Die unglaubliche Reise zu den Top-Dealern, Volume I

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Symbolträchtige Werbung pro Zweiradhandwerk: Anna Wieden und Stephan Maderner.
Symbolträchtige Werbung pro Zweiradhandwerk: Anna Wieden und Stephan Maderner. (Bild: Steffen Dominsky)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 38/2016/II), Folge 448: Was war das für eine aufregende Businesswoche? Unterwegs mit den Kollegen der Jury des Awards „Motorradhändler des Jahres“ bei den besten Dealern Deutschlands. Unser alljährlicher Roadtrip...

...führte uns erst einmal in den hohen Norden. Gestartet sind wir bei Italmoto/Motorradwelt Hannover. Dort liebt man nicht nur die Bikes italienischer Provenienz wie Ducati, Aprilia, Moto Guzzi und Piaggio/Vespa sondern auch die kraftvollen Dreizylinder made in UK. Jacqueline Sassnick und ihr Team machen das Einkaufen und den Servciebesuch in Garbsen zum Triumph für Kunden. Klasse Showroom, großzügiges Platzangebot für gebrauchte und neue Motorräder, eine Werkstatt, die nur so vor Kompetenz sprüht.

Sorge dich nicht, lebe deinen Bike-Traum

Die zweite Etappe führte uns an der A7 entlang weiter Richtung Norden. Matthias Sorge und sein Team Orange von Zweiradsport Meine in Bispingen brennen exklusiv für KTM. Was für ein Standort - direkt an der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindung zwischen Hannover und Hamburg gelegen, der Snowdome und eine Go-Kart-Halle in unmittelbarer Nachbarschaft sowie Freizeiteinrichtungen wie den Heidepark und ein Mode-Outlet-Center um die Ecke sind Garant für Traffic ohne Ende. Das Geschäft läuft nicht nur bei den Big Bikes rund sondern auch bei der Duke 125, die ihm die Jugend aus der Hand reißt. Die Mopeds können gar nicht schnell genug vom Werk in Indien rangeschifft werden. Sorge trägt Sorge dafür, dass die junge Kundschaft das Businessblut auffrischt und der Firma nachhaltig gute Zukunftsperspektiven beschert.

Mein lieber Scholly

Nach der authentischen Übernachtung in heimliger Dorfatmosphäre im Hotel zur Post in Steimbke – der Chefredakteur riss sich sogar eine ganze Ferienwohnung mit 70 Quadratmetern unter den Nagel – starteten wir – nein, nicht im Frühtau zu Berge (die gibt es hier an Ems und Weser nicht), aber morgens um halb neun bei Scholly's Motorrad in Drakenburg! Der leichte Bodennebel über den abgeernteten Stoppelfeldern Niedersachsens verzieht sich schnell, Meister Adebar fahndet nach Fröschen zwischen den Maisfeldern, auf deren deren prallen Früchten sich der Morgentau in der Sonne spiegelt - schon rauschen wir auf den Parkplatz von Lüder Eckhoff und Uli Bischofs Team. Seit dem Gewinn des Awards „Motorradhändler des Jahres 2008“, damals verliehen auf der Intermot in Köln, ist der Betrieb regelrecht explodiert. Angetrieben von den zahlreichen guten Ideen, die eine solche Bewerbung mit sich bringt, hört das Unternehmen mit den zwei Standorten in Kirchlinteln und Drakenburg nicht auf, sich ständig auf den Prüfstand zu stellen und nach Verbesserungen zu streben. Im Sortiment: Yamaha, Suzuki, Kymco, Trenoli (Pedelecs) und vor allem Can-Am. Scholly's ist mit dem Drakenburger Betrieb seit 2016 Can-Am Powersport Center und bundesweit die Nummer eins im Verkauf des Can-Am Spyder. Extra-Lob an Artjom Schwarz und Stefanie Eckhoff: Sie haben uns mit ihren selbstgedrehten Videos und der liebevoll gemachten Verpackung der Bewerbungsunterlagen bereits in der Jurysitzung mächtig beeindruckt.

