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Conti: Der virtuelle Blick des Bikers

| Redakteur: Chris Sternitzke

Auf der diesjährigen Intermot stellte Continental eine Konzeptstudie über Head-up-Displays für Motorradfahrer. Damit werden Fahrzeug- und Umgebungsinformationen in das Sichtfeld des Bikers projiziert. Durch die Technik ist der Fahrer nicht so abgelenkt, Komfort und Sicherheit erhöhen sich.

So könnte das Sichtfeld des Motorradfahrers in Zukunft aussehen
So könnte das Sichtfeld des Motorradfahrers in Zukunft aussehen
(Continental)

Nachdem Continental sich zuletzt multifunktionalen, robusten TFT-Displays für die Welt der Zweiräder widmete, stellte der Zulieferer auf der Intermot sein neuestes Projekt vor: Head-up-Displays für Motorradfahrer. Die Studie setzte das Unternehmen gemeinsam mit dem Helmhersteller Skully-Systems in Form eines Simulators um. Head-up-Displays im Auto vermindern die Fahrerablenkung und sorgen damit für ein maßgebliches Plus an Sicherheit und Komfort. Diese Möglichkeiten überträgt nun die Studie von der Windschutzscheibe auf den Motorradhelm.

Weniger Ablenkung

Im Sichtfeld des Fahrers erscheinen Informationen zu Geschwindigkeit, Navigation, Warnmeldungen oder speziell für Motorradfahrer nützliche Fakten wie den Neigungswinkel. Das Head-up-Display übernimmt im Simulator auch den Schulterblick und zeigt dem Fahrer über eine rückwärtsgerichtete Kamera an, was im toten Winkel passiert. Der Blick kann permanent konzentriert auf der virtuellen Straße verbleiben, wodurch kritische Situationen schneller erfasst werden können. Die Besucher der Intermot durften sich in einer zweiminütigen Fahrt mit dem Simulator überzeugen. Im Rahmen der Fahrt wurde deutlich, inwiefern ein Head-up-Display das Fahrerlebnis auf dem Zweirad beeinflusst und welche neuen Möglichkeiten sich dem Fahrer unter realen Bedingungen bieten.

Herzstück Steuereinheit

Der Helm ist in dieser Produktstudie via Bluetooth 4.0 an eine elektronische Steuereinheit angebunden, die die Fahrzeugdaten analysiert und verarbeitet. Diese bezieht Informationen aus der unmittelbaren Umgebung und aus verschiedenen digitalen Quellen. Dennoch ist die Steuereinheit eng mit der Sensorik und Fahrzeugelektronik verknüpft. Somit ist das System beispielsweise in der Lage, die Geschwindigkeit nicht nur über das GPS-Signal zu erfassen. Es korrespondiert mit der Geschwindigkeitserfassung des Motorrades. Dadurch wird sichergestellt, dass sich der Wert auf dem Tacho und der auf das Visier projizierte Geschwindigkeitswert gleichen. Alle Informationen, die im Sichtfeld des Fahrers auftauchen, werden innerhalb von Sekundenbruchteilen aktualisiert. Erhöht sich die Drehzahl des Motors, erhält die Kontrolleinheit die Anweisung, in einen höheren Gang zu wechseln. Dieser Befehl wird ohne Zeitverlust an den Helm weitergeleitet und erscheint im Sichtfeld des Fahrers, begleitet von einem Audiosignal. Nach dem gleichen Schema werden auch Informationen verarbeitet, die der Kontrolleinheit von außen zukommen. Geht zum Beispiel die Information über einen Unfall auf der Strecke ein, erfolgt der unmittelbare Hinweis im Sichtfeld des Fahrers.

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