Direkteinspritzung bei Zweitaktern – wer hat's erfunden?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 12/2017/I), Folge 489: Das mit den bahnbrechenden Erfindungen in der Motorrad-Motorentechnik ist so eine Sache. KTM verkündete jüngst von seiner Revolution...

...der Kraftstoff-Direkteinspritzung bei Zweitaktern und erntete dafür viel Lob. Doch zugleich meldeten sich viele äußerst technikaffine Zweiradprofis zu Wort, die sich über das Wörtchen „bahnbrechend“ mokierten. KTM könne sich keinesfalls als Erfinder der Direkteinspritzung bei Zweitaktern bezeichnen!

KTM-Motoren(r)evolution: Zweitakt-Enduros mit Kraftstoffeinspritzung!

KTM-Motoren(r)evolution: Zweitakt-Enduros mit Kraftstoffeinspritzung!

27.03.17 - Der österreichische Hersteller gibt die Einführung von nach eigenen Angaben „bahnbrechender Zweitakt-Enduros mit Kraftstoffeinspritzung“ bekannt. lesen

Diese Technologie sei schon viel früher erfunden worden und auch schon in Serienmotorrädern zur Anwendung gebracht worden. Eine mächtige Stimme dieses Chores der Technikbeflissenen erhob sich. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle die entsprechenden Liedtexte dazu nicht vorenthalten.

Kennen Sie Gutbrod Superior und Goliath 700/900 E?

Unter dem Pseudonym „Prof. Gamma“ schrieb uns ein Technikkenner: „Na ja, so neu ist ja nun eine Einspritzung an Zweitakt-Motoren auch nicht. In den Fünfzigern baute Gutbrod den Superior (500 cm³/Zwei Zylinder) sowie Goliath 700/900 E mit Einspritztechnik (Direkteinspritzer). KTM verbaut das jetzt in Motorräder...“

Aprilia Ditech

Otto P. merkte an: „Na fein, warum muss ich da bloß an die ,aufregende' und ,bahnbrechende' Ditech von Aprilia denken, die kein vernünftiger Aprilia-Händler zur Reparatur annimmt?“

Zeit war's

Werner lobte: „Wird aber auch langsam Zeit!“ (Smiley, Daumen hoch).

Nicht an die große Glocke hängen

A. kritisierte: „An Stelle von KTM würde ich das nicht an die große Glocke hängen. Man gibt dadurch ja zu, dass man eine Technik die es schon seit fast 20 Jahren gibt nicht auch schon seit vielen Jahren verwendet.“

Hat bei Peugeot gut funktioniert

Händler Thomas J. merkt an: „Bei Peugeot hat das sehr gut funktioniert. (Anm. der Red. z.B. beim Peugeot JetForce TSDI mit Direkteinspritzung) Wir haben die Fahrzeuge verkauft und auch gern gewartet bzw. repariert. Leider waren die Roller vom Anschaffungspreis nicht konkurrenzfähig zu den Vergaservarianten. Aber die Kunden, die einen hatten oder noch haben, waren alle begeistert.“

TSDI hieß die Zauberformel

Jürgen QW. „Ja richtig, bei Peugeot hießen die ,TSDI' und waren im JetForce und Elyseo verbaut. Bei guter Wartung funktionierten die auch hervorragend. Hauptproblem war die Frischluftreinigung. Später sollte noch der JetForce H2I am Markt angeboten werden. Leider kam es nicht dazu. Also durchaus keine neue Erfindung!“

Selbst im Osten schon bekannte Technik

Leser A. meinte: „Selbst im Osten gab es schon eine Direkteinspritzung an Zweitaktern. Wurde nur leider aus wirtschaftlichen und politischen Gründen nicht weiter entwickelt und eingeführt!“

Neuer Glanz in alten Hütten?

Unter dem Aliasnamen „Gut getunt“ kommentiert einer: „Wie man sich alle 30 bis 40 Jahre wieder mit so einem alten Hut schmücken kann?! Ob das ein Kurvenfahrlicht ist oder eine banale Zündkerzentechnik – so ungefähr nach jeder zweiten Generation kann man alte Technologien wieder ausgraben und dem blöden Bürger als Neuheit verkaufen. Ich sage schon lange, dass man an dem Zweitaktsystem weiter arbeiten sollte. Die Motoren sind leichter und aus weniger Hubraum und bei gleicher Drehzahl ist die selbe Leistung zu holen wie bei einem Viertakter. Vor 30 Jahren hatte eine RG 500 knapp 95 PS, eine Rennmaschine der Moto-GP um das Jahr 1993 so um die 230 bis 250 PS aus 500 cm³. An der Literleistung kratzt ein heutiges Viertaktgeschlampe mit den losen Teilen im Ventildeckel noch nicht mal annähernd!“

Hut ab vor unserer Leserschaft

Bei so viel Technikkompetenz ziehe ich den Hut und sage: Gut gebrüllt »bike und business«-Newslettergemeinde. Oder kennt jemand noch weitere „Erfinder“ der Direkteinspritzung bei Zweitakt-Motorrädern? KTM wünsche ich auf jeden Fall viel Erfolg bei der Vermarktung der Direkteinspritzer-Zweitaktmodelle. Aus dem Marketingblickwinkel heraus betrachtet haben die Österreicher alles richtig gemacht: Mit dieser Meldung ist Mattighofen wieder mal in aller Munde.

UMFRAGE
Wie würden Sie Ihr gegenwärtiges Geschäftsverhältnis zu Ihren Motorradherstellern beschreiben?

Bestens, bin super zufrieden

12 %

Es passt weitgehend alles

15 %

Könnte besser sein

19 %

Bin ziemlich unzufrieden

19 %

Einfach katastrophal

35 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Schlagen Sie uns Ihren Lieblings-Motorradhändler vor

Hinweis in eigener Sache: Beim Award „Motorradhändler des Jahres“ gibt es seit kurzem ein nigelnagelneues Tool: auf der Landingpage können Sie uns ab sofort Händler vorschlagen, die aus Ihrer Sicht für die Nominierung für diesen Wettbewerb prädestiniert sind. Schlagen Sie einen Motorradhändler oder eine Freie Werkstatt mit schlüssiger Verkaufs- und Servicestrategie vor! Namen einreichen können alle Interessierte, Kunden, Kollegen, Industrievertreter sowie alle anderen Branchenkenner. Beachten Sie: Eine ausführliche Begründung der Vorschläge durch den Einreichenden ist unerlässlich! Die Jury berät dann darüber, ob die Betriebe den Anforderungen entsprechen, und entscheidet, ob diese für eine Nominierung in Betracht kommen.

Derweil läuft unser Online-Quick-Check weiter. Fast zwanzig Betriebe haben sich bisher bis zum Ende durchgearbeitet und uns dann noch ihre Kontaktdaten genannt. Bravo! Denn nur, wenn wir wissen, wer sich bewirbt, können wir die einzelnen Unternehmen auch vorab bewerten und Feedback geben. Das Gros der Digitalbewerber vergisst leider allerdings – bewusst oder versehentlich – uns am Ende Ross und Reiter zu nennen.

Der Countdown läuft: noch 10 Tage bis zum ersten Einsendeschluss (31. März). Nutzen Sie jetzt schnell noch die auslaufende Vorsaison, bevor die Kunden in ihre Werkstatt einfallen, und machen Sie den Test, der nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Es lohnt sich, sich bei uns auf den Prüfstand zu stellen. Also auf zum Online-Check. Und nicht vergessen: Nennen Sie uns bitte am Schluss der Abfrage Ihren Namen und Adresse!

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