Die schwierige Suche nach dem Unternehmens-Nachfolger

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 26/2015/I). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 23. Juni 2015 – Was tun, wenn die Inhaber eines Motorradgeschäftes langsam in die Jahre kommen, zwar immer noch richtig Spaß haben am operativen Business, aber trotzdem beizeiten einen Nachfolger fürs Geschäft suchen und - verdammt noch eins - keinen finden? Die Nachfolge zu planen ist nämlich eine sehr große Herausforderung für Unternehmer.

Davon hat mir jüngst am Telefon Klaus Natuschke von Natuschke & Lange in Delmenhorst ein Lied gesungen. Zusammen mit seinem Kompagnon Horst Lange betreibt er dort einen arrivierten Mehrmarkenhandel (Yamaha, Suzuki, KTM, Indian und Peugeot), der schon mehrfach bei unserem Award „Motorradhändler des Jahres“ in den Top-Ten gelandet ist. Wir sprachen darüber, wie wichtig es ist, bei der vielschichtigen Aufgabe, einen passenden Nachfolger zu finden, wirtschaftliche und persönliche Aspekte in Einklang zu bringen. Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die beiden fleißigen Unternehmer mit der Frage nach der Zukunft des Betriebs. Kein Druck, keine Eile - nur frühzeitige und nachhaltige Pläne. Checklisten werden gewälzt, wie sie zum Beispiel die Volks- und Raiffeisenbanken, aber natürlich auch andere Institute, zur Verfügung stellen. Stets kehren die wichtigsten und zentralen Fragen zurück auf die Agenda - und können nicht beantwortet werden, weil geeignete Kandidaten fehlen. Erstens: Der Nachfolger. Ist eine Nachfolge innerhalb der Familie geplant, übergeben Sie an einen externen Nachfolger bzw. das bisherige Management oder verkaufen Sie an ein größeres Unternehmen? Zweitens: Der Kaufpreis: Entgeltliche oder unentgeltliche Übergabe? Oder sind Sie aufgrund der steuerlichen Vorteile noch unentschieden? Drittens: Das Eigentum. Sollen Kapital und Führung in einer Hand bleiben? Oder ist auch ein Fremdmanagement denkbar, während die Familie Eigentümer bleibt? Beachten Sie eventuelle Gleichstellungsprobleme von Geschwistern. Viertens: Der Versorgungsaspekt. Ist Ihre Versorgung auch ohne Erträge aus dem Unternehmen gesichert, oder sind sie auf die Unternehmensverwertung wirtschaftlich angewiesen? Fragen über Fragen, die »bike und business« in der Vergangenheit immer wieder versucht hat, zu beantworten. Leider gibt es zur Lösung des Problems kein Patentrezept. Doch wir bleiben dran am Ball. Das ist unsere Aufgabe. Wachzurütteln und die Themen zu bringen, die Sie nach vorne bringen. Wer spezielle Wünsche hat, welches heiße Eisen ich an dieser Stelle mal anpacken sollte, schicke mir bitte eine Mail an stephan.maderner@vogel.de. Sie wünschen, wir spielen!

Grandios gestartet sind wir mit unserem neuen Award Bike Woman of the year. Innerhalb kürzester Zeit wurden unsere im Netz zur Verfügung gestellten Bewerbungsunterlagen 14 mal downgeloaded. Ein tolles Ergebnis. Es zeigt, dass die Zeit reif ist, den Frauen in der männerdominierten Branche endlich stärkere Beachtung zu schenken. Das tut auch BMW Motorrad Markt Deutschland. Die weiß-blaue Truppe hat kürzlich über neue Trends im Gender-Marketing diskutiert. Am 16. Juni trafen sich im Berliner BMW-Werk zwölf Teilnehmerinnen aus Handel, PR, Unternehmenskommunikation sowie Marketing. Sie alle bringen Sachverstand, eigene Motorrad-Erfahrung und Business-Engagement mit. Das Ziel: Mehr Frauen für das Motorradfahren zu begeistern.

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