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„Bringen Sie Licht ins Dunkle Ihrer Website“

| Autor / Redakteur: Lisa-Marie Waschbusch / Elena Koch

Immer mehr Händlern steht ein Umzug in die digitale Welt bevor. Begriffe wie Google Analytics, Absprungrate oder Seitenaufrufe fallen immer wieder, doch nur die Wenigsten können einschätzen, wie wichtig diese für die digitale Zukunft sein werden.

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Derek Finke, Schweizer Taschenmesser für automobile Unternehmer, leitete den Workshop „Google Analytics durch die strategische Händlerbrille betrachtet. Was die Begriffe Seitenbesucher, Sessions, Bouncerate etc. bedeuten“.
Derek Finke, Schweizer Taschenmesser für automobile Unternehmer, leitete den Workshop „Google Analytics durch die strategische Händlerbrille betrachtet. Was die Begriffe Seitenbesucher, Sessions, Bouncerate etc. bedeuten“.
(Bild: bike und business/Marcel Gollin)

Es ist ein eiskalter Dienstagmorgen im November, es ist noch dunkel draußen. Günther M., ein kleiner, bereits grauhaariger Mann Ende fünfzig, schließt die Glastür zum Geschäft auf, macht das Licht an. Er ist Händler für gebrauchte Motorräder und Zubehör – und das bereits seit stolzen 16 Jahren. Es war nie ein Problem für ihn, nicht in einer Großstadt stationiert zu sein, denn sein Geschäft war immer zufriedenstellend. Doch im Laufe der vergangenen Jahre sind die Umsätze immer ein klein wenig zurückgegangen. Immer wieder stellt er sich die Frage, woran es liegt. Einen Internetauftritt habe er nicht, er kenne sich ja auch gar nicht damit aus. So oder so ähnlich könnte der Alltag eines Automobil– oder Zweiradhändlers in Deutschland aussehen.

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Denn wer wie Günther M. in der Automobil- oder Zweiradbranche tätig ist, ist früher oder später gezwungen, sein Geschäft auf den digitalen Bereich auszuweiten. Und hierbei reicht es nicht, einen Onlineshop zu eröffnen oder eine Homepage zu erstellen. Es geht vielmehr darum, konkrete Ziele zu entwickeln und immer wieder zu kontrollieren, ob und inwiefern diese Ziele bereits erreicht sind. Doch viele Händler wissen erst gar nicht, wie sie damit anfangen sollen und sind damit schlichtweg überfordert.

Derek Finke, der sich selbst als Schweizer Taschenmesser für automobile Unternehmer bezeichnet, kennt dieses Problem nur allzu gut. Er ist Online-Marketing-Spezialist und unterstützt Autohäuser oder Zweiradhändler dabei, ihr traditionelles Geschäft professionell auch in die digitale Welt zu übertragen. „Wir wollen unseren Kunden dabei helfen, bessere Geschäfte zu machen“, so Finke.

Die Instrumente der Webanalyse

Und hierbei helfen so genannte Webanalyse-Tools. Doch nicht alle versprechen hilfreiche Ergebnisse. „Wenn Sie eine Webseite haben sollten, die Standard-Analysetools mitbringt, vergessen Sie diese Standardtools“, so Finke. Er rät allen Händlern daher meist zu Google Analytics.

Google Analytics ist ein kostenloses Webanalyse-Tool von Google und wurde 2005 eingeführt. Einer Analyse von Aufgesang Inbound Marketing zufolge hatten fast 70 Prozent der größten deutschen Onlineshops Google Analytics im Jahr 2015 im Einsatz. Im Vergleich, 2012 waren es lediglich 47 Prozent. Somit ist Google Analytics nach wie vor das am meisten genutzte Webanalyse-Tool bei deutschen Onlineshops.

