Den Dreh raus: Motorradhändler am Smartphone

Emotionale Clips einfangen und selbst schneiden

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Stephan Maderner

Präparierte sich für den Workshop „Den Dreh raus – Videofilmen für Motorradhändler leicht gemacht“ –»bike und business«-Redaktionsazubi Fabian Pfeiffer.
Präparierte sich für den Workshop „Den Dreh raus – Videofilmen für Motorradhändler leicht gemacht“ –»bike und business«-Redaktionsazubi Fabian Pfeiffer. (Bild: Vogel Business Media/Johannes Untch)

Mit Videofilmen können Motorradhändler ihr Angebot clever vermarkten. Ein erfolgreicher Clip lässt sich schon mit wenig Aufwand erstellen. Der Nutzen für das eigene Geschäft ist dafür umso größer. Das veranschaulichte ein Workshop von Anna Stelzenmüller vom Vogel-Webcast-Team.

Als seine Knie den Asphalt streifen, schießt ihm das Adrenalin unweigerlich in den Körper. „Wahnsinn, ist das geil“, schreit Jens Kuck lauthals, während er die Kurve schneidet. Es ist ein kalter Herbstmorgen, die Wolken hängen tief am Himmel, der Wind pfeift über die Rennstrecke. Doch diesen Mann, breites Kreuz, dicke Arme, schwarzer Vollbart und jede Menge Tattoos, scheint so schnell nichts abzuschrecken. Kuck gibt Gas. Der Auspuff dröhnt. „Das Motorrad ist die Hölle“, sagt er, „das macht richtig Spaß.“

Kuck mal, wer da filmt

Die Szene ist Teil einer Testfahrt, die Kuck in einem Video im Internet zeigt. Der 43-Jährige ist gelernter Zweiradmechaniker und betreibt in seiner Heimatstadt im bayerischen Dinkelsbühl einen eigenen Motorradladen. Eigentlich. Doch in den vergangenen Jahren hat der Mittelfranke eine Leidenschaft für sich entdeckt: Er testet Motorräder und Equipment, berichtet bundesweit von Motorradmessen und gibt in seiner Werkstatt wertvolle Tipps rund um das Schrauben am eigenen Bike. Das Besondere: All das hält Kuck in Filmen fest, die er auf seinem YouTube-Kanal im Internet verbreitet. Mit großem Erfolg: 42 000 Abonnenten schauen dem Motorrad-Freak regelmäßig bei der Arbeit zu.

Kuck ist damit Vorreiter in einer Branche, die ihre Angebote künftig stärker in Form von Videofilmen vermarkten sollte. Denn – das wurde auf der Fachtagung „bike und business“ vergangenen November in Würzburg deutlich: Schon einfache Clips mit der Smartphone-Kamera können für Motorradhändler einen großen Nutzen bringen.

Videos schneiden – für Händler leicht gemacht

„Videofilme im Internet sind längst ein fest etabliertes Format geworden“, sagt Anna Stelzenmüller. Die 46-Jährige ist Film-Expertin beim Fachmedienhaus Vogel Business Media und produziert regelmäßig Videos aller Art – von Produktpräsentationen über Messeberichte bis hin zu Social-Media-Clips. „Videofilme sind heute Alltag“, sagt sie. Zwar würden jüngere Menschen Inhalte bevorzugen, die in erster Linie unterhalten, während die älteren Leute eher auf Fakten und Informationen aus seien: „Studien zeigen, dass sich alle Menschen, egal wie alt sie sind, in Zukunft mehr Inhalte in Form von Videos wünschen.“

Ein Trend, den auch Motorradhändler unbedingt nutzen sollten, sagt Stelzenmüller: „Mit einem Video können Händler ihr Geschäft perfekt in Szene setzen.“ So würde etwa ein Werbeclip zu einem laufenden Angebot Sinn machen. Auch könne man einen Reifenwechsel oder die vergangene Motorrad-Tour gut in Form eines Videos inszenieren. Die Vorteile liegen der Expertin zufolge auf der Hand: „Wer ein Video auf der eigenen Website oder in den sozialen Netzwerken hat, erreicht mehr potenzielle Kunden und wird leichter in Suchmaschinen gefunden.“ Ein Video sei so letztlich ein gewinnbringendes Marketinginstrument für das eigene Geschäft.

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