Der Motorradfahrer, zum Risikofaktor reduziert

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 10/2017/II), Folge 486. Geht es Ihnen nicht auch so? Im März sind die Tage der Motorradlosen Zeit allmählich gezählt. Überall scharren....

...die Biker mir ihren Stiefeln. Zu den Eisbärenbikern auf der Piste, die auch in den Wintermonaten keineswegs auf ihr Motorradhobby verzichten wollten, gesellen sich nun endlich immer mehr Saisonkennzeichenbiker. Für viele beginnt die Zweiradfrischluftsaison im März, allerspätestens aber am 1. April. Auf den Frühjahrsmessen wurde ebenfalls schon mächtig vorgeglüht.

Auch die Medien haben sich zum Saisonstart wieder auf das Thema eingeschossen. Leider hat sich das Gros der Journalisten offensichtlich angewöhnt, Motorradfahrer durch die falsche Brille zu betrachten. Schon machen die ersten spektakulär formulierten und aufgemachten News und Berichte über Motorradunfälle die Runde, vor allem wenn sie tödlichen Ausgang nehmen. Es sind zwar in absoluten Zahlen Gott sei Dank nicht sehr viele, doch wird einem von den Medienmachern gnadenlos suggeriert, wie saumäßig gefährlich das ganze Zweiradhobby doch eigentlich ist. Undifferenziert, einseitig und tendenziös! Gottlob ticken nicht alle Medienschaffenden so. In meinem Motorrad-Netzwerk habe ich eine treffende Gegen- und Streitrede gefunden. Verfasst hat sie Christoph Lentsch, vielen in der Szene besser bekannt als K.O.T., seines Zeichens Chefredakteur des Onlineportals 1000PS. Motorradfahrer = (in) Gefahr? Die Quintessenz meines Kollegen: „Mir reicht's. Schon wieder wird über den Motorradfahrer als Risikofaktor diskutiert. Ich möchte aber kein Risiko sein, sondern nur Motorrad fahren.“

Während ich diese Zeilen schreibe, platzt die Meldung vom tödlichen Unfall des amtierenden Endurance-Weltmeisters Anthony Delhalle rein. Der 35-jährige Franzose stürzte am Donnerstag auf dem Circuit Paul Armagnac in Nogaro (das liegt zwischen Toulouse und Biarritz) so schwer, dass er seinen Verletzungen erlag. Unser hochtechnisiertes Leben ist und bleibt gefährlich. Und wer sich absichtlich und freiwillig in Grenzbereichen bewegt wie das Rennfahrer nun mal tun, erhöht das Restrisiko ganz erheblich. Wenngleich ich an dieser Stelle die Gefahren des normalen Straßenverkehrs keinesfalls verharmlosen möchte. Im Gegenteil. Leute, liebe Auto- und Motorradfahrer: Passt besser aufeinander auf! Damit die Verkehrsstatistik 2017 noch positiver ausfällt als die 2016er.

Statistisches Bundesamt: 2016 so wenig Motorradtote wie noch nie

Statistisches Bundesamt: 2016 so wenig Motorradtote wie noch nie

27.02.17 - Erfreuliche Zahlen hat das Statistische Bundesamt parat: 2016 gab es auf Deutschlands Straßen 7,1 Prozent weniger Verkehrstote. Den prozentual höchsten Rückgang gab es bei den Motorradfahrern. lesen

Der alltägliche Kontrollwahnsinn

Zum Thema Sicherheit auf unseren Straßen passt auch folgender Brief eines »bike und business«-Lesers. Er bezieht sich auf den Artikel „Manipulation und Tuning von E-Bikes den Kampf angesagt“...

Manipulation und Tuning von E-Bikes den Kampf angesagt

Manipulation und Tuning von E-Bikes den Kampf angesagt

01.03.17 - Die AG Fahrradwirtschaft, der auch der Bundesinnungsverband für das deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk angehört, unterzeichnete eine Selbstverpflichtung gegen Manipulation und Tuning von E-Bikes. lesen

...und schreibt uns folgende Zeilen: „Diese Maßnahmen sind lange überfällig. Es interessiert weder E-Bike Fahrer noch die Polizei, dass diese sogenannten Pedelecs oder wie die Dinger heißen allesamt viel zu schnell sind.

