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Druckluftfahrrad: Alternative zum E-Bike?

| Redakteur: Bernhard Richter

Boge-Azubis entwickelten in einer 18-monatigen Projektphase das Boge Airbike komplett in Eigenregie - von der Planung und Konstruktion über die Kostenüberwachung und Projektkoordination bis hin zum fahrbereiten Druckluft-Fahrrad.

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Keine heiße Luft: Das pressluftbetriebene Airbike der Firma Boge fährt bis zu 37 km/h schnell.
Keine heiße Luft: Das pressluftbetriebene Airbike der Firma Boge fährt bis zu 37 km/h schnell.
(Bild: Boge)

Boge Druckluftsysteme legt als moderner Ausbildungsbetrieb viel Wert auf die Förderung seiner Nachwuchskräfte - mit konkreten Projekten, die die Auszubildenden selbstständig konzipieren und umsetzen. Sarah Beimfohr, Gerrit Kunkel und Julian Meiser erhielten die Möglichkeit, neben ihrer regulären Ausbildung das Gelernte praktisch anzuwenden.

Das Funktionsprinzip Luft

Als Grundgerüst diente den Azubis ein 28-Zoll Männerfahrrad, das sie auf das umweltfreundliche Antriebssystem umrüsteten. Angetrieben wird das Fahrrad von einem druckluftbetriebenen Multi Disk Motor, der eine Leistung von bis zu 0,7 kW erzeugt. Die beiden Druckluftbehälter fassen jeweils 10 l mit auf 40 bar verdichteter Druckluft und haben ein Fassungsvermögen von bis zu 800 l. Das druckluftangetriebene Rad erreicht so eine Maximalgeschwindigkeit von 37 km/h. Die Reichweite einer Tankfüllung hängt von der Intensität der Unterstützung durch den Pedalantrieb ab. Dies wird wie bei einem Motorrad über einen Gashahn gesteuert. Das Spektrum reicht von sachtem Zusteuern bis zum kompletten Selbstfahren. „Damit haben wir unser Ziel erreicht, das Boge Betriebsgelände einmal ohne Pedalantrieb zu umrunden“, freut sich Azubi Betriebswirt/VWA Sarah Beimfohr.

Umweltfreundlicher Antrieb ohne Ladezeit

Im direkten Vergleich mit elektrisch betriebenen Fahrrädern liegt das Luftfahrrad vorne: Das Wiederauffüllen der beiden Drucklufttanks geht im Gegensatz zum mehrstündigen Laden einer Batterie wesentlich schneller und verkürzt die Zeit deutlich, bis das Fahrrad wieder fahrbereit ist. Außerdem ist das Airbike umweltfreundlicher. „Wir nutzen für dieses Antriebssystem eine nahezu unerschöpfliche Treibstoffquelle: Luft. Dabei entstehen keinerlei umweltschädliche Emissionen“, erklärt Mechatronik-Azubi Gerrit Kunkel. (br)

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