Die IAA durch die Zweiradbrille

810.000 Besucher der 67. Auflage der größten Autoshow der Welt bekamen auch einige interessante Exponate von Ausstellern aus der Welt der Zwei- und Dreiräder zu sehen – ein launiger Messespaziergang.

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Einsam, aber nicht allein auf weiter Flur: Die Ducati X-Diavel auf dem Audi-Stand der IAA 2017.
Einsam, aber nicht allein auf weiter Flur: Die Ducati X-Diavel auf dem Audi-Stand der IAA 2017.
(Bild: Stephan Maderner)

Mit voller Ledermontur über die größte Autoshow der Welt, der IAA, zu spazieren, gehört alle zwei Jahre zu den Lieblingsaufgaben eines »bike und business«-Redakteurs. So geschehen am 12. September, dem Pressetag der Internationalen Automobil-Ausstellung 2017. Wie immer in den vergangenen Jahren wollten wir schauen, was die Frankfurter Autoshow für uns Zweiradler so zu bieten hat – und reisen stilbewusst mit dem Motorrad an. Es lohnte sich, wie immer (siehe Bildergalerie).

IAA 2017 durch die Motorradbrille
Bildergalerie mit 35 Bildern

Dieses Jahr war u.a. Segway da, und Boom Trikes stellte seinen E-Cruiser aus, mit dessen Prototyp wir bereits im Sommer bereits fahren durfte. Außerdem gab es beim Trikespezialisten aus Sontheim/Brenz auch noch die Weltpremiere der neuen Dreiradmarke Grizzly zu feiern. Die drei Tykesson-Strombrüder aus Remagen ließen die IAA-Besucher auf ihren neuen Kumpan Electric-Elektroscooter Probefahren. Carsten Eckert von MSA Germany stellte seinen Quadro4 aus (mit Pkw-Führerschein fahrbar) und rückte die Pedelec-Marke Trenoli in den Fokus, scheute sich auch nicht, seinen bereits ausverkauften neuen Großroller AK 550 zu präsentieren. Ein echter Bikehammer und Blickfang auf dem Continental-Stand war eine Brough Superior.

Traditionell fehlten auch in der großen BMW-Halle 11 die Motorräder nicht. Im Rampenlicht stand zweifellos die spektakuläre Elektroroller-Studie der weiß-blauen Marke namens Concept Link. Bei Audi fanden wir lediglich ein Bike neben den Autos posieren: die emotionale Ducati XDiavel. Am Stand von Suzuki und Honda gab es wie immer auch ein paar Motorräder zu sehen. Was wir vorab bereits wussten: Bei AMG Mercedes brauchten wir uns dieses Jahr nicht auf die Suche nach den Italobikes von MV Agusta zu machen, weil sich die Edeltuner von ihrem 25-Prozent-Anteil verabschiedet hatten. Der Autovorhang fällt und viele Fragen offen?

Und wie ist die IAA 2017 insgesamt gelaufen?

Nicht ganz, denn zumindest können wir Ihnen die Zahlen der offiziellen Messestatistik präsentieren. Die 67. IAA Pkw, die am vorvergangenen Wochenende zu Ende ging, zog – allen Unkenrufen wegen Dieselgate und sonstigen Schummeleien zum Trotz – 810.000 Besucher an. Vor zwei Jahren waren knapp 932 000 Menschen zur IAA aufs Messegelände geströmt. Der tiefe Sturz blieb aus, obwohl etliche bekannte Marken wie Fiat, Tesla, Peugeot oder Volvo der Messe fernblieben. Die IAA wandelt sich zum Event mit Schwerpunkt Mobilitätsthemen – vom Automobilhersteller über IT- und Vernetzungsspezialisten bis hin zum Mobilitätsdienstleister. Gleichwohl gaben Autohersteller und Zulieferer starke Statements zur Entwicklung der Elektromobilität, aber auch zum klassischen Verbrennungsmotor ab. Allein die deutschen Hersteller haben über 150 E-Modelle gezeigt. Insgesamt gab es 228 Weltpremieren.

Facebook, Google & Co.

Mit der New Mobility World (NMW) bot die IAA ein zusätzliches Format für alle neuen Player der Mobilitätswelt. Sie brachte gezielt Innovatoren aller Branchen zusammen, die neue Lösungen, Technologien oder Produkte für die Mobilität von morgen und übermorgen entwickeln. Die größten IT- und Tech-Firmen – u. a. Facebook, Google, SAP und Qualcomm – waren vertreten. Der Fachbesucheranteil betrug etwa 35 Prozent, rund 65 Prozent waren autobegeisterte Bürger. Die 68. IAA Pkw findet vom 12. bis 22. September statt. Vorgeschaltet sind die Pressetage am 10. und 11. September 2019. Spätestens dann werden wir wieder unsere Zweiradbrille aufsetzen und zwischen den Autos nach Motorädern und verwandten Themen zu suchen.

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