In seinem Workshop auf der „bike und business“- Fachtagung hat Derek Finke Händler und Interessierte in Sachen Online-Marketing beraten. Seine Präsentation mit dem Titel „Bringen Sie Licht ins Dunkle ihrer Webseite“ sollte nicht nur Webanalyse-Tools vorstellen, sondern auch die enormen Vorteile solcher digitaler Hilfsmittel darstellen.

Google macht das Onlinebusiness transparenter

Günther M. hat noch nie etwas von Google Analytics, Klickzahlen und Co. gehört. Bei seinen Kunden vor Ort kann er besser einschätzen, woran es liegt, wenn sie sich doch für einen anderen Händler entscheiden. Liegt es daran, dass er nichts Passendes in seinem Handel hat, so kann er es zumindest erfragen. Ist etwas nicht vorhanden, versucht er es zu bestellen. Ist etwas zu teuer, räumt er womöglich einen Rabatt ein.

Doch in einer digitalen Welt liegt die Herausforderung genau darin, die Motive hinter einer Entscheidung gegen den eigenen Onlineshop aufzudecken. Es ist nicht mehr möglich, dies vom Kunden unmittelbar und persönlich zu erfahren. Bei Google Analytics lässt sich hier die sogenannte Absprungrate, ein Begriff für den Teil der Nutzer, die nach wenigen Sekunden wieder von der Webseite „abspringen“, zu Rate ziehen. Sie liefert Indizien für das Interesse an einzelnen Seiten und ist ein maßgeblicher Qualitätsfaktor für die Suchmaschine.

Qualität der Seitenbesucher steigern

Ist der Nutzer nach zehn Sekunden wieder weg, hat er die Webseite womöglich nur kurz überflogen, bleibt er jedoch mehrere Minuten, so hat er sich vermutlich intensiver mit den Inhalten beschäftigt. Derek Finke erklärt: „Wenn Sie feststellen, dass die Anzahl Ihrer Seitenaufrufe deutlich höher ist als die Anzahl der Sitzungen und die Sitzungsdauer auch noch sehr lang ist, dann heißt das: viele Menschen beschäftigen sich mit vielen Inhalten auf Ihrer Seite.“ Das sei ja eigentlich auch des Händlers Ziel.

Google Analytics hat weitere Qualitätskriterien, um als Webseite über die Suchmaschine besser gefunden zu werden. So schlägt sich neben der Verweildauer auch die Anzahl der wiederkehrenden Besucher positiv in der Relevanz für die Suchanfragen nieder.

Wiederkehrende Besucher sind auch für den privaten Handel von Günther M. von großer Bedeutung. Durch Mundpropaganda hat sich sein Geschäft in der Umgebung verbreitet und sich ein Kreis an Stammkunden, die gerne auf seinen Rat und Service zurückgreifen, etabliert.

Online-Kunden mehr Kaufimpulse vermitteln

Derek Finke erklärt in seinem Workshop, man solle sich aber neben der Quantität besonders auf die Qualität der Seitenbesucher konzentrieren. Sobald ein Google Account verwendet wird, kann Google demographische Werte der Nutzer herausfiltern und mit ihrem Besucherverhalten koppeln. Diese Kenntnisse über die eigene Zielgruppe sind enorm wichtig. Wer dann einen Idealkunden erfasst hat, muss sich nach dessen Vorlieben und Bedürfnissen ausrichten. Denn nur durch mehr Seitenbesuche, hat man noch lange nicht mehr verkauft. „Interesse ist schön, aber es müssen auch Kunden, die kaufen, gewonnen werden“, so Finke.

Günther M. weiß, dass in Zukunft eine Onlinepräsenz unumgänglich sein wird. Seine Kunden im Geschäft kennt er meist, seine neuen Online-Kunden noch nicht. Genau das gibt es für ihn zu bewältigen. Mit Hilfe einer Agentur oder eines Marketing-Spezialisten oder aus eigener Kraft, sein Handel ist mitten im Wandel.

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