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Der Apollo-Moment der Branche

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Valeria Schulte-Niermann

„Zukunft des Zweiradhandwerks“ – das war der Titel meines Gastvortrags am vergangenen Mittwoch an der Bundesfachschule für Zweiradtechnik in Frankfurt am Main.

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(Bild: ©evan_ers/Fotolia.com [M] – Haselmann)

Ich durfte in die Rolle des „Professor Zweirad“ schlüpfen und den rund fünfundzwanzig angehenden Zweiradmechanikermeistern der Republik die Lage der deutschen Motorradnation nahe bringen.

Das war lehrreich – für beide Seiten. Für die überwiegend in der Technik beheimateten und groß gewordenen Mechaniker, da sie (hoffentlich) fundiert über Märkte, Marken und Marketingmethoden aufgeklärt wurden. Und für mich als Journalist, mal ans Katheder – sprich Lehrerpult – zu gehen, um mein Wissen anderen möglichst praxisnah rüberzubringen.

Ich gebe zu, das war eine spannende und herausfordernde Erfahrung für mich; zumal mir die Zweirad-Eleven doch ziemlich Löcher in den Bauch gefragt haben.

Ich bewundere den Mut, mit dem diese Unternehmer von morgen an ihrer Zukunft arbeiten. Die konjunkturellen Zeiten, alles andere als rosig, zurückgehende Neuzulassungen, fehlender Bikernachwuchs etc. pp. Trotzdem sind die Akkus im Gewerbe nicht halb leer, sondern halb voll!

Wie bei US-Präsident Barack Obamas Rede zur Lage der Nation (zufällig fand sie fast zeitgleich mit meiner Frankfurter Rede statt) fielen auch bei mir Sätze wie „Die Zukunft gewinnen“ oder „We do big things“. Obama führte das Beispiel aus der Geschichte an, die als Parallele für unsere Zweiradbranche dienen kann; nämlich als die Sowjets den ersten Satelliten, den Sputnik, ins All schossen, und die USA darauf mit dem Apollo-Mondfahrtprogramm antworteten. „Dies ist der Apollo-Moment unserer Generation“, trifft Obama rhetorisch auf den Punkt. Und: „Amerika wird seinen Erfindungsgeist beweisen und so die Krise überwinden.“

Genau einen solchen „Apollo-Moment“ braucht auch unsere Branche. Allen voran die mutigen Männer, die vor mir die Schulbank drücken. Doch da habe ich keine Bange. Mit ihrer hochprofessionellen Einstellung, ihrer Bereitschaft sich weiterzubilden und selbst die Risiken einer möglichen Firmenneugründung nicht scheuen, werden sie ihren Platz in der Branche finden und gemeinsam daran arbeiten, dass die Zunft Zweiradgewerbe nicht untergeht. Ich bin mir sicher, diese jungen Unternehmer finden ihren Weg in die Zukunft und werden die gegenwärtige Krise „meistern“. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn Ende März werden sie ihre Meisterprüfung ablegen. Dazu wünschen wir Ihnen heute bereits viel Erfolg und gutes Gelingen!

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