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Die Bimota H2 Tesi: Wiederauferstehung

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Jan Matzke-Volk

Eigentlich galt der Motorradbauer Bimota als totgesagt. Doch auf der Eicma in Mailand erlebte die Kultmarke ihre eindrucksvolle Wiederauferstehung.

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Als Antrieb kommt ein Kompressor-Vierzylinder von Kawasaki zum Einsatz.
Als Antrieb kommt ein Kompressor-Vierzylinder von Kawasaki zum Einsatz.
(Bild: Bimota)

Zu den Perlen im italienischen Motorradbau zählt die Marke Bimota, die sich trotz einiger Ikonen immer mal wieder nahe und auch jenseits des wirtschaftlichen Abgrunds bewegte. Künftig könnten für die Kultmarke stabilere Zeiten anbrechen, denn 49,9 Prozent der Anteile gehören nun Kawasaki, wie im Rahmen der Eicma bekannt wurde. Zugleich wurde die neue Tesi H2 enthüllt – ein edles Sportmotorrad ganz in der Tradition der Marke Bimota, allerdings mit Kawasaki-Motor.

Trotz des Einstiegs von Kawasaki behält der bisherige Eigner, der Schweizer Marco Chiancianesi, mit 50,1 Prozent die Anteilmehrheit an Bimota. Dennoch dürfte der Einstieg von Kawasaki starken Einfluss auf die Antriebe künftiger Modelle haben, die in der Vergangenheit zumeist von Ducati, Honda, Suzuki und Yamaha stammten.

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In der neuen Tesi H2, dies deutet der Modellname bereits an, kommt hingegen der Motor des Hypernaked-Modells Z H2 von Kawasaki zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Reihenvierzylinder mit 998 Kubikzentimeter Hubraum, der in der Z H2 dank Kompressoraufladung 147 kW/200 PS leistet.

Scharfe Kanten – glatte Flächen

Statt auf eine Gitterrohrahmenkonstruktion wie beim Antriebsspender setzt Bimota auf einen Omegarahmen aus Aluminium. Während beim Hinterrad eine Bananenschwinge aus Aluprofil zum Einsatz kommt, setzt man vorne auf eine oft auch als Achsschenkellenkung bezeichnete Radnabenlenkung. Bereits Anfang der 90er-Jahre hat Bimota Technikfreunde mit dieser ungewöhnlichen Lösung beim Modell Tesi 1D begeistert. Die von Bimota damals patentierte Radnabenlenkung erlebte 2005 und 2007 in den Modellen Tesi 2D beziehungsweise 3D jeweils ihr Comeback.

Wie einst Tesi 2D und 3D zeichnet sich die H2 außerdem durch einen wilden Wechsel von scharfen Kanten und glatten Flächen aus. Dadurch entsteht ein besonders zerklüfteter Eindruck. Typisch für Bimota sind zudem die Farben Rot, Weiß und Schwarz.

Angesichts der Technik und Materialwahl dürfte die Tesi H2 ganz in der Tradition Bimotas sehr teuer werden. Doch ebenso wie die technischen Daten wird der Preis erst nächstes Jahr verraten, wenn die H2 auf den Markt kommt.

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