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Can-Am: Alles Kinderkram?

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Dreiräder sind bestenfalls was für Menschen bis ein Meter Gesamthöhe oder „alte Hunde“, die das Beinchen nicht mehr heben können – dachte ich. Bis ich das erste Mal den Can-Am Spyder fuhr.

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Mit den neuen Modellen F3-T und F3-T Limited hält Can-Am das Thema Dreirad erfoglreich weiter am Kochen.
Mit den neuen Modellen F3-T und F3-T Limited hält Can-Am das Thema Dreirad erfoglreich weiter am Kochen.
(Foto: BRP)

Sorry Oma, ich weiß, man flucht nicht, hast Du immer gesagt. Aber verdammt noch mal: Das Teil macht echt Spaß! Can-Ams neueste Kreation mit drei Rädern vermag wahrlich zu beeindrucken. Selbst wenn ihr, liebe Kollegen von der Hardcore-Biker-Fraktion, euch sicher seid, dass solch ein Dreirad niemals eine Alternative für euer Lieblingshobby sein wird – wisst ihr was: Das möchte das Teil auch gar nicht! Der Spyder ist anders, und das ist gut so!

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Gut vor allem für die, die weder einen 1er-Schein haben noch einen machen wollen, aber dennoch gerne Frischluft um die Nase und eine Verbrennungsmaschine zwischen den Beinen haben. Auch gut für die, die Sicherheit dank ASR, ABS und ESP zu schätzen wissen und die durch die verstellbare Fußrasten- und Lenkergeometrie mit Komfort verwöhnt werden. Für sie sind die Produkte aus dem kanadischen Hause BRP (Bombardier Recreational Products) wie gemacht.

Dabei wissen nicht nur Engländer, dass Vielfalt die Würze des Lebens ist. Auch kanadische Anbieter lifestylemäßiger Fortbewegung haben entdeckt, dass eine individuelle Zielgruppenansprache durchaus dazu beitragen kann, ein Mehr an Erfolg zu erzielen. Genau deshalb hat Can-Am die Teile vorhandener Modelle genommen, ein paar neue hinzugefügt, und das ganze neu „abgeschmeckt“.

Das Beste aus zwei Welten

Herausgekommen sind die beiden dreirädrigen Newcomer Spyder „F3-T“ und „F3 Limited“. Die stellen zwar einen Kompromiss dar, aber einen sehr angenehmen. Während das Basismodel F3 einem klassischen Roadster entspricht – um im Zweirad-Jargon zu bleiben –, verkörpert der RT am anderen Ende der Produktpalette den Typ Goldwing. Dazwischen sitzen bzw. fahren die beiden neuen Modelle.

Was diese von einem Basis-Spyder unterscheidet? Im Fall des F3-T unter anderem folgende Komponenten:

  • zwei integrierte Hartschalenkoffer (Gesamt-Ladekapazität dann 78 l),
  • eine große Konsole mit Handschuhfach, getönter Windschutzscheibe und integrierten Rückspiegeln,
  • neue einstellbare Big-Bore-Twin-Tube-Stoßdämpfer,
  • eine manuell verstellbare Hinterrad-Luftfederung,
  • eine farbige digitale Cockpitanzeige und
  • ein 80-Watt-Audiosystem mit vier Lautsprechern und USB-Anschluss.

Gleiches gilt für den F3 Limited. Zusätzlich glänzt dieser mit:

  • beheizten Handgriffen
  • Fahrertrittbrettern,
  • einem Limited-Styling (diverse Chromteile inkl. Vorderräder) und
  • einem Limited-Sitz.

Einziger „Farb“-Haken: Den Limited gibt es lediglich in Rotmetallic. Aber wie bereits angeschnitten: BRP hat Fantasie und auch was für die Jungs und Mädels in petto, die gerne auf der dunklen Seite des Lebens wandeln: die Sonderedition „Triple black“. Dieses Modell wartet mit einer durch und durch schwarzen Erscheinung auf – inklusive schwarz verchromter Sechsspeichen-Vorderräder.

Neues gibt es auch in Sachen Antrieb: Der bislang angebotene V2-Motor ist Geschichte – er starb für Europa den Euro-4-Tod. Alleinige Antriebsquelle über sämtliche Modelle hinweg ist nun der Reihendreier mit 1.330 cm³, der 115 PS (86 kW) bei 7250 U/min und ein Drehmoment von 130 Nm bei 5.000 U/min Richtung Hinterrad leistet.

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