Die inneren Werte zählen

Dritter Platz beim Motorradhändler der Jahres 2018

| Autor / Redakteur: Gerd Hoffmann / Viktoria Hahn

Mit dem schwarzen Kawasaki-Outfit passt das Herold-Team perfekt zu Halloween. Ob auch die Teambekleidung mit der Deko wechselt?
Mit dem schwarzen Kawasaki-Outfit passt das Herold-Team perfekt zu Halloween. Ob auch die Teambekleidung mit der Deko wechselt? (Bild: Jan Rosenow)

Der Kawasaki-Händler Herold in Nürnberg ist außen nicht auf schick getrimmt, doch die Herzlichkeit der beiden Chefinnen schlägt die Kunden sofort in den Bann. Und unternehmerisch haben Mutter und Tochter auch alles im Griff.

Doppelte Frauenpower

Einen bestens organisierten Familienbetrieb mit doppelter Frauenpower erleben die Kunden, wenn sie das Kawasaki-Geschäft Herold direkt neben Aldi in der Nürnberger Innenstadt aufsuchen. Lage und erster Eindruck lassen nicht die tolle Qualität erahnen, die geboten wird. Auch nach der Durchfahrt auf den Hinterhof ist nur eine „spröde Romantik“ zu verspüren. Beim Betreten des Geschäfts folgt umgehend ein Aha-Erlebnis: wirkliche Begeisterung fürs Motorrad und Liebe zum Detail. Letztere äußert sich unter anderem in ausgefallener saisonaler Dekoration.

Das Familienunternehmen entstand bereits vor 60 Jahren in Lauf an der Pegnitz zuerst als Geschäft für Kinderwagen und Fahrräder und wurde dann in einen Kfz-Betrieb mit Tankstelle umgewandelt. Auch heute besteht noch der Standort Lauf, wo Autos der Marke Peugeot neben den Kawasaki-Motorrädern im Showroom stehen. Neben der Tankstelle gibt es auch noch eine „Pizza-Werkstatt“ als Restaurant und Lieferdienst. Die Geschwister Herold übernahmen in den Achtzigerjahren von ihrem Vater und dem Onkel das Geschäft. Während der Bruder sich den technischen Themen widmete, übernahm Beate Winkler den kaufmännischen Part. Sie kam aus der Hotelbranche, hatte eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und dann als Bilanzbuchhalterin gearbeitet. Seit 1984 gab es den Kawasaki-Händlervertrag für Lauf; 2003 erfolgte die Übernahme des Kawasaki-Betriebs in Nürnberg. Dieser wurde in den nächsten zehn Jahren nacheinander von vier angestellten Geschäftsführern mit oft wechselnden Mitarbeitern eher schlecht als recht geleitet. Die Vergleichszahlen zwischen Lauf und Nürnberg veranlassten Beate Winkler im Jahr 2014, das Geschäft in Nürnberg selbst in die Hand zu nehmen.

Als begeisterte Motorradfahrerin und Kauffrau übernahm sie das Ruder mit Herz und Verstand. Die Umsatzsteigerung von 65 Neu- und null Gebrauchtmotorrädern auf 160 Neue und 180 Gebrauchte per Oktober 2018 beweist die Wichtigkeit und den Erfolg dieses Schrittes. Schon bald erhielt Beate in ihrer Tochter Katharina, die mit ihr das Motorradhobby teilt, eine engagierte Mitstreiterin. Katharina Winkler hatte bereits für ihren Wunschberuf als Eventmanagerin im Sport ein Studium erfolgreich abgeschlossen, als sie wegen Personalnot im Geschäft einsprang. Und sie blieb, weil es Spaß machte und es mit der Mutter als Chefin passte. „Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt“, kommentiert sie schmunzelnd. Wie selbstverständlich machte Katharina dann noch die Ausbildung zur Bürokauffrau und schaffte so die Grundlage für die noch laufende Nachfolge.

Inzwischen ergänzen sich Mutter und Tochter gleichberechtigt in der Geschäftsleitung, wobei Beate mehr die Buchhaltung und Katharina stärker das Marketing verantwortet. Mit beiden Powerfrauen an der Spitze eines motorradversessenen Teams steht der Betrieb heute bestens; jeder Kauf ist ein Kundenevent erster Güte. Kaum verwunderlich ist da der Status der analogen, gut sichtbaren Abfrage der Kundenzufriedenheit mittels grünen und roten Bällen in zwei Acrylsäulen mitten im Geschäft: 100 Prozent grün! Bestimmend sind im Store die große Auswahl an Motorrädern, das Bekleidungssortiment und interessantes Zubehör. Zudem schaffen es die Geschäftsfrauen, saisonale Themen und Anlässe in die Ausstellung mit einzubauen. Die Jury empfing eine Halloween-Dekoration, die bereits für eine am folgenden Wochenende geplante Party arrangiert war. An dieses Event, das in Nürnberg mittlerweile Kultstatus genießt, schließt sich der „Herold-Winter“ an. Insgesamt sechs bis acht verschiedene Deko-Themen wechseln sich im Jahreslauf ab.

