Bundesinnungsverband fordert Einschluss Klasse A1 in den Pkw-Führerschein

Wirtschaftliches Potenzial der Leichtkrafträder nicht vernachlässigen

14.07.2010 | Redakteur: Stephan Maderner

Der BIV kämpft: Birgit Behrens und Ernst Brehm haben heute in Bonn die Stellungnahme zum Gesetzentwurf Zweiradführerscheine verfasst.
Der BIV kämpft: Birgit Behrens und Ernst Brehm haben heute in Bonn die Stellungnahme zum Gesetzentwurf Zweiradführerscheine verfasst.

Der Bundesinnungsverband Deutsches Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV) nimmt zum Entwurf einer Siebten Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung, Umsetzung der 3. EU-Fahrerlaubnisnovelle 2006/126, Stellung.

Der vorliegende Gesetzentwurf zur Liberalisierung der Zweiradführerscheine führt zu kontroversen Diskussionen in der Republik. Im folgenden drucken wir die Stellungnahme des Bundesinnungsverbandes Deutsches Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV) ab, die an den zuständigen Referatsleiter im Bundesverkehrsministerium, Rüdiger May, gerichtet ist.

Brief aus Bonn

„Sehr geehrter Herr May, vielen Dank für die Zusendung des Referentenentwurfs zur nationalen Umsetzung der 3. EU-Fahrerlaubnisnovelle. Ich erlaube mir als Bundesinnungsmeister wie folgt Stellung zu nehmen:

1. Festsetzung des Mindestalters in der Führerscheinklasse AM auf 15 Jahre

Wir, der Bundesinnungsverband für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV), begrüßen ausdrücklich die Absenkung des Einstiegsalters der Klasse AM auf 15 Jahre. Wir sind der festen Überzeugung, dass dem Bedürfnis dieser Altersgruppe nach individueller Mobilität nur so entsprochen werden kann. Jugendliche müssen heute bereits früh mobil sein, um mittlere Distanzen zu weiterführenden Schulen oder Ausbildungsstätten zurücklegen zu können.

Die Kombination einer umfassenden theoretischen und praktischen Ausbildung kann nur im Sinne der Verkehrssicherheit sein und ist nur zu befürworten. Sehen Sie hierzu bitte auch die Umfrageergebnisse in Anlage 1.

Leichtkrafträder für Pkw-Führerscheininhaber zugänglich machen

2. Einbindung der Klasse A1 in die Führerscheinklasse B

Zu unserem Bedauern hat das BMVBS im dem uns vorliegenden Entwurf auf eine Neugestaltung des Einschlusses der Klasse A1 in den Pkw-Führerschein verzichtet. Erstmalig möchten wir nun doch Bezug zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes nehmen und erklären, dass diese Nutzer der Leichtkrafträder ein absolut unauffälliges Verhalten im Straßenverkehr aufweisen. Die Unfallhäufigkeit dieser Gruppe ist nicht höher als im Pkw-Bereich.

Die von vielen befürchtete und herbeigerufene Auffälligkeit bei der Unfallhäufigkeit ist nach 1996 ausgeblieben. Der BIV vertritt deswegen auch weiterhin die Meinung, dass sich die Nutzung eines Leichtkraftrades durch Autofahrer mit einer qualifizierten und fahrzeugspezifischen Ausbildung sinnvoll einführen und realisieren ließe.

Verkehrssicherheit im Fokus

Die Erhöhung der Verkehrssicherheit gilt es dabei primär in den Fokus zu stellen, aber auch das Ansinnen, bisherigen Autofahrern das Fahren von 125er-Fahrzeugen zu ermöglichen. Der Absatz dieser Zweiräder würde davon massiv profitieren, ebenso die Verkehrssituation und der Umweltschutz. Besonders auch im Hinblick auf alternativ gleichstarke Elektrozweiräder, die schon jetzt zu erschwinglichen Preisen zum Kauf bereitstehen.

An dieser Stelle möchten wir auf das von unserem Fachorgan „bike und business“ initiierte Online-Voting hinweisen, in dem per Juli mehr als 15.000 Zweiradhändler, -inhaber, -fahrer und zukünftige Zweiradfahrer „ja“ zur Einbindung der Klasse A1 in die Klasse B gesagt haben (siehe Anlage 1). Mehr als 30 % der Befürworter sind davon in der Zweiradbranche tätig. Diese breite Zustimmung dürfen wir nicht ignorieren!

Abschließend möchten wir nochmals zum Ausdruck bringen, dass uns bei allen inhaltlichen Änderungen des Führerscheinrechts, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer an oberster Stelle steht.

Wirtschaftliches Potenzial

Als Vertreter des Bundesinnungsverbands für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk ist es jedoch auch meine Aufgabe, wirtschaftliche Aspekte mit anzuführen. Die Festsetzung des Mindestalters in der Führerscheinklasse AM auf 15 Jahre wird eine leichte Belebung für die 4.200 in der Handwerksrolle eingetragenen Zweiradmechanikerbetriebe bringen. Ein großes wirtschaftliches Potential besteht jedoch in der zusätzlichen Nachfrage nach kleinen Krafträdern. Für unsere Zweiradhändler und –werkstätten, die seit Jahren stark rückläufige Verkaufs- und Zulassungszahlen aufweisen, wäre die Einbindung der Klasse A1 in die Klasse B von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.“

Mit freundlichen Grüßen,

Bundesinnungsmeister Ernst Brehm

Diesen Ausführungen bleibt nichts hinzuzufügen. Erlaubt sei an dieser Stelle der Hinweis, dass das Online-Voting „Sag Ja zu Moped und Motorrad“ bis zum 2. August weiterläuft. Jede weitere Stimme erhöht den Druck auf die Politik. Lasst uns weiter für eine noch stärkere Liberalisierung des Zugangs zur Zweiradmobilität kämpfen.

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