Der Adler soll wieder fliegen

Moto Guzzi hat sein Cruiser- und Klassik-Programm für 2010 vorgestellt. Neu: die Aquila-Nera-Modelle

18.03.2010 | Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Guzzi lebt: Das war die Botschaft des Piaggio-Konzerns während der Modellpräsentation im Rom.
Guzzi lebt: Das war die Botschaft des Piaggio-Konzerns während der Modellpräsentation im Rom.

Der italienische Motorradhersteller Moto Guzzi hat gestern in Rom sein Cruiser- und Klassikprogramm für 2010 vorgestellt. Neu sind die mattschwarzen Aquila-Nera-Varianten der California, Bellagio und Nevada.

Zugegeben: Die Farbgebung der neuen Guzzi-Sondermodelle lädt zu Wortspielen über die Zukunftsaussichten des strauchelnden Traditionsherstellers geradezu ein. Doch so tiefschwarz wie die California Aquila Nera sieht es für Mandello nicht aus, versprach Francesco Polimeni, Marketingleiter für Motorräder bei Guzzi-Eigner Piaggio.

Polimeni gab gestern während der Modellpräsentation in Rom einen Einblick in die Maßnahmen, mit denen der Piaggio-Konzern seine in den letzten Jahren orientierungslos wirkende Edelmarke zukunftsfähig machen will.

Zum einen bekennt sich der Konzern laut Francesco Polimeni uneingeschränkt zum Standort Mandello del Lario. Allein zehn Millionen Euro investiert die Mutter in das bröckelnde Industriedenkmal am Comer See; auch weiterhin sollen alle Guzzi-Motorräder und Motoren hier gebaut werden.

Eine weitere Baustelle ist die Produktqualität, die in den letzten Jahren weder zum Guzzi-Image noch zu den Preisen passte. Hier seien laut Polimeni die wichtigsten Schritte bereits eingeleitet und die aktuellen Modelle angeblich „best in class“ – eine Aussage, die der Ausfall einer Nevada während der Testfahrten allerdings in Frage stellte.

In Zukunft mehr Hubraum

Nach der Modelloffensive der letzten Jahre heißt die Devise für Moto Guzzi nun Konsolidierung. Zu eventuellen Modellneuheiten in der näheren Zukunft wollte Polimeni keine Stellung nehmen. Allerdings arbeiten die Entwickler derzeit beispielsweise an einem hubraumstärkeren Motor, um dem Trend im Markt der Chopper und Cruiser folgen zu können. Hier ist die California mit nur 1.100 Kubikzentimetern in letzter Zeit etwas ins Hintertreffen geraten. Auch einen wassergekühlten Motor kann sich Polimeni für Moto Guzzi vorstellen – natürlich nur als V2.

Die letzte traditionelle Guzzi

In Rom stellte das Unternehmen die Sondermodelle Aquila Nera der California, Bellagio und Nevada vor, die sich im wesentlichen durch die mattschwarze Farbgebung von den Grundmodellen unterscheiden. An der Spitze des Programms trohnt die majestätische Californa. Da sie zuletzt nur in den aufwändig ausgestatteten Typen Vintage und Classic zu haben war, unterscheidet sich die Aquila Nera am deutlichsten vom Ausgangsmodell.

Mit ihrem reduzierten Design soll sie eine pure Fahrmaschine im besten Guzzi-Stil sein – und echte Markenfans wissen natürlich, dass die California die letzte Guzzi mit der traditionsreichen Rahmenkonstruktion von Lino Tonti und dem klassischen 1.064-cm³-Zweiventiler ist.

An der Aquila Nera lenken weder Chrom noch Satteltaschen oder Beinschilder von der legendären Fahrwerks- und Motortechnik ab. Durch den Verzicht auf Zusatzausstattungen soll die Aquila Nera zudem 3.000 Euro billiger sein als die Vintage.

Sportler im Cruiser-Gewand

Beliebtestes Motorrad im Testfuhrpark war zweifellos die Bellagio. Das sportliche Naked Bike im Gewand eines Cruisers begeisterte auf den kurvenreichen Strecken mit erstaunlicher Handlichkeit und einem drehfreudigen, druckvollen Motor. Den konnte die Nevada zwar nicht bieten, aber der kleine Chopper, der sich schon seit Jahrzehnten im Guzzi-Programm hält, bestach durch kinderleichtes Handling und schönen Klang.

Die Retromodelle V7 Classic und V7 Café rundeten das Angebot ab. Sie besitzen den gleichen Antriebsstrang wie die Nevada und müssen sich deshalb mit 35 kW/48 PS aus 750 Kubikzentimetern begnügen, doch ihre ungemein stimmige Siebziger-Jahre-Linie zusammen mit dem sympathisch bollernden Motor machte die Fahrt mit ihnen trotzdem zum Vergnügen – vor allem im römischen Stadtverkehr, wo die schmalem und leichten Maschinen jede noch so kleine Lücke nutzen konnten.

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