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Die Würde des Zweiradmechanikers ist tastbar

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 17/2017/I), Folge 498: Mehr Kohle und Wertschätzung braucht der Zweiradmechaniker...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...setzte ich jüngst eine aufmerksamkeitsstarke Überschrift über ein wichtiges Thema, das meiner Meinung nach in der Branche viel zu wenig diskutiert wird. Verdient man als Händler oder Werkstattmann zu wenig? Und welche Wertschätzung bringen Kunden einem bei diesem Business entgegen, das technisch immer anspruchsvoller wird und es technische Meisterleistungen zu erbringen gilt, die jede Menge Fachwissen und viel Erfahrung erfordern, Empathie, Disziplin, Sorgfalt und Genauigkeit?

Unser treuer Leser und Kommentator Jens V. bringt die Sache mal wieder auf den Punkt: „Gestern Abend um 20 Uhr, bin gerade dabei eine Upside-Down-Gabel zu richten. Da latscht einfach jemand (fremd, noch nie gesehen ) quer durch die Werkstatt. Er fragt, ob ich kurz an seiner alten Suzuki GS 450 die auf dem Hänger steht, nach den Vergasern schauen könnte, die habe er gerade nach sechs Jahren aus der Versenkung geholt und wollte nun damit fahren. Auf die Frage wann das über die Bühne gehen sollte meinte er ganz ernst ob das nicht schon morgen, also Samstag zu machen sei!

Ja sicher, 20. April, sechs Jahre Standzeit, die Teile habe ich natürlich für ein 35 Jahre alte Bike am Lager und bei fünf Wochen Voranmeldung für einen Kundendienst schiebe ich Freitag Abend um 20 Uhr für Samstag Morgen eine Verteraneninstandsetzung rein, damit er Samstag nachmittags abholen kann!?????

Ich habe versucht, ihm zu erklären, warum dies zeitlich nicht möglich sein und auch recht teuer werden könne. Der Kunde wurde dann aber pampig und unterbrach mich mit den Worten ,dann gehe ich eben woanders hin'. Ich habe ihm viel Erfolg bei der Suche und ein schönes Wochenende gewünscht.

Habe dann nur noch die Türe seines Autos knallen und forsch wegfahren hören. Ja, so was muss man sich dann auch noch anhören und gute Miene zum bösen Spiel machen. Dabei sollte man von einem erwachsenen Menschen, der wählen, Kinder in die Welt setzen und erziehen darf, doch etwas mehr Hirn erwarten. Danke, so kann man mir meine Berufung auch vermiesen!“

Können Sie von ähnlichen abenteuerlichen Erlebnissen mit Kunden berichten? Was hat Sie schon mal auf die Palme gebracht, dass Sie am Ende an sich und Ihrem Beruf zweifeln ließ? Ich freue mich über möglichst viele Leserbriefe. Einfach hier am Ende des Artikels die Kommentarspalte mit Leben erfüllen oder mir eine Mail schicken. Und vergessen Sie nicht, uns bei der aktuellen Online-Umfrage Ihre Stimme zu geben.

(ID:44653633)

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