Der neue BMW C Evolution: Weltpremiere auf der IAA

Autor / Redakteur: Eva-Maria Haselhuhn / Janine Schmidl

Mit dem C Evolution schlägt BMW Motorrad ein neues Kapitel im Bereich „Urban Mobility“ auf. Er vereint die Fahreigenschaften eines Motorrads mit der Agilität und dem Komfort eines Scooters und nutzt dabei die Vorteile eines Zero-Emissions-Fahrzeugs.

Der neue C Evolution wurde auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.
Der neue C Evolution wurde auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.
(Foto: BMW)

Zwar konnte er den vierrädrigen Neuheiten der BMW Group auf der weltgrößten Automesse in Frankfurt nicht ganz den Rang ablaufen, aber er stellte für BMW Motorrad ein echtes Highlight dar: Denn mit dem Serienstart des C Evolution beginnt für die Motorradsparte von BMW ein neues Zeitalter. Die Technik des neuen Stromscooters, der in punkto Chassis und Design auf dem Benzinmodell C 650 GT beruht, ist bemerkenswert.

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Der Antrieb des C Evolution erfolgt durch eine Triebsatzschwinge mit flüssigkeitsgekühltem Permanent-Synchronmotor über Zahnriemen und ein Hohlradgetriebe. Die Nennleistung beträgt 11 kW (15 PS), die Spitzenleistung 35 kW (47,5 PS). Damit erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und ermöglicht Beschleunigungswerte, die zum Teil die von Maxi-Scootern mit Verbrennungsmotoren von 600 cm³ Hubraum und mehr übertreffen.

Die üppig bemessene Kapazität der luftgekühlten Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie von 8 kWh ermöglicht eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, bevor er erneut aufgeladen werden muss. Hierbei beträgt die Ladezeit bei vollständig entleerter Batterie an einer haushaltsüblichen Steckdose zirka 4 Stunden (bei 220V / 16 A = 3 Stunden).

Beim C Evolution hat sich BMW Motorrad für eine bei Einspurfahrzeugen bislang einzigartige Form der Energie-Rückgewinnung entschieden. Die Rekuperation erfolgt automatisch sowohl beim Gaswegnehmen im Schiebebetrieb, als auch beim Bremsen. Der Fahrer des Scooters kann Fahrdynamik und Effizienz mittels vier Fahrmodi selbst bestimmen. So werden ihm im Modus „Road“ maximale Beschleunigung, etwa 50 Prozent Rekuperation im Schiebebetrieb und volle Energierückgewinnung beim Bremsen bereitgestellt. Im Modus „Eco Pro“ sind Beschleunigung und damit Energieentnahme begrenzt, und es wird maximal rückgewonnen. Im Modus „Sail“ wird im Schiebebetrieb nicht rekuperiert, und der C Evolution rollt beim Gaswegnehmen nahezu frei von Bremsmomenten. Für besonders dynamische Fahrweise wird im Modus „Dynamic“ die volle Beschleunigung mit einer starken Rekuperation kombiniert.

Seinen innovativen Charakter untermauert der C Evolution beispielsweise durch die Rückfahrhilfe, die leichtes Rangieren mit Schrittgeschwindigkeit ermöglicht. Als Novum verfügt er über ein LED-Tagfahrlicht, das in gedimmter Form auch die Funktion des Positionslichts übernimmt. Für Komfort an kalten Tagen sorgen beheizbare Lenkergriffe.

Im Cockpit liefert ein großflächiges TFT-Farbdisplay eine Fülle an Informationen. So wird der Fahrer nicht nur über die Geschwindigkeit, sondern auch über Daten wie Durchschnittsverbrauch in kWh/100 km, Gesamtverbrauch, Batterie-Ladezustand in kWh, Durchschnittsgeschwindigkeit, Bordnetzspannung, Hochvoltspannung sowie die Restreichweite in km in Abhängigkeit vom jeweiligen Fahr-Modus informiert. Über die momentane Energie-Entnahme beziehungsweise Energierückführung durch Rekuperation informiert eine Balkenanzeige.

Über den Preis für den Stromroller hüllen sich die BMW-Vertriebstrategen noch in Schweigen. Günstiger als der vergleichbare BMW C 650 GT, der 12.000 Euro kostet, wird das innovative Teil wohl nicht. Die Branche – und allen voran die BMW-Dealer – sind gespannt, wie der C Evolution 2014 auf dem Markt ankommt.

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