Die andere Seite des Händlerschreibtisches

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 32/I), Folge 712: Die Meldung vom Wechsel des Leiters Motorrad bei Kohl Motorrad zu Yamaha Motor Deutschland schlug in der Szene hohe Wellen. Denn allzu selten holen sich die Werke...

...originären Händlersachverstand in ihre Reihen. Im Falle von Walter Herwartz-Emden, der nach dem Abschied von seinem Aachener Brötchengeber Kohl Motorrad nach vierzig Jahren (!) nun bei einem Motorradhersteller respektive Importeur angeheuert hat, ist das gewiss eine Win-Win-Win-Situation – für ihn und für Hersteller wie Händlerschaft. Auf Facebook »bike und business« wurde mein Posting am späten Freitag Nachmittag binnen weniger Stunden über zweieinhalbtausend Mal angeschaut und 21 Mal kommentiert. „Schlauer Zug“, hieß es da etwa. Oder: „Das ist ja cool“, „Viel Erfolg bei der neuen Herausforderung und Glückwunsch an Yamaha zu diesem Fang“ oder „Ein richtig Guter – für beide Seiten“.

Ich finde das auch: Walter kennt die Zweiradszene und vor allem die Welt der Zweiradhändler wie kaum ein anderer. Der Tausendsassa war vierzig Jahre in leitenden Postionen innerhalb der Aachener Kohl-Gruppe tätig. Da hat sich ein gewaltiger Erfahrungsschatz angehäuft. Wenn Yamaha sich mit dieser Personalie tatsächlich für den Weg einer nachhaltigen Händlernetzentwicklung entschieden hat – und so sieht es in der Tat aus – dann könnte Walter Herwartz-Emden als ausgewiesener Retail-Experte in der Firmenzentrale in Neuss einen Paradigmenwechsel herbeiführen. Nämlich den Erfolg des Herstellers wieder mehr von der Seite des Händlerschreibtisches aus zu sehen. Wie es geht, weiß Herwartz-Emden. Unter seiner Ägide hat Kohl Motorrad beim »bike und business«-Award „Motorradhändler des Jahres“ 2009 gewonnen und 2016 eroberte sich das Team den begehrten Award „Business Excellence“.

Der Weg wird kein leichter sein

Walters Weg wird kein leichter sein. Denn die Aufgaben bei Yamaha Deutschland sind vielschichtig: Weniger aber dafür größere und professionellere Händlerbetriebe, umfangreiche Investitionen in ein neues Ladenkonzept und CRM, Werkzeuge, Erschließung von neuen Kundengruppen – das sind schon ganz schöne Brocken für Händler der Marke mit der Stimmgabel in deutschen Landen. Mit Händlers Widerstand ist zu rechnen. Da wird Walters diplomatisches Geschick des öfteren gefragt sein.

Für Walter Herwartz-Emden mit seinen 63 Lenzen ist der neue Job fürwahr eine reizvolle Aufgabe. Als Manager in der neu geschaffenen Position des Managers Händlernetzentwicklung soll er sich zusammen mit drei weiteren Mitarbeitern um die Belange der Motorrad-, Marine-, Quad- und Side-by-Side-Händlern kümmern. Inhaltlich gehört dazu die regionale strategische Ausrichtung und Neuorientierung des Händlernetzes, aber auch Themen wie Händlerbetriebsvergleiche, betriebswirtschaftliche Schulungen oder auch Unternehmensnachfolge. Da kennt er sich gut aus.

Wir wünschen ihm dabei von Herzen alles Gute. Möge er die Herausforderungen des Seitenwechsels meistern und dabei die im Kern her gegensätzlichen Positionen und Widersprüche zwischen Hersteller und Händler so auflösen, dass am Ende beide Seiten (betriebswirtschaftlich) glücklich in die Zukunft marschieren. Wir drücken die Daumen.

Die Zusammenkunft in Aachen

Bleibt für mich als neugieriger Journalist nur die Frage zu klären, ob der deutsche Yamaha-Country Manager Marcel Driessen bereits im Rahmen seiner Teilnahme an der »bike und business«-Motorradtour 2018 in Aachen den Deal mit Herwartz-Emden eingefädelt hat. Mein fahraktives Netzwerkevent eröffnet da ja jede Menge Möglichkeiten. Und Hersteller sparen sich mitunter die Kosten für den Headhunter...

