Bodenhaftung verloren? Das Dauerbrennerthema Reifenfreigaben

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 10/2016/I). Diesmal verfasst von Jan Rosenow. Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 8. März 2016 – Immer mal wieder melden sich bei uns Händler mit neuen Fragen zum Dauerbrennerthema „Reifenfreigaben und HU“. Hier die (jedenfalls für mich) neueste Geschichte: Offensichtlich ist es so, dass manche Reifenfreigaben seitens der Reifenindustrie keine Gnade bei der Hauptuntersuchung finden, weil die freigegebene Dimension nicht innerhalb der Bandbreite der Dimensionen liegt, mit denen das Fahrzeug serienmäßig ausgerüstet ist.

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„Seit einer Woche diskutieren wir mit unserem Prüfer wegen ungültiger Reifenfreigaben“, schreibt Markus Kraege von SK-Bikes in Wedemark. „Hauptsächlich geht es darum: Bei Umrüstung auf ein anderes Reifenfabrikat anderer Dimension muss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers vorliegen, und die neue Reifendimension muss innerhalb der Bandbreite der Dimensionen der für das Krad genehmigten Reifen liegen. Ein Beispiel: Bei einer FZ1 hat Yamaha den 180/55/17 und den 190/50/17 freigegeben. Alle Reifen in dieser Bandbreite dürfen freigegeben werden. Eine Freigabe für einen 190/55/17 ist demnach ungültig, obwohl sie zumindest von einem Reifenhersteller vorliegt. Unser Prüfer ist auf unser Seite, denn er hält das Ganze auch für Quatsch, aber es steht nun mal so in den Richtlinien, und die die werden jetzt verstärkt beachtet.“

Dass in den Fahrzeugpapieren nicht mehr die ganze Bandbreite der möglichen Bereifungen angegeben ist, sondern sich der Kunde oder Händler diese umständlich beim Hersteller besorgen muss, macht die Sache nicht einfacher. Und wer bezahlt, wenn sich der Kunde im Vertrauen auf die Freigabe einen Reifen montieren lässt und dieser dann bei der HU durchfällt?

»bike und business« hat bei den Reifenherstellern nach ihrer Sicht angefragt. Wir werden berichten, wenn die Antworten vorliegen. Wer eigene Erlebnisse mit diesem Thema gemacht hat, kann sich gerne an uns wenden.

Abschließend möchte auch ich noch auf die laufende Bewerbungsphase zum „Motorradhändler des Jahres“ hinweisen. Ich freue mich nämlich schon auf die Rundreise zu den besten Bewerbern – das ist jedes Jahr die schönste Zeit für uns! Bewerben geht einfach per Online-Qualifier und Quick-Check. Nicht vergessen: Am Ende füllen Sie bitte auch noch den Kasten mit den Kontaktdaten aus. Gerne können Sie auch gleich die Bewerbungsmappe anfordern, dann kennen wir Ihren Namen von Anfang an. Infos dazu gibt es auch auf der frisch upgedateten Homepage.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group