Die Rückkehr einer Motorradikone

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 15/2017/I), Folge 495: „Wagnis, Kapital und eine customized Zukunft“...

...lautet die Headline über der aktuellen Top-Meldung der »bike und business«-Homepage. Die Rede ist von der legendären italienischen Kultmarke Moto Morini. Turbulent ging es zu in der Eigentümerstruktur der vergangenen gut dreißig Jahre - was wohl Firmengründer Alfonso Morini (1898 bis 1969) zum ständigen Auf und Ab seines Babys gesagt hätte? In der Vergangenheit wurde die Marke – wie so häufig bei Bikefirmen italienischer Provenienz – von einem zum anderen Investor gereicht.

Eigentümer wie Sand an der Amalfi-Küste

1986 fiel das berühmte Bikelabel in die Hände der Gebrüder Castiglioni, die in ihrem Konzern neben den Marken Cagiva, Ducati und Husqvarna damals auch Moto Morini unter ihr Dach steckten. In die Eigentümerliste eintragen wollte sich auch einmal Paolo Berlusconi, der Bruder des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten, mit seiner Firma Nuova Garelli. Oder Eagle Bike mit den beiden Mailänder Unternehmern Sandro Capotosti und Ruggeromassimo Jannuzzelli. Führte aber letztendlich immer in die Sackgasse oder vors Insolvenzgericht.

Geld von Autjann

Nun hat sich der in Mailand registrierte Fonds Autjann s.r.l. in die Firmenhistorie eingeschaltet. Die Finanzspritze der Geldgeber mit Familienhintergrund soll Moto Morini endlich den Stoff für eine nachhaltige und stabile Zukunft zuführen.

Gestern klingelte das Telefon bei mir, im Display eine italienische Vorwahl-Nummer. Am Hörer: Export- und Salsesmanager Riccardo Bertaggia. Er sucht derzeit für Moto Morini leidenschaftliche neue Händler in Deutschland, Frankreich und in UK. Sie sollen Bock haben, ihrer anspruchsvollen Klientel ein luxuriöses Spielzeug zu verkaufen, das komplett individualisiert und passgenau umgestaltet werden kann. Was Moto Morini nach eigenen Angaben bietet? Überdurchschnittlich hohe Handelsmargen, Werbung und technischen Support direkt vom Hersteller, darunter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Technikschulungen und 24/48-Stunden Ersatzteillieferungen. Kern des neuen Business soll der Output der „One-Off“-Abteilung im Werk (oder besser der Manufaktur) sein. Die Jahresproduktionskapazität beträgt derzeit 500 Einheiten!

UMFRAGE
Wie würden Sie Ihr gegenwärtiges Geschäftsverhältnis zu Ihren Motorradherstellern beschreiben?

Bestens, bin super zufrieden

9 %

Es passt weitgehend alles

9 %

Könnte besser sein

20 %

Bin ziemlich unzufrieden

23 %

Einfach katastrophal

39 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Customized für Customers

„One-Off -Abteilung, was ist denn das? Sie stellt in der Manufaktur Trivolzio (vor den Toren Mailands) individualisierte Unikate-Motorräder her! Als Basisbike dient die neue Corsaro ZZ. Jedes einzelne Motorrad kann zu 100 Prozent individuell nach Kundengusto entworfen und gebaut werden. Rahmen, Karosserie, Lenker und Sitze lassen sich individuell anpassen. Motto: „Customized for Customers“. „Das Bodywork der Maschine wird von professionellen italienischen Designern begleitet“, so Bertaggia. Ein ganz besonderer Service, der bei einem Motorradhersteller seinesgleichen suche - so zumindest die Vorstellung der neuen Moto Morini-Eigentümer.

Wir werden den weiteren Weg der Marke sachlich-kritisch begleiten. Die Company möchte künftig jedes Jahr ein neues Bike auf den Markt bringen. In der Pipeline steckt bereits eine neues Vintage-Sport-Bike und ein neuer Scrambler. Beide Bikes sollen auf der EICMA im November 2017 in Mailand vorgestellt werden. Es bleibt spannend.

Moto Morini: Wagnis, Kapital und eine customized Zukunft

Moto Morini: Wagnis, Kapital und eine customized Zukunft

10.04.17 - Moto Morini wagt mit frischem Kapital aus den Töpfen des italienischen Fonds Autjann s.r.l. den wirtschaftlichen Neustart. lesen

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