Bundesamt verrechnet sich bei Insolvenzzahlen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Die Insolvenzen in der Kfz-Branche sind zahlreicher als bisher vermeldet. Wegen eines Dateifehlers hatte das Statistische Bundesamt zunächst 49 Pleiten unterschlagen. Relativ gut weggekommen ist dagegen der Motorradhandel.

(Foto: Grimm)

Die Zahl der Insolvenzen in der deutschen Kfz-Branche ist in den ersten drei Quartalen dieses Jahres nach aktualisierten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) nur noch um 3,7 Prozent gesunken. In den beiden Vorjahren hatte der Rückgang im Vergleichszeitraum jeweils rund 7 Prozent betragen. Noch vor wenigen Tagen hatten die Daten der Behörde einen Rückgang um knapp 10 Prozent ausgewiesen – nun hat sich herausgestellt, dass der Bericht fehlerhaft war.

Laut der inzwischen neu vorliegenden Auswertung mussten von Januar bis Ende September 579 Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe Insolvenz anmelden. Das sind 22 Fälle weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-3,7 %). Über 425 Betriebe wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, in 154 Fällen wurde es mangels Masse abgewiesen. Über alle Branchen hinweg sank die Zahl der Insolvenzen in den ersten drei Quartalen dagegen um 8,7 Prozent auf 18.199 Fälle.

Die aktualisierten Zahlen rücken die September-Entwicklung der Pleiten, den letzten Berichtszeitraum des Destatis, in ein neues Licht. Im neunten Monat war die Zahl zahlungsunfähiger Betriebe im Kfz-Gewerbe um 63 Prozent nach oben geschossen. Statt 49 Unternehmen wie im September 2013 waren 80 Firmen betroffen, wobei die aktuelle Entwicklung sowohl den Handel (+87 %) als auch den Service-Sektor betraf (+56 %). In den Monaten August (-19 %) und Juli (-11 %) war die Entwicklung noch rückläufig gewesen.

Auch nach den aktuellen Zahlen noch klar rückläufig ist im bisherigen Jahresverlauf die Zahl der Werkstatt-Pleiten. Für dieses Segment weisen die Statistiker nun 198 Fälle aus, das sind 16 weniger als im Vergleichszeitraum 2013 (-7,5 %). Insbesondere hat sich die Situation der Lackierbetriebe verbessert, die noch in 18 Fällen zahlungsunfähig wurden. Im Vorjahr waren es 33 Fälle. Kfz-Werkstätten waren wie im Vorjahr 143 Mal betroffen, Nutzfahrzeug-Werkstätten gingen 9 Mal in die Insolvenz (-18 %). Autowaschanlagen betraf es in 28 Fällen (+4 %).

Dagegen stiegen die Pleiten der Handelsbetriebe sogar leicht an. Aus diesem Bereich wurden 288 Pleiten gemeldet, das sind 2 mehr als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres (+1 %). Die Zahl teilt sich auf in 264 betroffene Pkw-Händler (-1 %) und 24 Nutzfahrzeugbetriebe (+26 %). Drei Insolvenzen mehr als vor Jahresfrist weist die Statistik zudem im Teile- und Zubehörhandel auf (+4 %). Von den 76 betroffenen Unternehmen waren 22 im Großhandel und 54 im Einzelhandel tätig.

Deutlich rückläufig entwickelten sich die Insolvenzen der Motorradhändler und -werkstätten. Aus dieser Gruppe wurden im bisherigen Jahresverlauf 17 Betriebe zahlungsunfähig. Das ist ein Rückgang um 9 Fälle.

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