Die Knaller des Jahres 2018

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Stephan Maderner

DAs ist doch mal ein guter Vorsatz: 2018 wird jeder Tag ein Knaller. Die Idee für diese Weihnachtskarte, die die Redaktion von »bike und business« erreichte, stammt von der Münchner Werbeagentur Sassenbach Advertising.
DAs ist doch mal ein guter Vorsatz: 2018 wird jeder Tag ein Knaller. Die Idee für diese Weihnachtskarte, die die Redaktion von »bike und business« erreichte, stammt von der Münchner Werbeagentur Sassenbach Advertising. (Bild: Stephan Maderner)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 3/2018/I), Folge 563: Mit diesem Speedlog starten wir in die neue Motorradsaison. Motto: 2018 wird auf jeden Fall ein Knaller, zumindest jeden Dienstag und Freitag...

...oder so ähnlich. Weil nämlich an diesen Werktagen der »bike und business«-Newsletter erscheint, den die Branche in den vergangenen vier Wochen so schmerzhaft vermisst hat (hoffe ich zumindest). Nein, mal ernsthaft. Ich wünsche Ihnen allen erst einmal ein gutes und allzeit gesundes und unfallfreies Neues Jahr mit möglichst vielen selbst gefahrenen Motorradkilometern. An erster Stelle hoffe ich, dass Sie Ihre Akkus in der traditionell ruhigen Zeit zwischen den Jahren wieder aufgeladen haben. Denn nur so sind sie fit und bereit für die Herausforderungen, vor denen die Zweiradbranche 2018 steht.

Tiefgreifender Strukturwandel

Der tiefgreifende Strukturwandel, forciert vor allem durch verändertes Kunden- und Konsumverhalten oder die fortschreitende Digitalisierung, hat Motorradhersteller, Lieferanten und Handel mit voller Wucht getroffen. Die Transformation ist in vollem Gange. Beispiele gefällig? Yamaha Motor Deutschland strukturiert um und baut bei seinen Zukunftserwartungen auf einen neuen Country Manager. Marcel Driessen, der von Ducati Motor Deutschland von Köln nach Neuss wechselt, soll die Marke hierzulande auf einem zukunftssicheren Weg halten. Eine Maßnahme hierfür –, die allerdings nicht unbedingt mit der prominenten Personalrochade zu tun haben muss – ist die Opferung des deutschen Yamaha R6-Cups auf dem Altar der Controller. Noch ist es zu früh abzuschätzen, was die Chefpersonalie für das Yamaha-Händlernetz bedeutet. Oder nehmen wir Hein Gericke. Wie es im Insolvenzverfahren des Düsseldorfer Filialisten weiter geht, ist noch völlig offen.

Lichtschimmer dagegen im Schwarzwald! Touratech hat sich mit dem neuem Eigentümer Happich und neuer Führungsmannschaft neu aufgestellt und hofft nach den Insolvenzturbulenzen des vergangenen Jahres auf den operativen Aufschwung. Alberto Reinhart heißt der neue CEO. Am Standort Niedereschach wurde mit dem Gros der alten Belegschaft der Geschäftsbetrieb aufgenommen.

Die interessante Meldung aus dem Lieferantenbereich: Der Schmierstoffanbieter Liqui Moly sucht sein Vertriebsglück unter dem Dach des milliardenschweren Werkstattausrüsters Würth. Und so weiter und so fort. Allein diese Top-Meldungen zum Jahresbeginn zeugen vom rasanten Wandel, denen die Player der Branche ausgesetzt sind.

Neuzulassungsstatistik: Rückkehr zur Normalität

Wie immer geht der Industrieverband Motorrad mit gesundem Optimismus voran. Die Essener Funktionäre sehen die deutsche Motorradbranche voller Zuversicht in das Intermot-Jahr 2018 starten. Die Euro3/Euro4-Zulassungsturbulenzen seien Vergangenheit, der Markt (der 2017 rein statistisch fast ein Fünftel zurückging) werde sich dieses Jahr bereinigen und wieder zur Normalform auflaufen. In gut acht Monaten öffnen sich die Tore der Kölner Intermot, die laut IVM-froher-Botschaft „für einen einzigartigen und emotionalen Ausblick auf alles, was unsere Leidenschaft zum Motorrad hochleben lässt“ sorgen wird. Fragt sich nur, ob die erwartete emotionale Welle auch die Kassen der Händler klingeln lässt.

