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Die unterschätzte Gefahr: Datenschutz

Das gestern in der Öffentlichkeit bekanntgewordene Datenleck bei der Autovermietung Buchbinder wirft ein Schlaglicht auf die Datensicherheit in deutschen Unternehmen. Wer nicht DSGVO-konform agiert, dem drohen künftig hohe Bußgelder; der Staat tritt verstärkt als Abmahner auf den Plan.

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Analysen und Interpretationen aktueller Gerichtsurteile rund um das Thema motorisiertes Zweirad – aktuell für Sie aufbereitet und interpretiert.
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(Bild: Vogel Communications Group )

Verglichen mit 2018, als die DSGVO nicht nur die Fachpresse beherrschte, war es zuletzt vergleichsweise ruhig um das Thema Datenschutz geworden. Selbst die befürchtete Abmahnwelle ist ausgeblieben. Angesichts der geringen Zahl von Bußgeldern sowie der kaum wahrnehmbaren Aktivitäten der deutschen Datenschutzbehörden, konnte leicht der Eindruck entstehen, als sei das Thema Datenschutz - nach einem kurzen Hype - wieder aus dem Fokus geraten. Zudem belegen aktuelle Statistiken, dass die Umsetzung der DSGVO auf Unternehmensseite tatsächlich vielfach noch verbesserungsfähig ist.

Bei den Behörden hingegen ist eine zunehmende Aktivität festzustellen. So überprüfen z.B. etliche Landesdatenschutzbehörden Websites daraufhin, ob die Cookie-Hinweise DSGVO-konform umgesetzt worden sind. Wo für die Einwilligung ein aktives Handeln des Nutzers gefordert (opt-in) wird, ist das „ok“. Wo vorangekreuzte Felder (opt-out) eine Einwilligung unterstellen und erst abgewählt werden müssen, kann Ungemach drohen. Darauf weist Rechtsanwalt Wolf-Henning Hammer von der ETL Kanzlei Voigt, hin: „Gravierender ist jedoch, dass viele Unternehmen ihre Server und Netzwerke bis dato nur unzureichend gegen unberechtigte Zugriffe Dritter abgesichert haben. Die Folge ist, dass Kunden- und Unternehmensdaten gleichermaßen ,frei erhältlich' sind und horrende Bußgelder drohen.“

Das Bußgeldkonzept steht

Wie ernst es die Behörden meinen, belege laut Hammer das Konzept zur Bußgeldbemessung der Datenschutzkonferenz, das „eine einheitliche Methode für eine systematische, transparente und nachvollziehbare Bemessung von Geldbußen zur Verfügung stellen“ soll.

Die 9,5 Millionen Euro Bußgeld, die der Bundesbeauftragte für Datenschutz – wegen eines unzureichenden Legitimationssystems – gegenüber 1&1 verhängt habe, sei nicht einmal das höchste Bußgeld und nur ein Vorgeschmack, so Hammer.

Das jetzt bekanntgewordene Leck bei der Autovermietung Buchbinder, das drei Millionen Kundendaten offen im Netz ließ, wirft ein Schlaglicht auf den Datenschutz deutscher Unternehmen generell. Höchste Zeit also, sich aufgrund der aktuellen Entwicklungen mal wieder auf den Prüfstand zu stellen und sein Datenschutz-Konzept von unabhängigen Dritten untersuchen zu lassen, sonst droht finanzielles Ungemach.

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