Bosch entwickelt ABS für E-Bikes

Offizieller Marktstart zum Modelljahr 2019

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Stephan Maderner

Zusätzlich befindet sich eine ABS-Kontrolllampe am Lenker. Funktioniert das ABS, erlischt die Leuchte kurz nach dem Start.
Zusätzlich befindet sich eine ABS-Kontrolllampe am Lenker. Funktioniert das ABS, erlischt die Leuchte kurz nach dem Start. (Bild: SP-X/Mario Hommen)

Bosch hat zusammen mit Magura das erste ABS-System für E-Bikes zur Serienreife gebracht. Noch in diesem Jahr werden einige Pedelecs mit den Hightech-Stoppern auf die Straße kommen. Ein enormer Sicherheitsgewinn. Allerdings gibt es auch Nachteile.

Wer ein Fahrrad oder E-Bike hat, kennt die Gefahr: Bei Notbremsungen kann das Zweirad instabil werden oder sich sogar überschlagen. Dieses Problem könnte bald der Vergangenheit angehören, denn Bosch hat jetzt erstmals ein ABS-System für Pedelecs und S-Pedelecs zur Serienreife gebracht.

Abgestimmt wurde das E-Bike-ABS zunächst auf Basis eines neuen Magura-Bremssystems mit Namen CMe. Dabei handelt es sich um eine Hydraulikbremse mit 4-Kolben-Bremszangen und 18-Zentimeter-Bremsscheiben vorne und hinten, die sowohl für Pedelecs als auch die schnelleren S-Pedelecs eingesetzt werden kann. Bosch hat die Magura-Bremse um eine ABS-Kontrolleinheit mit Aktuator, ABS-Kontrollleuchte und Raddrehzahlsensoren aufgerüstet. Dank der Sensorik erkennt das System Schlupf oder das Abheben eines Rads und regelt über den Aktuator den Bremsdruck, um ein Blockieren der Räder zu unterbinden.

Der Praxistest mit einem Pedelec-Prototypen klappt das schon mal perfekt. Ob auf Asphalt oder Schotter: Aus voller Fahrt kann man mit beiden Bremshebeln maximalen Druck anfordern. Ein leichtes Stottern und Reifenquietschen bleibt nicht aus, doch die Verzögerung ist enorm und das Fahrrad bleibt in jeder Situation verblüffend stabil. Besonders auf losem Untergrund spielt das ABS seine Vorteile aus, denn neben Stabilität sorgt die Technik für extrem kurze Bremswege. Trotz einer Vollbremsung deutet sich nicht ansatzweise die Gefahr eines ausbrechenden oder gar abhebenden Rads an. Vor allem in Notbremssituationen dürfte das ABS ein echter Sicherheitsgewinn sein, da man intuitiv maximale Bremsleistung auch an der Vorderradbremse anfordern kann, ohne ein blockierendes Rad oder einen Überschlag befürchten zu müssen.

Bis das Bosch-ABS verfügbar ist, wird es noch ein Weilchen dauern. Ab Herbst werden einige Flottenbetreiber erste ABS-Pedelecs im Realbetrieb betreiben. Dabei soll vor allem die Kundenreaktion auf die neue Technik getestet werden. Erst zum Modelljahr 2019 wird das System sowohl für Pedelec- als auch S-Pedelec-Modelle für alle verfügbar sein. Welche Fahrradhersteller das ABS dann anbieten werden, verrät Bosch noch nicht. Es wird sich aber ausschließlich um City- und Trekking-Bikes mit 28-Zoll-Rädern in Kombination mit dem Performance-Line-Mittelmotor handeln.

Es gibt aber auch Nachteile: Die ABS-Bremstechnik sorgt für rund 800 Gramm Mehrgewicht. Außerdem funktioniert sie nur mit Strom, was vorläufig ausschließlich den Einsatz bei E-Bikes erlaubt. Hinzu kommt zurzeit eine optisch unvorteilhafte Unterbringung der Kontrolleinheit in einem schwarzen Kasten am Lenker. Hier ist die Kreativität der Fahrraddesigner gefragt, die sicherlich bald schon schickere Integrationslösungen entwickeln werden. Vor allem aber ist das System (noch) sehr teuer. Rund 500 Euro dürfte die ABS-Technik zunächst kosten.

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