Offene Fragen gibt es auch andernorts. Zum Beispiel in der Rennsportszene. Was passiert mit der IDM? Gibt es Hoffnung, dass die zunächst gestoppte Rennserie doch noch weiter laufen kann? Immerhin erreichte uns kurz vor Weihnachten die Presseinfo der Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, welche der ausrichtenden AG Motorsport des Industrie-Verbandes Motorrad e.V. und der Wirtschaftsdienst GmbH des DMSB e.V. Kooperationsverträge unterbreitet hat, die IDM ab 2018 als Promoter fortzuführen. Immerhin hätten die Gesellschafter der Motor Presse einer Entscheidungsvorlage zur Durchführung der IDM 2018 zugestimmt. Schaun wer mal, ob dieser Solidarpakt am Ende Früchte trägt.

Das Jahr des Controllings?

Irgendwie scheint derzeit vieles und alles auf dem Prüfstand zu stehen. Nicht nur in der Industrie und bei den Lieferanten. Lohnt sich dieses oder jenes Event? Viele Händler fragen sich, ob eine aktive Teilnahme an einer Regionalmesse die hohen Kosten rechtfertigt oder man am Ende nur drauflegt. Soll man lieber auf einen Stand verzichten und das Geld für die direkte Kundenansprache zielgerichteter einsetzen, etwa über digitale Kanäle oder auf eigenen Veranstaltungen? Fragen über Fragen, und keine leichten Antworten. Mich interessiert an dieser Stelle wie immer Ihre Meinung: Was ist ihr wichtigster Vorsatz 2018, welche Herausforderung die größte? Ich freue mich wie immer auf Ihre Antworten. Schicken Sie mir eine Mail oder funken Sie mich auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube an oder wo auch immer Sie mögen.

GroKo(hle) für alle?

Und was passiert auf politischer Ebene? Aus Sicht der Branche dürfte es relativ gleichgültig sein, welche Koalition in Berlin letztendlich ans Regierungsruder kommt. Gleich ob GroKo oder eine Merkel-Minderheitenregierung – in punkto Bürokratieabbau, Deregulierung oder Schaffung eines positiven Investitions- oder Konsumklimas darf die Motorradbranche keine allzu großen Hoffnungen hegen. Die motorisierte Zweiradszene sollte schon froh sein, wenn nicht noch weitere Restriktionen drohen (Lärm, Abgase, Streckensperrungen) und man die Branche, die vielen inzwischen „stinkt“, in Ruhe lässt. Das ökonomische Deutschland läuft momentan auch ohne politische Führung rund.

Als Menetekel sehe ich die eben beschlossene Tempo 80-auf-Landstraßen-Direktive der französischen Regierung. Immer mehr Verbote, Verbote, Verbote...Wer braucht da noch Kraft- und PS-strotzende Reisebikes wie eine BMW S 1000 XR, Ducati Multistrada 1260 S, Kawasaki Z 1000 SX oder KTM 1290 Super Duke GT? Oder gar Supersportler wie Ducati Panigale, Honda Fireblade oder Suzuki GSX 1000 R? Sportsgeist auf der Straße – das ist wohl endgültig perdu, zumindest „en France“.

UMFRAGE
Wie würden Sie Ihr gegenwärtiges Geschäftsverhältnis zu Ihren Motorradherstellern beschreiben?

Bestens, bin super zufrieden

10 %

Es passt weitgehend alles

10 %

Könnte besser sein

21 %

Bin ziemlich unzufrieden

22 %

Einfach katastrophal

37 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Bikelobby in Brüssel

An der eher kritischen politischen Bike-Gesamtwetterlage wird auch der europäische Verband Acem (Association des Constructeurs Européens de Motocycles) nur schwerlich etwas ändern können. Er lädt am 24. Januar zu seiner 13. Jahreskonferenz nach Brüssel. Vertreter der verschiedenen nationalen Verbände, des europäischen Parlaments und der europäischen Kommission wollen sich am Austausch rund um die Zukunft der motorisierten Zweiradmobilität beteiligen. Es steht leider zu befürchten, dass hier in Brüssel an einem Mittwoch Sonntagsreden gehalten werden.

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