Droht jetzt Dezibelgate?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 32/2017/II), Folge 528: Das TV-Magazin „Plusminus“ hat am vergangenen Mittwoch Abend die Branche und viele Motorradfahrer im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen lassen, vor allem...

...durch den Beitrag über Verkehrslärm. Der für die Zweiradbranche relevante Teil der Sendung läuft ab Minute 12:32 und geht bis 18:35. Was ist passiert? Der etwa fünfminütige Fernsehbeitrag stellt Fahrzeuge – Autos und Motorräder – an den Pranger, die mit frisierten elektronischen Auspuffanlagen ausgerüstet sind. In Racestellung würden computerprogrammierte Fehlzündungen generiert, die jenseits der 100 dB liegen und damit lauter seien als eine Kreissäge. Extreme Krachmacher seien da auf den Straßen unterwegs. Es rieche nach programmierter und auf den Test zugeschnittener Manipulation. Kritisiert wurde auch die gesetzliche Regelung, die vorsieht, den Geräuschpegel nur bei Tempo 50 km/h eines vorbeifahrenden Fahrzeugs auf einer 20 Meter langen Teststrecke in 7,5 Metern Abstand zu messen und dass es für eine von der Polizei durchgeführte einfachere Standgeräuschmessung – die zumeist immer viel höhere Schallemissionen verursache – keine gesetzliche Handhabe und auch keinen Grenzwert gebe.

Parallelen zum unheilvollen Dieselgate werden gezogen. Wenn das Motorrad erkennt, dass es sich in einer Prüfsituation befindet, mache es einfach die Klappe zu und erfülle die Grenzwerte.

Ungemach droht, weil der Leiter der Verkehrspolizeidirektion Mannheim, Dieter Schäfer, die Verstöße gegen die Grenzwerte einiger Fahrzeuge offensichtlich beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet hat. Es könne nicht sein, „dass etwas am grünen Tisch serienmäßig genehmigt wird“, das im Realbetrieb dann großen Lärm verursache, so Schäfer gegenüber der ARD.

Bereits die Vorabmeldung des TV-Magazins hat in der Presse für großen Wirbel gesorgt. Etliche lokale Tageszeitungen haben darüber berichtet sowie landesweit oder interantional beachtete Medien wie „Neue Zürcher Zeitung“, „Zeit Online“ oder „Die Welt“. So lautet zum Beispiel die Headline in dem Springer-Blatt: „Nach Dieselgate droht jetzt der Dezibel-Skandal“. Das Fragezeichen wurde gleich weggelassen.

Fest steht, dass die Öffentlichkeit durch die Schummeleien der Autohersteller bei den Dieselabgasen sensibilisiert wurde. Für alle Lärmgegner ist die ausgestrahlte Sendung natürlich ein perfekter Anlass, weiter Öl ins Feuer der Diskussion um künstlich erzeugte Schallemissionen beim Auto und Motorrad zu gießen, auch wenn es vielen Soundingenieuren nicht nur um laut geht, sondern um einen angenehmen, tiefen und sonoren Basssound, der alles andere als aggressiv daherkommt.

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Was halten Sie von der Debatte? Gerät das lukrative Geschäft der Zubehörindustrie mit ihren vielfältigen Angeboten an nicht serienmäßigen Tüten sowie der Anbieter von elektronischen Auspuffklappen, an dem auch Motorradhändler gut verdienen, zunehmend unter Druck? Welche Gegenmaßnahmen sind indiziert? Es wird kaum ausreichen, an die Vernunft der Motorradfahrer zu appellieren, weniger Kapelle zu machen und in bewohnten Gebieten den Gashahn noch sachter zu bedienen als bisher. Wie wär's damit, die Klappe immer öfter in der „grünen“ Stellung zu belassen, um damit noch leiser unterwegs zu sein als mit einem Serienauspuff? Könnte ein Rezept sein. Ich freue mich wie immer auf Ihr Feedback.

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