Das Motorrad-Kaufhaus

Weiter ging's am Mittwoch dann in einem 400-Kilometer-Ritt quer durch den Ruhrpott nach Aachen. Ziel für unseren Google-Routenplaner auf dem iPad: Kohl Motorrad in der Neuenhofstraße 160. Noch ein ehemaliger „Motorradhändler des Jahres“. Die Aachener errungen ihn im Jahr 2009, verliehen damals in Essen. Was für ein gigantischer Komplex tut sich da für uns auf, ein echtes Motorradkaufhaus, mit einem eigenen Restaurant namens Kohlibri im fünften Stock. Der Mr. Motorrad des Autohausunternehmens, Abteilungsleiter Walter Herwartz-Emden, führt uns durch die heiligen Hallen, die seit diesem Jahr im komplett neuen Glanz erstrahlen. Im Haupthaus findet nun die Marke BMW alleine statt – auf drei Etagen! Im Untergeschoss der BMW Ride & Style Mega Store inklusive Bekleidungssortiment von Stadler, Helme von Schuberth und Stiefel von Daytona, dazu ein kompletter Touratech-Store. Im Erdgeschoss warten die neuen BMW-Motorräder und der Service und Teilevertrieb auf die Kunden. im ersten Obergeschoss präsentieren sich rund 115 gebrauchte Bikes nach dem BMW Motorrad Premium Selection-Standard. Der Hammer ist auch der neue Harley-Davidson-Store im eigenen Gebäude auf über 2.000 Quadratmetern Fläche. Fußläufig nach rund 100 Metern gut zu erreichen. In der Sonnenscheinstraße 70 schießen wir dann zum krönenden Abschluss ein emotionales Gruppenfoto mit rund 40 der insgesamt 60 Mitarbeiter, die bei Kohl Motorrad angestellt sind. Gut, dass Tim Hildesheim vom Kohl-Marketing eine Aluleiter organisierte, auf der unser Fotograf Steffen Dominsky seine Bilder aus der „Vogel“-Perspektive schießen konnte. Der Unternehmenschefin Gisela Kohl-Vogel, die es sich nehmen ließ, die Jury persönlich zu begrüßen, hat das bestimmt gefallen.

Die chinesische Mauer

Nach diesen zwei außergewöhnlichen Jurybesuchen sammelten wir dann am Mittwoch Abend im Hotel Friendly Cityhotel Oktopus Siegburg neue Kräfte. Die Kalorienaufnahme im Restaurant „Chinesische Mauer“ („All you can eat“) wird in den Annalen unserer Juryrundreisen in der Kategorie „unvergesslich“ Eingang finden. Leider blieb keine Zeit, im Erlebnispark Oktopus auf Tauchgang zu gehen.

Episode Royal Enfield

Mit dem Tiger im Magen und frisch gezapftem Diesel im Tank unseres Allrad Ssangyong Rexton RX 220 e-XDi (131 kW, V-Max: 187 km/h, 400 Nm, Testverbrauch: 8,02 Liter auf 100 Kilometer) nehmen wir bei strahlendem Sonnenschin Kurs auf das letzte Ziel unserer Rundreise Nord. Doch gemach. Zuvor holte ich noch ein Testmotorrad in Nauheim ab. Werner Heinß vom Motorradhaus Stocksiefen GmbH, übergab mir die Schlüsselgewalt über eine Royal Enfield Continental GT in british racing green.

Die Rhönindianer

Das Umsatteln vom Allrad-SUV authentisch auf zwei Räder tat mir gut. Ich verließ die A 66 zwischen Frankfurt und Fulda an der Ausfahrt 49 und bog in das Gewerbegebiet Schaflager in Flieden ein und bremste mein königliches Bike zentimetergenau vor Axel Wieden ab. Der Inhaber von Rhönmotor redete dort bereits mit den versammelten Juroren von CarGarantie Bike, Motul, Santander und Mobile.de Benzin. Der Victory- und Indian-Dealer an der deutschen Route 66 haute uns alle vom Hocker. Was für ein schöner Laden, der aus jeder Pore „American Style“ atmet. Edler Showroom für Indian- und Victory-Bikes mit Fußbodenheizung und allerneuester Belüftungs- und Beschallungstechnik. Fahrzeuge, Zubehör und Bekleidung wird in Wohnzimmeratmosphäre in angenehmer und zeitgemäßer Weise präsentiert. Wiedens Frau Melli kümmert sich um die Buchhaltung, Facebook und die Bekleidung. Tochter Anna schmeißt zusammen mit einem Auszubildenden die Werkstatt. By the way, eine tipptopp Werkstatt mit Teppichboden! Axel überzeugt die Kundschaft vorne im Verkauf. 2015 wurden knapp 80 Neufahrzeuge der beiden US-Marken verkauft, 2016 will er die 100er-Marke knacken. Die Margen stimmen, der Betrieb erhöht das Business-Drehmoment. Da die Familie mittlerweile über dem Betrieb wohnt, ist man sehr flexibel geworden und kann schnell und individuell reagieren. Außerdem spürten wir, dass Rhönmotor als Familie noch stärker zusammengewachsen ist. Motiviert bis in die Zehenspitzen und für die beiden Marken leidenschaftlich brennend. Tolle Produkte, toller Laden, tolle Menschen. Das reißt jeden Kunden mit, der diesen Laden betritt. Einfach mal ausprobieren und nach Flieden cruisen. Rhönmotor liegt mittendrin in einem Dreieck der Bikereviere Vogelsbergkreis, Rhön und Spessart. Gleich, in welche Himmelsrichtung man abbiegt: die nächste Kurve wartet schon.

To be continued...

Fortsetzung folgt: Nächsten Freitag lesen Sie meine Erlebnisse von der Südroute unserer Reise zu den besten Dealern der Republik.

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