Suchen

Continental will weiter wachsen Der Reifenhersteller hält sein hohes Entwicklungstempo aufrecht

| Redakteur: Jan Rosenow

Längst hat sich der deutsche Reifenhersteller in der Spitzengruppe der Branche etabliert. Mit dem neuen Trail Attack 2 für Reiseenduros wächst auch das Erstausrüstungsgeschäft.

Firmen zum Thema

Erstausrüstung bei BMW und KTM: der neue Continental Trail Attack 2.
Erstausrüstung bei BMW und KTM: der neue Continental Trail Attack 2.
(Foto: Conti)

Der deutsche Reifenhersteller und Autozulieferer Continental ist ein Multimilliardenkonzern, einer der größten Zulieferer der Welt. Trotzdem hat das Unternehmen den vergleichsweise kleinen Motorradreifenmarkt zu einem strategischen Geschäftsfeld erklärt. Dabei denken die Hannoveraner nicht nur an die Wachstumsmärkte Asien und Südamerika, wo jährlich Abermillionen schmaler Pellen im Format 90/90-18 über den Ladentisch gehen, sondern ausdrücklich auch an den europäischen Markt mit seinen hohen technischen Anforderungen.

In einer beeindruckenden Aufholjagd auf die Platzhirsche Michelin, Dunlop, Pirelli/Metzeler und Bridgestone hat Continental in den letzten Jahren seine komplette Reifenpalette erneuert und sieht sich heute auf Augenhöhe mit der Premiumkonkurrenz. Auf einer Pressekonferenz Ende Juli im österreichischen Saalfelden stellte der Verantwortliche für das Motorradreifengeschäft, Uwe Reichelt, die neuesten Produkte und die Strategie von Continental vor.

Bildergalerie

Aktuelles Vorzeigeprodukt ist sicher der Reiseenduroreifen Trail Attack 2, der bei den Segmentführern BMW R 1200 GS und KTM 1190 Adventure zur Erstausrüstung gehört. Bei Testfahrten auf der weltberühmten Großglockner-Hochalpenstraße konnte der Reifen seine Qualitäten denn auch gleich unter Beweis stellen. Erstes Fazit: wie üblich bei Conti ein unerschütterlicher Grip auf trockener Fahrbahn, nun aber gepaart mit mehr Haftung auf Nässe – hier hatten die Conti-Produkte bislang Nachholbedarf. Eine technische Meisterleistung ist zudem die V- bzw. ZR-Freigabe der Reifenpaarung der KTM Adventure R mit ihren 21-/18-Zoll-Rädern.

Neuheiten in anderen Segmenten

Mit dem Trail Attack 2 ist Conti in einem der größten Motorradreifensegmente konkurrenzfähig unterwegs. Doch zur Wachstumsstrategie der Korbacher – in der hessischen Stadt werden alle Radialreifen von Continental produziert – gehört auch das Engagement in Nischenmärkten.

Ein Beispiel dafür ist der Classic Attack, ein Spezialist für ältere Motorräder, der im Gegensatz zu vielen Konkurrenten (beispielsweise dem bekannten Bridgestone BT45) in Radialbauweise entsteht. Der Road Attack 2 CR ist dagegen ein straßentauglicher Rennreifen für klassische Motorräder.

Ganz neu im Programm ist der ganzjahrestaugliche Sportreifen Move 365, der mit seinen Lamellen und breiten Drainagerillen sichere Haftung auf nasser und sogar verschneiter Fahrbahn bieten soll. Den Cruiserpneu Milestone gibt es nun in vielen neuen Dimensionen, die sich für die aktuellen Harley-Modelle eignen. Der Milestone soll neben der im Segment geschätzten hohen Laufleistung deutlich mehr Grip als viele Konkurrenten bieten.

„Made in Germany“ steht im Mittelpunkt

In den letzten Jahren konnte der deutsche Reifenhersteller seinen Absatz gegen den Trend steigern und seine Marktanteile ausbauen. Damit das auch so bleibt, verfolgt das Bike-Team um Uwe Reichelt folgende Strategie:

  • Nischenmärkte bedienen
  • Erstausrüstungsgeschäft selektiv erweitern
  • eine komplette Produktpalette aufbauen
  • globale Markenkommunikation verbessern
  • Synergien mit anderen Konzernteilen ausbauen

Beim Marketing hebt Conti sehr stark das „Made in Germany“ hervor, das alle Reifen der „Attack“-Baureihen auszeichnet. Echte Mitarbeiter zeigen in den Katalogen und Werbebroschüren zudem Gesicht für ihr Unternehmen. Ähnliche Hingabe erwartet Conti auch von den Händlern, die sich seinem neuen Flagship-Store-Konzept anschließen wollen, das in den nächsten Jahren entstehen soll. Nähere Informationen dazu finden Sie in »bike und business« Ausgabe 9/2013.

„Es sind noch viele neue Modelle in der Pipeline.“, versprach Uwe Reichelt in Saalfelden. „Unser Ziel ist es, jedes Jahr ein oder zwei neue oder überarbeitete Reifen vorzustellen.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42244699)