Den Dreh raus: Motorradhändler am Smartphone

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Authentizität ist Trumpf bei den Selbstgedrehten

„Hey Leute, was geht ab?“, jauchzt Jens Kuck freudestrahlend. Der Mittelfranke, das wird in seinen Videos deutlich, hat nicht nur gute Ideen – er ist auch eine Frohnatur. Ob beim Diskutieren mit anderen Bikern oder beim Ölwechseln in der eigenen Werkstatt: Kuck wirkt in seinen Clips natürlich und entspannt. „Für mich ist es wichtig, authentisch rüberzukommen“, sagt er. Das hinzubekommen, sei jedoch nicht immer ganz einfach. „Gerade am Anfang ist man oft ein anderer Mensch, wenn die Kamera läuft. Doch das ist Quatsch.“

Das Lampenfieber vor der Kamera

Tatsächlich fremdeln viele mit dem Gedanken, zum ersten Mal den Sprung vor die Kamera zu wagen. „Viele trauen sich nicht, weil sie Angst haben, sich zu versprechen oder den Faden zu verlieren“, bedauert Stelzenmüller. Dabei seien kleine Versprecher keineswegs schlimm, im Gegenteil: „Sie machen einen sogar authentisch.“ Zudem habe man auch die Möglichkeit, den Clip mehrfach aufzunehmen. Ein gutes Video, sagt die Expertin, erreiche seine Zielgruppe emotional. Deswegen sei es gut, mit einer gewissen Unbekümmertheit an die Sache heranzugehen.

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Gleichwohl gibt es ein paar Sachen, die man Stelzenmüller zufolge beachten sollte: „Wenn möglich, sollte man in einer ruhigen Umgebung drehen, damit der Sprechende später auch gut zu hören ist.“

Zudem müsse man seine Zielgruppe kennen: Während es ältere Leute eher auf klassische Webseiten ziehe, sei die jüngere Generation vor allem in den sozialen Netzwerken unterwegs. Dort, sagt Stelzenmüller, sei es wichtig, regelmäßig die Beiträge seines Netzwerks zu liken und zu teilen. Im Gegenzug bekomme man oft ein Like oder Kommentar zurück und könne so die eigene Reichweite steigern.

Sharing is caring

„Sharing is Caring“, nennt Jens Kuck das. Der 43-Jährige hat sich im Internet inzwischen eine große Community aufgebaut. Auf seinem Kanal tauschen sich Dutzende Abonnenten aus, stellen Fragen, teilen ihre Meinung. „Natürlich versuche ich auch, mit meinen Kunden und Fans in Kontakt zu treten“, sagt Kuck. Diesen Input könne er anschließend in seinen Videos aufgreifen. Jene Videos, in denen er die Kurven schneidet, Gas gibt und den Auspuff dröhnen lässt. Sein Adrenalinspiegel steigt schon wieder.

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