Geschwindigkeiten jenseits der 25 km/h sind die Regel und nicht die Ausnahme. Jeder Rentner düst mühelos, mit zwei bis drei Umdrehungen an den Pedalen, mit 30 bis 35 km/h vor dir her. Kein Versicherungskennzeichen, keinen Helm, keine Blinker, mal abgesehen vom dem Witz, was die E-Bikes an Bremsen haben. Oder der Umgang mit dem ,Gas'. Wie viele bringen sich in ,Teufels Küche', weil sie nicht mal richtig anhalten können mit den Kisten?

Für mich aber der Oberhammer: Schickt doch mal den 15-jährigen Verkehrsteilnehmer mit seinem, auf 25 km/h gedrosselten Roller oder Moped auf die Straße. Den Mofaschein gerade frisch in der Tasche, alles ordnungsgemäß eingetragen an seinem Mofa und stolz wie Oskar mit 29 bis 30 km/h unterwegs. Und dann sofort an der nächsten Ecke die erste Polizeikontrolle. Da wird dem jungen Verkehrsteilnehmer aber mal gezeigt, wo der Hammer hängt und die ,Macht des Gesetzes' demonstriert. Weil er ja mit unglaublichen und nicht erlaubten fast 30 Sachen unterwegs ist, gibt es den ersten richtigen Einlauf. Direkt neben der ganzen Kontrolle saust ein Pedelec mit gut und gerne 45 km/h auf dem Radweg direkt am ,Tatort' vorbei. Das interessiert dann keine S...

Tja, im ,Namen der Umwelt' ist alles erlaubt. Wie hoch sind eigentlich die genauen Unfallzahlen mit E-Bikes? Mit herzlichen Zweiradgrüßen!“

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem politisch (in)korrekten Umgang mit motorisierten Zweiradfahrern gemacht? Haben auch Sie den Eindruck, dass man unser Hobby aus Sicht der Gesellschaft und des Gesetzgebers am liebsten gleich ganz verbieten möchte? Ist generell die Freiheit Andersdenkender bedroht? Ich bin auf Ihre Meinungen gespannt.

UMFRAGE
Wie würden Sie Ihr gegenwärtiges Geschäftsverhältnis zu Ihren Motorradherstellern beschreiben?

Bestens, bin super zufrieden

11 %

Es passt weitgehend alles

9 %

Könnte besser sein

18 %

Bin ziemlich unzufrieden

24 %

Einfach katastrophal

38 %

Schlagen Sie uns Ihren Lieblings-Motorradhändler vor

Hinweis in eigener Sache: Beim Award „Motorradhändler des Jahres“ gibt es seit kurzem ein nietnagelneues Tool: auf der Landigpage können Sie uns ab sofort Händler vorschlagen, die aus Ihrer Sicht für die Nominierung für diesen Wettbewerb prädestiniert sind. Schlagen Sie einen Motorradhändler oder eine Freie Werkstatt mit schlüssiger Verkaufs- und Servicestrategie vor! Namen einreichen können alle Interessierte, Kunden, Kollegen, Industrievertreter sowie alle anderen Branchenkenner. Beachten Sie: Eine ausführliche Begründung der Vorschläge durch den Einreichenden ist unerlässlich! Die Jury berät dann darüber, ob die Betriebe den Anforderungen entsprechen, und entscheidet, ob diese für eine Nominierung in Betracht kommen.

Derweil läuft unser Online-Quick-Check weiter. Zwei Dutzend Betriebe haben sich bisher bis zum Ende durchgearbeitet und uns dann noch ihre Kontaktdaten genannt. Bravo! Denn nur, wenn wir wissen, wer sich bewirbt, können wir die einzelnen Unternehmen auch vorab bewerten und Feedback geben. Das Gros der Digitalbewerber vergisst leider allerdings – bewusst oder versehentlich – uns am Ende Ross und Reiter zu nennen.

Der Countdown läuft: noch 21 Tage bis zum ersten Einsendeschluss (31. März). Nutzen Sie jetzt schnell noch die langsam auslaufende Vorsaison, bevor die Kunden in ihre Werkstatt einfallen, und machen Sie den Test, der nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Es lohnt sich, sich bei uns auf den Prüfstand zu stellen. Also auf zum Online-Check. Und nicht vergessen: Nennen Sie uns bitte am Schluss der Abfrage Ihren Namen und Adresse! Super!

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