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Deutschland plant ein Zweiradführerschein-Reförmchen

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Kleiner Lichtblick bei der 125er-Regel

Immerhin geht die Politik nun in dem neuen Papier auf die Pkw-Einschlussregelung in den 125er ein. Davon war in der ersten Gesetzesvorlage noch überhaupt keine Rede. Demnach soll ein Pkw-Führerscheinbesitzer nach 15 Jahren (!) Praxis im Straßenverkehr ohne Fahrschulausbildung eine Prüfung auf einer 125er-Maschine ablegen, um an die A1-Lizenz zu kommen. Freilich muss er dazu auch noch die notwendige theoretische Zweiradprüfung bestehen. Die Praxisprüfung soll nur auf einem Fahrschulfahrzeug erfolgen dürfen, was bedeutet, dass der Weg zum A1 doch wieder über die Fahrschulen geht, damit jene wieder die eine oder andere bezahlte Fahrstunde an den Mann oder die Frau bringen können. Von einem großen Reformentwurf kann heir freilich nicht die Rede sein.

Mutlos in die Zukunft?

Fazit: Wenn alles so kommt, wie bisher vorgezeichnet, dann verpasst Deutschland die Chancen, die in der 3. EU-Führerscheinrichtlinie liegen. Schade, doch Deutschland plant nur ein Zweiradführerschein-Reförmchen. Der deutsche Bürokratenapparat, mutlose Verkehrsexperten und ein überzogenes politisches (und gesellschaftliches) Sicherheitsdenken führt zur europaweit restriktivsten Auslegung der Gesetze. Das motorisierte Zweirad hat hierzulande einfach keine Lobby und in der Gesellschaft ein viel zu schwaches Standing.

Deutsche diskriminiert in Europa?

Der breiten Front der Führerscheinliberalisierer bleibt nun nur noch, die europäische Karte zu ziehen und auf eine Angleichung des Führerscheineintrittsalters 15 zu pochen. Im Vergleich zu ihren Altersgenossen in den südlichen Ländern werden die deutschen Teenager diskriminiert. Positiv zu bewerten wäre auch ein Modellversuch „Fahren mit 15“ zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Als Beispiel dient hier der vor kurzem zu Gesetz gewordene „Begleitetes Pkw-Fahren mit 17“-Führerschein. Auch damals war das Geschrei der Sicherheitsapostel groß, schreckliche Unfall-Horrorszenarien wurden an die Wand gemalt. Nach der Erprobung finden es nun plötzlich alle klasse. Tenor: Je frühzeitiger man Jugendliche an das komplexe Verkehrsgeschehen heranführt, desto umsichtiger und sensibler wird gefahren. Gebt der Jugend mehr Verantwortung - und sie wird uns beweisen, dass sie verantwortungsvoll am Verkehrsgeschehen teilnehmen!

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