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Daniele Moranelli: „Er weiß, was er kann“

| Autor / Redakteur: Anne Köppen / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Daniele Moranelli liebt Herausforderungen. Langeweile kennt er nicht, weder als Abteilungsleiter einer internationalen Großbank, noch als Familienvater, Motorrad-Fan oder beim Tennis. Aber deshalb durchdrehen oder abheben? Ganz im Gegenteil.

Daniele Moranelli, Santander Consumer Bank, glänzt durch profundes Wissen bei den Themen Finanzierungsdienstleistungen, Kfz-Geschäfte, Motorrad-Händler.
Daniele Moranelli, Santander Consumer Bank, glänzt durch profundes Wissen bei den Themen Finanzierungsdienstleistungen, Kfz-Geschäfte, Motorrad-Händler.
(Bild: Santander)

Daniele Moranelli sitzt im Auto. Zu Hause in Dormagen gestartet ist er nun auf der A3, kurz vor Würzburg. Auf dem Beifahrersitz: Notizen und Präsentationsfolien in beherrschbarem Durcheinander. Sie sind für den Vortrag, den er in Würzburg halten wird. Seine Präsentation wird schlicht sein, aber es sind Themen, mit denen er sich auskennt: Finanzierungsdienstleistungen, Kfz-Geschäfte, Motorrad-Händler.

Es scheint die Art des 38-jährigen zu sein, auf den Punkt zu kommen, kein Drumherum-Gerede. Komplexe Bank- und Finanzthemen verständlich erklären und Lösungen bieten. Während der Fahrt spricht er seine Inhalte mehrere Male laut durch, nimmt sie sogar mit dem Aufnahmegerät auf. Er wird gut vorbereitet sein. Später, nachdem er die Präsentation – leger, in Jeans und Sakko, nahezu freisprechend, souverän und ganz anders als geplant – absolviert hat, wird er sich nicht zum ersten Mal fragen: „Was hast du eigentlich vier Stunden lang im Auto gemacht?“

Sein lautes, herzliches Lachen, als Daniele Moranelli dies erzählt, ist ansteckend. Natürlich bemerkt man seine südländischen Wurzeln: Die geraden Zähne blitzen weiß, kleine Lachfältchen bilden sich zwischen den dunklen, gepflegten Augenbrauen. Die Mutter ist aus Kroatien, der Vater aus Italien; das italienische Lebensgefühl ist stärker, sagt Moranelli. Vielleicht auch, weil er mit dieser Sprache aufgewachsen ist, sie heute noch spricht, wenn seine Mutter ihn anruft. Die beiden Söhne, drei und fünf, aber sind „durch und durch deutsch“, wie Moranelli – selbst in Euskirchen geboren – schmunzelnd berichtet.

Bei „Santander“ in Mönchengladbach ist er nun schon 14 Jahre. Erst Trainee, dann Händler-Berater, mit 26 Jahren dann die erste Teamleiter-Position im neu aufgebauten Beratungs-Center. Schneller Aufstieg zum Vorstandsassistenten und schließlich die Berufung zum regionalen Vertriebsleiter. Sein damaliger Mitarbeiter, inzwischen Kollege und Freund Sven Oehmen, erinnert sich zurück: „Wenn du so jung Teamleiter in einer Bank wirst, dann musst du dich immer beweisen. Aber der Erfolg hat ihm recht gegeben, mit dem was er so getan hat. Fördern und fordern – das ist sein Leitmotto.“ Moranelli ist es gelungen, das gemischte Team zu führen, weil er sich selbst nicht zu wichtig nimmt; auch mal andere machen lässt; vertraut. Aber doch im rechten Moment klare Ansagen platziert. Und „wenn du zehn Menschen in einem Team hast, und alle gleich führst, führst du mit Sicherheit neun falsch“ – das wusste er schon mit 26.

Geschickt stellt Moranelli in Gesprächen die richtigen Fragen, auch die unangenehmen, und geht selbstbewusst auch dahin, wo es wehtut. „Ich denke ich habe durch die vielen Stationen in der Bank ein ganz gutes, ganzheitliches Verständnis für das Geschäft.“, sagt Moranelli über sich. „Eine realistische Selbsteinschätzung. Aber seine Devise ist eher: Tief stapeln, hoch gewinnen“, ergänzt Sven Oehmen. Moranelli kennt das Bankgeschäft und die Auto- und Motorradbranche mit allen Facetten, die Orte, Menschen, Führungsleute und die Kunden, die Abläufe, digitale Prozesse und Strukturen. „Daniele ist ein Mensch, der weiß, was er kann“, sagt Oehmen.

Und weiß, was er nicht so gut kann: „Tennis, nee, da reden wir besser nicht drüber.“ Da ist es wieder, das laute Lachen. Er wirft seinen Kopf mit dem dunklen, kurzen Haar in den Nacken. „Das ist die schlechteste Liga, die es gibt, in der wir spielen, da kann man gar nicht mehr absteigen. Aber es macht Spaß.“ Spaß macht ihm neuerdings auch E-Mountainbiking. Unanfechtbar an erster Stelle steht jedoch seit er 16 ist „Laura“, seine erste Vespa, die in Italien auf ihn wartet. „Die erste große Liebe wird nicht verkauft“, sagt er, fast ein bisschen sehnsüchtig. Und ganz nebenbei ist da noch sein aktuelles – wiederum italienisches – Projekt: Die alte Espressomaschine des Vaters aus Kalabrien neu aufbereiten, um seinen Gästen den perfekten Espresso zu bieten. Wobei Sven Oehmen versichert, dass Moranelli auch ohne restaurierte Espressomaschine ein hervorragender Gastgeber ist. „Wenn du da ankommst, gibt es immer erstmal einen tollen Kaffee. Vorher geht da nichts.“

„Ich bin von der Persönlichkeit her relativ schwer ruhigzustellen.“, stellt Moranelli selbst fest. Herausforderung, Abwechslung, Bewegung; es wundert kaum, dass er sich – auch als Banker und bei allen Positionswechseln – der Mobilität verschrieben hat. Sie ist wie eine Konstante in seinem Leben. Privat ist es seine Familie. Und seine positive Lebenseinstellung, die beim Kennenlernen immer mehr hervortritt.

Zurück zu Hause nach seinem Vortrag in Würzburg checkt Moranelli seine „Liste“. Auf ihr stehen handschriftlich viele große und kleine erledigte Punkte. Dinge, die er sich jeden Tag aufschreibt, und seien es nur das endlich nicht mehr quietschende Bett seines Sohnes oder die geschnittene Hecke. Das tut ihm gut: „Ich glaube wir Menschen verkennen oft, was wir an einem Tag eigentlich alles erreichen.“ Und wenn es mal nicht so läuft: „Nessun problema!“

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