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Claudia Hentrich: Siebenkampf mit Charme beim Händler

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

Serie Powerfrauen der Branche Teil 5: Claudia Hentrich, Bezirksleiterin Motorradreifen, Goodyear Dunlop Tires Germany. Bei Händlern punktet die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau und ehemalige Siebenkämpferin nicht nur mit ihrem weiblichen Charme, sondern in erster Linie durch fachliche Qualifikation.

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Claudia Hentrich: zum Erfolg mit fachlichem Ehrgeiz, weiblichen Charme und Drive fürs Zweiradbusiness.
Claudia Hentrich: zum Erfolg mit fachlichem Ehrgeiz, weiblichen Charme und Drive fürs Zweiradbusiness.
(Foto: Stephan Maderner)

Die Antwort auf die Frage, seit wann sie beim jetzigen Arbeitgeber ihre Brötchen verdiene, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Erst kam das große Erdbeben in Kobe, das das Reifenwerk zerstört hat, und dann kam ich“, sagt Claudia Hentrich. Sie steht also seit 1995 in Diensten der Motorradreifenmarke Dunlop. Heute, fast 18 Jahre später, ist die 1970 in Frankfurt geborene Powerfrau zur Bezirksleiterin Motorradreifen bei Goodyear Dunlop Tires Germany aufgestiegen. Im Hanauer Dunlop-Headquarter hat die 43-Jährige zahlreiche Stationen durchlaufen: Einkauf, Verkauf und Marketing – immer in der Division Motorrad. 2010 bekam sie die Chance, in den Außendienst zu wechseln und für die Händler im Verkaufsgebiet Südwest (Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz und Rhein-Main-Gebiet) zuständig zu sein. David Steinmetz, ihr jetziger Vorgesetzter, ist bereits der vierte Chef, mit dem die dienstälteste Dunlop-Motorrad-Vertrieblerin zusammenarbeitet.

Mit Eloquenz, Esprit und großem Sachverstand plaudern wir über ihr Leben, ihren Job und ihre diversen sportlichen Hobbies. Beim Fotoshooting in der Werkstatt von Reifenprofi Felix Franzke (Moto-Frankfurt) leuchtet im Sucher meiner Spiegelreflex ein blaues Augenpaar. Und im Restaurant Druckwasserwerk im Frankfurter Westhafen sprudeln bei Pasta und Apfelschorle die Anekdoten nur so aus ihr heraus.

In der Branche mag Claudia Hentrich als weibliche Exotin gelten, aber dieser Status gereicht ihr bestimmt nicht zum Nachteil. „Nur mit dem ‚Frau-Sein‘ verkauft man allerdings nicht, am Ende zählt die fachliche Qualifikation“, meint sie. „Wenn die Chemie stimmt, kann man den Fachhandel überzeugen.“ Draußen unterwegs zu sein und mit vielen Menschen zu tun zu haben, bewertet Claudia Hentrich, die sich selbst in die Kategorie „kommunikativer Mensch mit sozialer Ader und gut organisiert“ einstuft, als das Aufregendste an ihrem Job. Gleichwohl genießt sie die relative Flexibilität und Selbstständigkeit, die ihr Business-Dasein als Homeoffice-Workerin mit sich bringt.

Alle vier bis sechs Wochen finden in Hanau Abteilungsmeetings statt. Abstimmung mit den Kollegen muss sein. Dann schwört sich das Dunlop-Motorradreifenteam als Truppe wieder ein. Die „Dienstälteste“ punktet hier regelmäßig mit ihrem Erfahrungsschatz. „Generell bin ich skeptisch gegenüber allzu vorschnellen Neuerungen in betrieblichen Abläufen“, analysiert Hentrich. Prozesse, die gut laufen, sollte man nicht nur neu organisieren, um mit der Zeit zu gehen und neumodischen Managementmethoden zu huldigen.

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Vom Roller zum Motorrad – Legenden der Leidenschaft

Als Außendienstlerin ist Claudia Hentrich viel auf Achse. Jährlich besucht sie rund 100 Händler und etliche Filialen. Da ist es nicht nur für die Wirbelsäule wichtig, ausgleichende Hobbies zu betreiben. Die haben bei der Hessin, die im Frankfurter Stadtteil Sossenheim lebt, vor allem was mit Sport zu tun (siehe auch Kasten). Früher galt der Leichtathletik ihre Leidenschaft (Siebenkampf, Hochsprung), heute ist sie auf Inline-Skates unterwegs und gab damit schon in New York, Luxor und beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans Gummi. Das Thema Zweirad, insbesondere in der Ausprägung Roller, hat Claudia Hentrich bereits in ihrer Jugend fasziniert. Sie war schon mit vielen Scootern unterwegs. In den Neunzigern war sie u.a. mit einem Simson SR 50 on the Road, später hatte es ihr dann der Piaggio MP3 400 angetan, den sie mit dem Pkw-Führerschein fahren durfte. Im Frühjahr hat sie es gepackt und endlich den Motorradführerschein gemacht. Seither pilotiert sie eine orangene Vespa GTS 300, die sie „sehr sexy“ findet. Sie ist regelmäßig mit den Frankfurter Blechrollerfreunden auf Achse, nicht nur zum An- und Abrollern, sondern auch bei verschiedenen gemeinsamen Ausfahrten und Aktivitäten. In Kürze will sie sich vielleicht eine Kawasaki W 800 zulegen. Mit diesem Modell hat sie im Sommer bereits 1.400 Kilometer in den Vogesen absolviert. Und so wird sie bei der nächsten Motorradausfahrt des Dunlop-Konzerns mit einem adäquaten Fahrzeug auf Tour gehen, immer mit einer Handbreit Asphalt unter den richtigen Reifen.

Zur Person Claudia Hentrich

Claudia Hentrich, Jahrgang 1970, ist in Frankfurt am Main aufgewachsen und lebt heute im Stadtteil Sossenheim. Die Motorradreifenfachfrau fährt wie ihr Lebensgefährte begeistert Roller und Motorrad. Aktuell steuert sie eine knallorangene Vespa GTS 300 Super Sport. Seit Mai 2013 besitzt sie die A-Lizenz und ist verknallt in eine Kawasaki W 800. Die 1,75 Meter große Powerfrau erholt sich vom Alltagsstress am besten beim Sport. In ihrer Jugend hat sie sich dem Siebenkampf verschrieben, heute „bladed“ sie auf ihren Inlineskates mal eben in dreieinhalb Tagen von Passau nach Wien oder nimmt am Tuesday-Night-Skating mit Polizeieskorte in Mainhattan teil. Hentrich ist begeisterte Facebook-Nutzerin und liest ausschließlich digital auf ihrem Kindle, vor allem englische Thriller. Sie war sieben Jahre mit einem Engländer befreundet und hat seither kein Buch mehr auf Deutsch gelesen.

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