. Vorschädigung geprüft und mit einer zusätzlichen Standrohrbuchse nachgerüstet. Sofern eine zu große Vorschädigung vorliegt, werden die Standrohre durch entsprechend modifizierte Neuteile ersetzt. Die Prüfung der Standrohre dauert etwa 15 Minuten. Sofern ein Austausch von Teilen notwendig ist, dauert dieser zusätzlich etwa eine Stunde. Die Aktion mit der Nummer „0031080000“ betrifft weltweit ca. 169.000 Einheiten.

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Über den Autor

 Niko Ganzer

Niko Ganzer

freier Journalist und Blogger (kfz-rueckrufe.de)