„Die Susi“ ist mittlerweile stadtbekannt

Die Marke Herold steht im Mittelpunkt aller Werbe- und Marketingkampagnen. Dazu gehört auch die in der ganzen Region bekannte Radiowerbung von Herold mit ihrer fränkelnden „Susi“, die mit frechen Sprüchen die Hörer von zwei Lokalsendern nach Lauf und Nürnberg zu Herold holt. Diese Stimme ist exklusiv für Herold unterwegs; die Spots kennt jeder, auch wenn sie nicht jeder mag – ähnlich wie „Seitenbacher“. Kunden kommen in die Geschäfte, um Susi zu sehen. Nach der kecken Radioansage von Susi „ich bin wieder frei“ standen einige kontaktbereite Männer mit ernsten Absichten in der Tür. Susi ist natürlich auch auf der Homepage zu hören und geplant ist, den Anrufbeantworter durch Susi besprechen zu lassen. Das Herold-Team besteht aus neun Mitarbeitern, von denen vier in der Werkstatt arbeiten. Natürlich bildet der Betrieb aus. „Wir müssen selber etwas unternehmen, sonst bekommen wir keinen Nachwuchs“, erklärt Beate Winkler. Außer zwei Auszubildenden in der Werkstatt gibt es eine kaufmännische Auszubildende.

Die Werkstatt erwirtschaftet rund 60 Prozent der Erträge. Philip Weber leitet sie. Er ist ein Spezialist, der 2012 in Wien zum Werkstatteuropameister gekürt wurde und seit seiner Ausbildung bei Herold tätig ist. „Kunden, die nicht zu 100 Prozent zufrieden sind, darf es bei Herold nicht geben“, lautet sein ehrgeiziger Anspruch. Bei täglich circa 20 Werkstattdurchläufen ein hohes Ziel, das regelmäßig erreicht wird. Philip Weber hat ein penibles und zugleich schnelles Team. Vorlaufzeiten von vier bis sechs Wochen sind in der Hochsaison dennoch nicht zu vermeiden, Notfälle werden selbstverständlich dazwischengenommen. Es ist eine gläserne Werkstatt, bei der Kunden gerne schauen dürfen. Motorräder aller Marken sind willkommen, die notwendige Prüftechnik und das Know-how sind vorhanden. Im Meisterbüro hängt die Werkstatttafel als analoges Schaubild, zeigt offene und erledigte Aufträge sowie den Auslastungsgrad, damit alle Mitarbeiter sofort sehen, was ansteht. Gegenüber das Pendant, das die betriebswirtschaftliche Situation im Verkauf widerspiegelt. Hier wird jeder Mitarbeiter umfassend und klar informiert und auf den Weg des Herold’schen Geschäftserfolgs mitgenommen.

Alle Kunden sind im Dealermanagement-System Loco-Soft gespeichert. Monatlich versenden die Geschäftsführerinnen einen Newsletter, und zwar getrennt nach Pkw-, Tankstellen- und Motorradkunden. Einladungen zu Veranstaltungen und Aktionen erfolgen ebenfalls online und je nach Kunde auch als Print. Die neu gestaltete Homepage enthält alle Informationen zu Team, Marken und Leistungen von Herold. Facebook und Instagram werden intensiv genutzt. Die Azubis haben entschieden, einen Blog zu pflegen, auf dem auch die ein oder andere „Lebensweisheit“ für junge Menschen vermittelt wird.

Jede Onlinebewertung wird beantwortet

Onlinebewertungen widmet der Betrieb besondere Aufmerksamkeit; jeder Kritiker erhält eine E-Mail, in der sich Herold für das Feedback bedankt sowie offene Fragen oder Unklarheiten ausräumt. Sowohl bei Google als auch bei Mobile.de erreicht Herold mit über 4,7 Punkten hohe Zustimmung. Unlängst kam ein Kunde aus Ingolstadt zu Herold nach Nürnberg mit der Erklärung, er wollte zum Kawasaki-Händler mit der besten Bewertung im Süden. Was können die Kunden erwarten? Neben dem Komplettangebot an aktuellen Modellen der vertretenen Marken und dem passenden Zubehör sowie Bekleidung bietet Herold gemäß dem Wahlspruch „Alles aus einer Hand“ organisierte Reisen, Landkarten für Motorradtouren, Kundenflyer mit Sonderangeboten und -programmen, rund 30 Vorführ- und Mietmotorräder, Ausfahrten für Damen, Ausfahrten für Herren, von ansässigen Fahrlehrern geführte Touren, Drachenfest, Frühlings-, Sommer- und Oktoberfest, Weihnachtsevent, Wintereinlagerung für etwa 130 Fahrzeuge und mehr. In den nächsten Jahren soll dringend das Erscheinungsbild der Immobilie verbessert werden. Da der Eigentümer nicht investieren will, soll umgezogen oder neu gebaut werden – dann verkehrsgünstig, mit viel Platz und einer attraktiven Außenansicht. Auch besteht die Überlegung, eine weitere interessante Marke dazuzunehmen. Die Jury freut sich schon jetzt auf diese tollen Aussichten und gratuliert den Winkler-Chefinnen und natürlich ihrem tollen Team zum 3. Platz beim Motorradhändler des Jahres!

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