Der Traum vom rabattlosen Motorradverkauf

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 31), Folge 711: Bei meiner letzten Sonntagslektüre stach mir folgende Überschrift ins Auge: Mercedes-Benz testet in Schweden den rabattlosen Autoverkauf. „Der Preis ist fix“, egal ob beim Online-Verkauf oder beim klassischen Vertrieb...

...über das Autohaus. Diese Aussage stammt von keiner Geringeren als Britta Seeger, Vertriebsvorstand bei der Marke mit dem Stern. „In Schweden probieren wir gerade ein Direktvertriebsmodell aus, da gibt es nur noch einen einheitlichen Preis, egal ob der Kunde sein Fahrzeug online kauft oder auf dem klassischen Weg“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Das Modell komme bei den Kunden sehr gut an. Die Kunden bräuchten sich keine Gedanken zu machen, ob sie gut oder schlecht verhandelt hätten. Es hänge nicht vom Verhandlungsgeschick jedes einzelnen ab, was er für den Wagen bezahle. Die Verlässlichkeit beim Preis sei den Kunden sehr wichtig.

Die Daimler-Managerin spricht von einem „natürlichen Prozess“. Nach dem der Handel mit Gebrauchtwagen ins Netz abgewandert sei, folgten nun die Neufahrzeuge. Die Vertriebschefin rechnet damit, dass bis 2025 jeder vierte Benz online verkauft werde, sagte sie der Zeitung.

Alle Fahrzeuge zum selben Preis, egal wo man sie kauft. Erst einmal eine gute Idee? Führt sie zum Ende der Rabattschlachten von früher, die keiner haben will und zum Austrocknen der Geiz-ist-geil-Mentalität beim Fahrzeugkauf? Argumentiert wird ja auch damit, dass der Kunde das so wolle und man sich an den Wünschen und Gewohnheiten der Verbraucher orientiere. Außerdem wäre eine solche Politik des Herstellers geeignet, den verheerenden Intra-Brand-Wettbewerb der Motorradhändler untereinander zu stoppen.

Doch Vorsicht. Denkt man die Konsequenzen zu Ende, dann scheint der Siegeszug des Direktvertriebs der Hersteller – in der Autoindustrie früher, in der Motorradbranche etwas später –, nicht mehr aufzuhalten.

Insofern sollten wir genau beobachten, was bei den Kollegen Auto gerade so läuft. Aus unserer Lebenserfahrung und Branchenexpertise wissen wir, dass die Automotive-Trends mit einer fünf- bis zehnjährigen Verzögerung auch auf unseren Märkten durchschlagen.

Was glaubt die Community? Wird das Direktvertriebsmodell à la Mercedes-Benz auch in der Motorradindustrie Schule machen? Bleibt der rabattlose Motorradverkauf ein Traum? Oder ist er in letzter Konsequenz sogar ein böser; ein Albtraum, in dem die Industrie den Sargnagel für den klassischen Einzelhandel einschlägt? Lassen Sie mich an Ihren Ängsten und Befürchtungen, aber auch an Ihren Hoffnungen, Zukunftsplänen und Gegenentwürfen für Ihre unternehmerische Existenz von morgen und übermorgen teilhaben. Schreiben Sie mir Ihre Meinung.

In eigener Sache

Persönlich ans Herz legen möchte ich Ihnen an dieser Stelle zwei Dinge: Zum einen die Premiere meiner Classic Bike Days vom 27. bis 29. September in Eibelstadt bei Würzburg (Hotel Kapellenberg). Das wird ein Fest für Old- und Youngtimerfans! Wie gewohnt kombinieren wir bei diesem Event fachlichen Input, Technik, Spaß am Fahren, Kultur und Netzwerken. Eine einmalige Chance, sich über die Trends in einem immer wichtiger werdenden Geschäftszweig der Zweiradbranche auf den neuesten Stand zu bringen.

Das wird ein fachliches Fest für jeden Oldtimer-Profi

Das wird ein fachliches Fest für jeden Oldtimer-Profi

26.07.19 - Wertschätzung für die Schätzchen auf zwei Rädern: »bike und business« organisiert einen hochkarätigen Branchenaustausch zum Thema Oldtimer – mit Ausstellung, Fachkongress, Workshops, Diskussionen sowie All-Inclusive-Unterhaltungs- und Eventprogramm. lesen

Dazu haben wir ein fachliches Vortragsprogramm vom Allerfeinsten vorbereitet. Es sprechen u.a. Stephan Lehnen, Präsident des Deutschen Oldtimer Clubs und Andy Schwietzer, Kurator beim PS.Speicher Einbeck. Seine beiden Vorträge lauten: „Meilensteine der Motorradgeschichte: Streifzug durch die Motorradhistorie entlang der wichtigsten Modelle“ und „Klassische Motorräder: Zeiträuber oder Garagengold? Kategorien, Einordnung, Typen und Marken: Wertzuwächse oder Verluste?“

Weitere Themen sind: Worauf ist zu achten bei der Hereinnahme dieser alten Schätzchen? Wie entwickelt sich das Segment Vintage bei Bekleidung und Helmen? Spezielles Augenmerk legen wir auf die Youngtimer und das Thema Wertgutachten. Seien Sie mit dabei und verbinden Nützliches mit Schönem. Schließlich wird der arbeitsame Teil der Veranstaltung abgerundet mit einer wunderschönen Ausfahrt durch Mainfranken und den Steigerwald sowie kulinarische Köstlichkeiten aus der fränkischen Küche. Eine Weinprobe darf bei der Location natürlich nicht fehlen.

Wie immer können Sie die Kosten für die »bike und business«-Veranstaltungen von der Steuer absetzen. Das Finanzamt wertet die Teilnahme als betrieblich bedingte Weiterbildung und damit als Sonderausgabe. Hier geht's zur Anmeldung.

Und die zweite Herzensangelegenheit ist mir der Award „Bike Woman of the year“, den wir dieses Jahr im November zum fünften Mal an starke Frauen aus der Branche verleihen. Am 30. August ist Einsendeschluss für die Bewerberinnen (ich drücke auch ein Auge zu, wenn das Bewerbungsfilmchen und der mit Leben gefüllte Fragenkatalog erst am 2. September bei mir ankommt).

Was Sie tun müssen, um auf's Treppchen zu kommen, finden Sie auf unserer Landingpage. Vor allem lesen Sie dort auch, welche Vorteile eine Teilnahme für Sie hat und welche mediale Außenwirkung diesem Wettbewerb in seinem fünften Jahr inzwischen innewohnt. Es lohnt sich. Also frisch ran ans Werk: Zeigen Sie uns Ihre beruflich wie persönlich motivierte Begeisterung fürs Zweiradbusiness. Film ab!

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