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BMW setzt Scooter-Kunden unter Strom

Der BMW E-Sooter ist für den bayrischen Motorradhersteller ein innovativer Entwicklungsträger mit Elektro-Antrieb.

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Der neue Großroller von BMW soll Kunden unter Strom setzen.
Der neue Großroller von BMW soll Kunden unter Strom setzen.
( Archiv: Vogel Business Media )

In den großstädtischen Ballungszentren werden die Räume immer knapper und die Verkehrsdichte nimmt stetig zu. Die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ändern sich. Aus all diesen Faktoren entstehen zunehmend neue Anforderungen an den Individualverkehr. Einen innovativen Ausblick auf die sich verändernden urbanen Mobilitätsbedürfnisse gibt das Konzeptfahrzeug BMW E-Scooter mit elektrischem Antrieb. Erstmals hat BMW Motorrad dieses Fahrzeug auf der EICMA in Maialnd im November 2010 gezeigt.

Während sich die aktuell verfügbaren, rein elektrisch angetriebene Roller aufgrund ihrer eingeschränkten Fahrleistungen und Reichweiten bis dato fast ausschließlich für die innerstädtische Nutzung und damit für kurze Distanzen eignen, weist das Konzeptfahrzeug BMW E-Scooter nach eigenen Angaben ein deutlich erweitertes Einsatzspektrum auf.

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Hohe Reichweite und Power an Bord

BMW hat seinen E-Scooter als zukunftsweisendes Commuting-Fahrzeug für den Pendelverkehr zwischen urbanem Gebiet und Stadtzentrum konzipiert und wird deshalb vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Bei der Entwicklung stehen zwei Anforderungen in den Vordergrund: Dynamikwerte, die mit denen eines Maxi-Scooters mit Verbrennungsmotor vergleichbar sind sowie eine hohe Reichweite unter praxis-gerechten Einsatzbedingungen. Das Konzeptfahrzeug BMW E-Scooter soll die notwendige Dauerleistung und Höchstgeschwindigkeit bieten, um Überholmanöver auch auf Stadtautobahnen und im Zweipersonenbetrieb sicher und zuverlässig ausführen zu können. Auch Anfahrmanöver zu zweit an steilen Steigungen seien „problemlos zu meistern“, versprechen die Bayern.

Zudem verfüge der Entwicklungsträger über die notwendige Spitzenleistung, um bei der Beschleunigung im wichtigen Bereich von 0 bis 60 km/h Werte zu erzielen, die auf dem Niveau aktueller Maxi-Scooter mit 600 cm³-Verbrennungsmotoren lägen. Die großzügige Speicherkapazität der Batterie soll im Alltag für eine Reichweite von über 100 Kilometern ermöglichen.

Schneller Ladevorgang an herkömmlichen Steckdosen

Aufgeladen wird der Speicher des Konzeptfahrzeugs BMW E-Scooter an handelsüblichen Haushaltssteckdosen. Somit ist keine spezifische Ladestation nötig. Bei komplett entleertem Speicher beträgt die Ladezeit weniger als drei Stunden. Allerdings habe die praktische Erfahrung gezeigt, dass der Speicher nur sehr selten vollständig entleert wird, so dass die Ladezeiten in der Regel noch kürzer seien.

Im Gegensatz zu heute existierenden Maxi-Scootern mit Verbrennungsmotor besitzt das Konzeptfahrzeug keinen Hauptrahmen. Stattdessen fungiert das Batteriegehäuse aus Aluminium, das auch die erforderliche Elektronik zur Zellenüberwachung beinhaltet, als tragendes Element. Mit ihm verbunden sind der Lenkkopfträger sowie der Heckrahmen und die linksseitig geführte Einarmschwinge mit direkt angelenktem, liegend montiertem Federbein.

E-Maschine, Leistungselektronik und Ladegerät

Bei diesem Entwicklungsträger von BMW Motorrad kommt aufgrund der hohen Leistung kein Nabenmotor mit Direktantrieb oder Planetengetriebe zum Einsatz. Stattdessen ist die leistungsstarke E-Maschine hinter dem Batteriegehäuse montiert. Der Sekundärantrieb erfolgt über einen Zahnriemen von der E-Maschine zur koaxial auf der Schwingenachse montierten Riemenscheibe mit Antriebsritzel. Von dort aus erfolgt die Kraftübertragung via Rollenkette zum Hinterrad. Wird der E-Scooter im Schiebebetrieb oder beim Bremsen verzögert, so wird dabei freigesetzte Energie rekuperiert und die Reichweite damit je nach Fahrprofil um 10 bis 20 Prozent erhöht.

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