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Brembo: MotoGP-Bremsen für die Straße

Redakteur: Judith Leiterer

Für Rennsportbegeisterte hat Brembo den Monoblock-Bremssattel GP4-RS nach MotoGP-Vorbild entwickelt. Eine neue kombinierte Bremsanlage für Motorräder mit Trommelbremse am Hinterrad verringert außerdem den Bremsweg bei Motorrädern und Scootern mit kleinem und mittlerem Hubraum.

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Für den neuen Monoblock-Bremssattel GP4-RS hat Brembo Oberflächen mit Wärmeableitung nach MotoGP-Vorbild verwendet.
Für den neuen Monoblock-Bremssattel GP4-RS hat Brembo Oberflächen mit Wärmeableitung nach MotoGP-Vorbild verwendet.
(Bild: Brembo)

Der neue Monoblock-Bremssattel GP4-RS ergänzt das spezifisch für den Rennsport entwickelte Brembo-Bremssattel-Sortiment. Er gesellt sich zu GP4-RR und GP4-RX, die beide aus dem Vollen gearbeitet sind. Für alle Besitzer eines Sportmotorrads (mit 108 mm Lochabstand), die gerne auf Rennstrecken fahren, soll der GP4-RS eine gute Wahl sein.

Der neue Monoblock-Bremssattel wird mit einer exklusiven komplexen Gusstechnik hergestellt. Daraus resultiert ein um zehn Prozent leichterer Bremssattel als der M4-Monoblock. Aus der MotoGP stammen die Wärmeableiter rund um die Kolben; sie haben die Aufgabe, die beim Bremsen entstehende Wärme wirksam abzuführen. Die Stege im vorderen Abschnitt der Kolben wirken einer Verformung des Bremssattels bei starken Bremsmanövern entgegen. Der Bausatz des Bremssattels beinhaltet gesinterte Brembo-Bremsbeläge, die für den gemischten Gebrauch auf Rennstrecke und Straße entwickelt wurden. Außerdem sind dieselben temperaturempfindlichen Aufkleber enthalten, die bei den MotoGP-Motorrädern verwendet werden, um nach jeder Fahrt die Betriebstemperatur der Bremssättel messen zu können.

Brembo präsentiert außerdem eine neue kombinierte Bremsanlage, die durch Verringerung des Bremswegs die Sicherheit für den Fahrer erhöhen soll. Das System besteht aus einem vorderen schwimmend gelagerten 3-Kolben-Bremssattel mit 24 Millimetern Durchmesser. Der mittlere Kolben wird durch einen neuen patentierten Aktuator betätigt; die beiden äußeren Kolben werden hingegen von der am Lenker montierten vorderen Pumpe mit 12 Millimetern Durchmesser betätigt.

Der neue, an der Trommelbremsstange des Hinterrads angeordnete Aktuator sorgt für den hydraulischen Druck (der den vorderen Bremssattel aktiviert) entsprechend der Kraft, die auf das Pedal ausgeübt wird. Die Steuerung dieses Drucks erfolgt entsprechend den Kurven, die aufgrund der physischen Eigenschaften des Motorrads festgelegt wurden. Insbesondere ist sowohl eine Wirkungsverzögerungs- als auch eine -begrenzungsphase der Vorderradbremse vorgesehen, um maximale Effizienz und Sicherheit beim Bremsen zu ermöglichen.

Diese wichtige Sicherheitseigenschaft ist jetzt auch für Motorräder mit hinterer Trommelbremse erhältlich und gesellt sich zu der 2015 präsentierten Anlage, die dafür bestimmt war, die Motorräder vorne und hinten mit Scheibenbremsen auszustatten. Die laut europäischer Norm an allen Scootern und Motorrädern bis 125 cm³ Hubraum vorgeschriebenen CBS- oder ABS-Systeme, werden ab 2018 auch in Indien vorgeschrieben.

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