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Dorothee Czech: HKS Motorradtechnik Czech

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Martina Eicher

Gut geschmierte Ketten sind das Metier von Dorothee Czech. Die Tochter des Erfinders der HKS Kettenschmiere betreut rund 1.000 Handelspartner in Deutschland. Ob Beratung in Sachen Schmiere oder Marketingaktion – Dorothee Czech ist für ihre Partner da.

Dorothee Czech: Leidenschaftliche Bikerin und Inhaberin HKS Motoradtechnik Czech.
Dorothee Czech: Leidenschaftliche Bikerin und Inhaberin HKS Motoradtechnik Czech.
(Foto: Konrad Wenz)

Eine Frau, die Träume wahr werden lässt: 2.500 Kilometer mit dem Motorrad abreißen, ohne ein einziges Mal die Kette schmieren zu müssen – na, wenn das das Bikerherz nicht höher schlagen lässt. Dorothee Czech ist die Powerfrau, die diesen (Männer-) Traum erfüllen kann. Und zwar mit einer Hochleistungskettenschmiere, die laut dem Unternehmen HKS eben genau diese Distanz halten soll. Der Ingenieur Heinz-Gerd Czech hat das Produkt entwickelt – zunächst für den Eigenbedarf.

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Ein Produkt macht seinen Weg

Czech unterhielt bis Anfang der 90er Jahre mehrere Motorradhäuser und war in seinen jungen Jahren (inzwischen zählt er 82 Lenze) auch im Rennsport aktiv. Er beschäftigte sich damals unter anderem mit der Entwicklung von Rennmaschinen und war mit Czech-Honda mehrfach siegreich.

Nur mit der Haltbarkeit der Antriebskette war er immer unzufrieden. „Mein Vater war mit dem damals am Markt existierenden Produkten alles andere als zufrieden. Also entwickelte er ein eigenes Schmiermittel“, erinnert sich Dorothee Czech. Zur damaligen Zeit waren die Motorradketten oft etwas unterdimensioniert. Das galt insbesondere, wenn man wie Heinz-Gerd Czech mit dem Bike Rennsport betrieb. Je stärker die Beanspruchung der Kette, umso schneller war sie verschlissen. Das ist im Prinzip auch heute noch so, wenn auch die derzeitigen Motorradketten besser dimensioniert sind als in den Siebzigern.

Ihr Vater war ein ziemlicher Perfektionist, berichtet Dorothee Czech. Deshalb habe er damals angefangen zu tüfteln – er wollte seine Ketten nicht mehr so oft wechseln müssen. Und zunächst hatte er auch gar nicht vor, mit seiner Kettenschmiere Geschäfte zu machen – lediglich für den Eigenverbrauch wollte er eine spezielle Schmierung haben. Allerdings sprachen schnell auch andere Biker den aktiven Zweiradfahrer auf sein Kettenschmiermittel an. So sei es gekommen, dass er sein selbst entwickeltes Produkt zunächst einmal zum Ausprobieren an seine Kumpel weitergab. „All seine motorradfahrenden Freunde und Bekannten waren begeistert von der HKS-Kettenschmiere“, weiß Dorothee Czech.

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Steckbrief Dorothee Czech
Steckbrief Dorothee Czech

Dorothee Czech (geb. 1966) kam erst mit 28 Jahren zum Motorradfahren, ­obwohl sie in dieser Beziehung familiär vorbelastet ist: Ihr Vater hatte mehrere Motorradläden und ist auch heute noch – mit 82 Jahren – leidenschaftlicher Motorradfahrer. Mittlerweile ist das Biken eins ihrer Hobbys, auch wenn Dorothee Czech aufgrund des Jobs und der beiden Kinder nicht allzu häufig dazu kommt. Wenn sie unterwegs ist, dann auf einer Suzuki GS 500. Damit werden die Kurven in der Eifel oder im Bergischen Land vor den Toren Kölns erkundet. Das stark saisonbedingte Geschäft lässt Dorothee Czech nur im Winter in
Urlaub gehen, was ihre zweite Hobbyleidenschaft erklärt: das Skilaufen. Rund 1.000 Handelspartner hat HKS, die die Powerfrau zum größten Teil betreut.

Gut geschmiert in die Zukunft

Trotz der eindeutigen familiären Vorbelastung war für Dorothee Czech das Motorrad zunächst kein Thema. Ihrer Mutter war dieses Hobby immer viel zu gefährlich und so kam es, dass die drei Töchter die Leidenschaft ihres Vaters nicht teilen durften. Dorothee nabelte sich mit 28 Jahren ab und machte ihren Führerschein. Bis heute ist sie dem Hobby Motorrad treu geblieben, auch wenn sie es derzeit nur selten ausübt. Der Job für HKS sowie zwei Kinder verhindern, dass sie so oft mit ihrer Suzuki 500 GS unterwegs ist, wie sie es eigentlich möchte. Aber wenn Job und Familie es zulassen, kann man die Wahlrheinländerin auf den Landstraßen in der Eifel oder im bergischen Land vor den Toren Kölns treffen. „Ab und zu, wenn ich in Bayreuth bin, darf ich auch mal eine Maschine meines Vaters bewegen“, fügt Czech an.

Die Chemietechnikerin hatte eigentlich schon einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst in der Lebensmittelindustrie. Ihr Vater schlug ihr vor, bei HKS einzusteigen und das kleine Unternehmen mit ihm gemeinsam zu führen. „Für mich ist das ein Stück Freiheit, weil ich mir alles selbst einteilen kann. Insofern war das damals auch eine ganz bewusste Entscheidung für HKS“, berichtet Czech – auch wenn letztlich alles ganz anders gekommen sei, als sie es sich früher vorgestellt habe.

Heute ist sie für mehr oder weniger alles im Unternehmen verantwortlich – von der Materialbestellung über die Werbung und den Außendienst bis hin zur Buchhaltung. Zwar ist ihr Vater immer noch aktiv, aber er hat sich inzwischen mehr den Qualitätstest der HKS-Produkte verschrieben. Tatsächlich erfährt er die Vorteile der Weiterentwicklungen selbst mit seinen Maschinen und mit befreundeten Motorradfahrern. Die Ideen zu den Produktverbesserungen holt sich seine Tochter aus eigenen Marktbeobachtungen und vielen Gesprächen mit Bikern. Die eigentliche Laborarbeiten werden an ein externes Unternehmen vergeben, das die Produkte dann genau so zusammenmischt, wie Dorothee Czech es vorgibt – da kommt dann immer mal wieder die Chemikerin durch. So kam beispielsweise vor etwa drei Jahren ein Gleitverbesserer für die Teleskopgabel auf den Markt. Zudem wird natürlich die Kettenschmiere ständig weiterentwickelt. Neben den Gleit- und Schmiermitteln gehört auch ein Zweiphasenreiniger zum HKS-Produktportfolio.

Zwei Tage in der Woche ist Dorothee Czech in ihrem kleinen Büro in Köln anzutreffen. Da plant sie Aktionen und schreibt Rechnungen. Den Rest der Woche verbringt sie im Außendienst – ein Alltag, für den sie jede Menge Power braucht.

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