Der neue Suzuki-Motorrad-Händlervertrag, was nun? Das meint der Importeur

Hohe Akzeptanz bei den Dealern

| Autor / Redakteur: Jan Hendrik Breckwoldt / Stephan Maderner

Jan Hendrik Breckwoldt, Manager Sales Motorcycle and ATV, Suzuki International Europe.
Jan Hendrik Breckwoldt, Manager Sales Motorcycle and ATV, Suzuki International Europe. (Foto: Suzuki)

Jan Hendrik Breckwoldt, Manager Motorcycle und ATV bei Suzuki International Europe GmbH in Bensheim, verteidigt das neue Vertragswerk als „fair und zukunftsorientiert“.

Nachdem Suzuki Anfang 2010 bereits im Automobilbereich mit ihren Vertragshändlern neue Händlerverträge abgeschlossen hat, wurden nunmehr mit Wirkung zum 1.10.2012 auch im Motorradbereich neue Händlerverträge eingeführt. Die maßgeblichen Beweggründe waren:

- Das bisherige Vertragsmuster datierte aus dem Jahr 1985. Der knapp 30 Jahre alte Händlervertrag entsprach nicht mehr der aktuellen Vertriebspraxis.

- In rechtlicher Hinsicht entsprach der Vertrag aus dem Jahr 1985 aufgrund verschiedener Gesetzesänderungen und seither ergangener Rechtsprechung nicht mehr der aktuellen Rechtslage. Auch die neue Vertikal-GVO 330/2010 erforderte eine Anpassung der Händlerverträge.

- Schließlich sprachen die guten Erfahrungen im Automobilbereich für eine Umstellung des Vertriebssystems von einem exklusiven auf ein selektives Vertriebssystem.

Vom Exklusiv- zum Selektivvertrieb

Kernpunkt des neuen Händlervertrages ist die Umstellung von einem exklusiven Vertriebssystem auf ein selektives Vertriebssystem. Nach reiflicher Überlegung und einer Vielzahl von Gesprächen, auch mit unseren Händlern, gelangten wir zu der Überzeugung, dass ein exklusives Vertriebssystem aufgrund der zunehmenden Europäisierung des Motorradmarkts und insbesondere des rasanten Wachstums des Internetvertriebs für unsere Händler nicht mehr geeignet ist und dass ein selektives Vertriebssystem die Händlerinteressen wesentlich besser schützt.

So bietet zwar ein exklusives Vertriebssystem aufgrund der Zuweisung eines bestimmten Vertragsgebietes sog. Gebietsschutz, d.h. der Hersteller darf keinen anderen Händler in dem Gebiet einsetzen. Allerdings verhindert ein solches exklusives System nicht, dass andere Händler bei entsprechender Kundenbestellung, die beispielsweise auch über das Internet erfolgen kann, Fahrzeuge in das Gebiet verkaufen. Auch kann innerhalb eines exklusiven Vertriebssystems nicht verhindert werden, dass immer mehr Grauimporte nach Deutschland kommen und unseren Händlern dadurch die Chance nehmen, ihre Fahrzeuge zu auskömmlichen Margen zu verkaufen. Einen wirksamen Gebietsschutz bietet ein exklusives Vertriebssystem deshalb nicht.

Besserer Schutz der Händlerinteressen

Ein selektives Vertriebssystem schützt die Händlerinteressen in einem weitaus größeren Umfang. Denn im Rahmen eines europäischen selektiven Vertriebssystems, wie es derzeit von Suzuki aufgebaut wird, dürfen Neufahrzeuge von den autorisierten Suzuki-Motorradhändlern nur an andere autorisierte Suzuki-Motorradhändler verkauft werden. Auf diese Weise wird der Grauhandel in Europa weitgehend unterbunden, da keine Fahrzeuge mehr an nicht autorisierte Wiederverkäufer, z.B. freie Händler oder Werkstätten, verkauft werden dürfen. In einem exklusiven Vertriebssystem kann der Verkauf an nicht autorisierte Wiederverkäufer aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben dagegen nicht untersagt werden.

Da wir zudem auch weiterhin darauf achten, dass sich die Händler nicht „zu nahe kommen“, hat auch der Wegfall des Gebietsschutzes keine negativen Auswirkungen auf unsere Händlerschaft.

Nur acht von 297 Händlern haben nicht unterschrieben

Bei der Ausarbeitung des Händlervertrages haben wir uns an dem Händlervertrag im Automobilbereich orientiert, der seinerzeit von dem Suzuki-Händlerverband als fair und motivierend bezeichnet wurde. Von den 297 Motorradhändlern, denen wir den neuen Händlervertrag angeboten haben, haben gerade einmal acht Händler den Vertrag nicht unterzeichnet, wobei bei drei Händlern persönliche Gründe ausschlaggebend waren (einem dieser Händler untersagte ein Wettbewerber die Aufnahme der Marke Suzuki). Vier Händler akzeptierten den neuen Vertrag nicht, (nur) bei einem Händler ist noch offen, ob er unser Vertragsangebot annehmen wird.

Der Umstand, dass von 297 Händlern nur vier, maximal fünf Händler, also 1,35 Prozent bzw. 1,7 Prozent der Händlerschaft, den neuen Vertrag aus inhaltlichen Gründen nicht unterzeichnet haben, zeigt, dass auch der Motorrad-Händlervertrag hohe Akzeptanz genießt. Belegt wird dies auch dadurch, dass die weitaus überwiegende Anzahl der Verträge sehr schnell mit positiven Kommentaren an uns zurückgesandt wurde.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Der neue Suzuki-Motorrad-Händlervertrag, was nun? Das meint der Importeur
  • Seite 2: Vorteil, Handel

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 40268210 / Handel)