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Drei Mechaniker-Medaillen für Deutschland

Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Beim zweiten Europacup der Motorrad- und Fahrradmechaniker konnten die Deutschen Fahrradmechaniker einen Doppelsieg erringen, bei den Motorradmechanikern ging die Bronzemedaille nach Deutschland.

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Der Schweizer Geronimo Bartolini erkämpfte sich beim zweiten Europacup der Motorradmechaniker die Goldmedaille.
Der Schweizer Geronimo Bartolini erkämpfte sich beim zweiten Europacup der Motorradmechaniker die Goldmedaille.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der zweite Europacup der Motorrad- und Fahrradmechaniker fand am 8. Januar im schweizerischen Sursee statt. Aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien waren die besten Motorradmechaniker und aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz die besten Fahrradmechaniker angereist, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei den Fahrradmechanikern siegte der Deutsche Philipp Günsch von Hotbike in Freiburg vor André Figas von Derby Cycle in Cloppenburg. Den dritten Platz belegte die Schweizerin Julia Spielmann.

Bei den Motorradmechanikern belegten die Schweizer Teilnehmer Geronimo Bartolini und Daniel Müller die Plätze eins und zwei. Die Bronzemedaille erkämpfte sich die deutsche Teilnehmerin Tanja Blaumeiser von Arimond Zweiradtechnik in Merzig.

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Perfekter Wettkampf

Das schweizer Organisationsteam um Roland Fischer und Daniel Schärer konnte die Hostettler AG, schweizer Yamaha-Generalimporteur und Produzent von IXS-Bekleidung, dazu gewinnen, den Showrom der Unternehmenszentrale als Wettkampstätte zu Verfügung zu stellen. Die Motorradmechaniker hatten dort sieben überaus anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, die Fahrradmechaniker fünf. Während die Motorradspezialisten im 40-Minuten-Takt von Station zu Station wandern mussten – lediglich unterbrochen von einer Pause – war der Fahrradwettbewerb aufgebaut wie ein Arbeitstag. Die Fahrradmechaniker bekamen alle Aufgaben an ihrem fest eingerichteten Arbeitsplatz gleichzeitig. Sie konnten sich ihre Zeit selbst einteilen, vorgegeben war lediglich das Ende des Wettbewerbs. Zweite Besonderheit war, dass bei einer Aufgabe ein Experte als „unangemeldeter Kunde“ an die Station kam, um seine Schaltung reparieren zu lassen. In diesem Fall mussten die Mechaniker ihre Arbeit liegen lassen, um diesem „Kunden“ schnell helfen zu können. Natürlich haben die Experten darauf geachtet, die Teilnehmer bei ähnlichen Arbeiten zu stören, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Das weitere Aufgabenspektrum der Fahrradmechaniker reichte vom Einspeichen eines Rades über den Anbau sowie die Erläuterung eines Navigationsgerätes und die Reparatur einer Federgabel bis hin zur kompletten Nachrüstung eines Elektroantriebes.

Mechanik und Elektronik

Die Motorradmechaniker mussten an ihren acht Stationen eine Nockenwelle einbauen und das Ventilspiel kontrollieren, Zylinderbohrungen vermessen und ein Getriebe zusammenbauen. Außerdem waren eine Fliehkraftkupplung und eine Vorderradgabel zu zerlegen und zu kontrollieren.

Die meisten Schwierigkeiten hatten die Teilnehmer dabei, die Zylinderbohrungen richtig zu vermessen, keiner war in der Lage die richtigen Messwerte zu ermitteln. Das liegt daran, dass diese Arbeit zwar Gegenstand der Ausbildung ist, in den meisten Betrieben aber nicht mehr durchgeführt wird. Die Teilnehmer waren schlicht nicht in der Lage die Messgeräte richtig einzustellen.

Große Probleme hatten die Motorradmechaniker auch mit der Diagnose einer Wegfahrsperre sowie der Entlüftung der hydraulischen Kupplungsbetätigung einer Yamaha FJR 1300 AS. Bei der Diagnose der Wegfahrsperre erreichte die Deutsche Tanja Blaumeiser als einzige die volle Punktzahl.

Alle Teilnehmer, Organisatoren und Experten konnten sich über einen gelungenen Wettbewerb freuen, bei dem jeder viele neue Erfahrungen machen konnte und neue Kontakte knüpfen. Dieser internationale Wettbewerb trägt mit Sicherheit dazu bei, die Ausbildung in den beteiligten Ländern zu verbessern, weil die Ausbildungsverantwortlichen in den Verbänden den Wettbewerb für einen regen Erfahrungsaustausch nutzen. Der Termin für den nächsten Europacup steht auch schon fest, er findet vom 13. bis 15. Januar im Tschechischen Brünn statt.

Die Rangliste:

Motorradmechaniker

1. Geronimo Bartolini, Schweiz

2. Daniel Müller, Schweiz

3. Tanja Blaumeiser, Deutschland

Gute Leistungen:

René Giebler, Deutschland

Florian Kobold, Österreich

Marek Ondrèj, Tschechien

Dominik Pichler, Österreich

Josef Radkovic, Tschechien

Fahrradmechaniker

1. Philipp Günsch. Deutschland

2. André Figas, Deutschland

3. Julia Spielmann, Schweiz

Gute Leistungen:

Jonathan Köppel, Schweiz

Stefan Lakinger, Österreich

Martin Röhrer, Österreich

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