In eigener Sache

Persönlich ans Herz legen möchte ich Ihnen an dieser Stelle zwei Dinge: Zum einen die Premiere meiner Classic Bike Days vom 27. bis 29. September in Eibelstadt bei Würzburg (Hotel Kapellenberg). Das wird ein Fest für Old- und Youngtimerfans! Wie gewohnt kombinieren wie bei diesem Event fachlichen Input, Technik, Spaß am Fahren, Kultur und Netzwerken. Eine einmalige Chance, sich über die Trends in einem immer wichtiger werdenden Geschäftszweig der Zweiradbranche auf den neuesten Stand zu bringen.

Das wird ein fachliches Fest für jeden Oldtimer-Profi

Das wird ein fachliches Fest für jeden Oldtimer-Profi

26.07.19 - Wertschätzung für die Schätzchen auf zwei Rädern: »bike und business« organisiert einen hochkarätigen Branchenaustausch zum Thema Oldtimer – mit Ausstellung, Fachkongress, Workshops, Diskussionen sowie All-Inclusive-Unterhaltungs- und Eventprogramm. lesen

Dazu haben wir ein fachliches Vortragsprogramm vom Allerfeinsten vorbereitet. Es sprechen u.a. Stephan Lehnen, Präsident des Deutschen Oldtimer Clubs und Andy Schwietzer, Kurator beim PS.Speicher Einbeck. Seine beiden Vorträge lauten: „Meilensteine der Motorradgeschichte: Streifzug durch die Motorradhistorie entlang der wichtigsten Modelle“ und „Klassische Motorräder: Zeiträuber oder Garagengold? Kategorien, Einordnung, Typen und Marken: Wertzuwächse oder Verluste?“ Außerdem hat Klaus Limbächer von Limbächer & Limbächer sein Kommen zugesagt. Er wird sich meinen Interviewfragen auf der Bühne stellen und über seine Aktivitäten in der Klassikabteilung zu berichten. Selbstverständlich nimmt er auch an der Oldtimerausfahrt am Samstag teil. Dr. Wolf-Henning Hammer von der ETL–Kanzlei Voigt referiert zum Thema: „Rechtliche Probleme um das Classic Bike – u.a. Gewährleistung und Betriebssicherheit“.

Weitere Themen auf Deutschlands erster und einziger B2B-Motorrad-Old- und Youngtimerausfahrt mit fachlichem Rahmenprogramm: Worauf ist zu achten bei der Hereinnahme dieser alten Schätzchen? Spezielles Augenmerk legen wir auch auf die Youngtimer (Baujahr 1999 und älter) und das Thema Wertgutachten. Seien Sie mit dabei und verbunden Nützliches mit Schönem. Man kann auch auf Mopeds mitfahren, die im 21. Jahrhundert geboren sind (nimmt dann nur nicht an der Oldtimer-Wertung teil). Der arbeitsame Teil der Veranstaltung wird mit einer wunderschönen Ausfahrt durch Mainfranken und den Steigerwald sowie kulinarischen Köstlichkeiten aus der fränkischen Küche abgerundet. Eine Weinprobe darf bei einer solchen Location natürlich auch nicht fehlen.

Wie immer können Sie die Kosten für die »bike und business«-Veranstaltungen von der Steuer absetzen. Das Finanzamt wertet die Teilnahme als betrieblich bedingte Weiterbildung und damit als Sonderausgabe. Hier geht's zur Anmeldung.

Gesucht: Drehmomentstarke Frauen an und auf dem Motorrad

Gesucht: Drehmomentstarke Frauen an und auf dem Motorrad

05.08.19 - Zum fünften Mal suchen wir 2019 die „Bike Woman of the year“. Angesprochen fühlen sollen sich Frauen, die haupt- oder nebenberuflich rund ums Thema Motorrad ihr Geld verdienen, die hier ihre Berufung gefunden haben. Jetzt bewerben für den wertschätzenden Award. lesen

Powerfrauen gesucht

Und die zweite Herzensangelegenheit ist mir der Award „Bike Woman of the year“, den wir dieses Jahr im November zum fünften Mal an starke Frauen aus der Branche verleihen. Am 30. August ist Einsendeschluss für die Bewerberinnen (ich drücke auch ein Auge zu, wenn das Bewerbungsfilmchen und der mit Leben gefüllte Fragenkatalog erst am 2. September bei mir ankommt).

Was Sie tun müssen, um auf's Treppchen zu kommen, finden Sie auf unserer Landingpage. Vor allem lesen Sie dort auch, welche Vorteile eine Teilnahme für Sie hat und welche mediale Außenwirkung diesem Wettbewerb in seinem fünften Jahr inzwischen innewohnt. Es lohnt sich. Also frisch ran ans Werk: Zeigen Sie uns Ihre beruflich wie persönlich motivierte Begeisterung fürs Zweiradbusiness. Film ab!

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