Ducati Multistrada 1200: Lanzarote Rakete

Test auf der Kanarischen Vulkaninsel

| Autor / Redakteur: sp-x/Ulf Böhringer / Stephan Maderner

Mit der Multistrada 1200 unterwegs auf Teneriffa.
Mit der Multistrada 1200 unterwegs auf Teneriffa. (Foto: Ducati)

Die Basisversion der Multistrada 1200 erhielt ein Total-Update. Besonders wichtig sind der nun viel kultivierter agierende, zugleich aber auf 160 PS erstarkte Zweizylindermotor und die Elektronik-Beinahevollausstattung.

Es ist immer undankbar, die Rolle des Aschenbrödels spielen zu müssen, wenn eine noch attraktivere Erscheinung alle Blicke auf sich zieht. Diese uralte Erkenntnis trifft auch für die neue Ducati Multistrada 1200 zu: Verglichen mit der außer in Rot auch in einem strahlenden Weiß lieferbaren S-Variante wirkt die S-lose Basisversion auf den ersten Blick magerer als es der um 2.000 Euro niedriger angesetzte Preis von 16.490 Euro erscheinen lässt. Einige „nice-to-haves“ fehlen aus Kostengründen.

Die ausschließlich in Herzensbrecher-Rot lieferbare 1200er ist trotz mancher Ähnlichkeit und auch einiger Gleichteile mit dem Vormodell ein neues Motorrad: Neuer Motor, neuer Rahmen, neue Karosserie und neue Technik-Details prägen die dritte Multistrada-Generation. Keinerlei Unterschied gibt es beim DVT-Triebwerk (Ducati Variable Timing) mit der variablen Ventilsteuerung. Mehr Laufkultur und mehr Kraft dank geringerer Ventilüberschneidung bei niedrigen Drehzahlen, volle Power dagegen dank größerer Überschneidung von Ein- und Auslassventilen bei hohen Drehzahlen.

Unterhalb von etwa 4.500 Touren kennzeichnet eine bisher für unmöglich gehaltene Sanftheit diesen Ducati-V2. Er lässt es tatsächlich zu, mit Viertelgas und knapp 2.000/min. im dritten oder auch vierten Gang durch Ortschaften zu schleichen und danach bedacht zu beschleunigen. Die 11°-Motoren quittieren solches Verlangen mit Ruckeln und Kettenpeitschen. Vier unterschiedlich weiche bzw. aggressive Fahrmodi (Sport, Touring, Urban, Enduro) stehen zur Verfügung. Mit 118 kW/160 PS hat der Motor um 10 PS und einige Newtonmeter zugelegt und ist damit so bärenstark, dass die Regelsysteme (Traktions- und neue Wheelie-Kontrolle) ihre Berechtigung haben. Die Drehfreudigkeit des V2 oberhalb von 4.500 Umdrehungen hat als Folge der variablen Ventilsteuerung nicht gelitten. Ein feines Triebwerk, das zudem laut Ducati acht Prozent weniger verbraucht als der bisherige Motor. Der Bordcomputer meldete beim Eintages-Test zwischen 5,8 und 6,4 Litern/100 Kilometer.

Auch wenn die Basis-1200er ohne semiaktives Fahrwerk geliefert wird, so lässt sie sich tadellos fahren: Die voll einstellbaren Federelemente können auf den guten Straßen Lanzarotes durchaus überzeugen; natürlicherweise macht es mehr Mühe, die jeweils optimale Einstellung zu finden. Gewachsen ist das Talent der Multistrada, auch nicht asphaltierte Abschnitte freudvoll zu bewältigen: Die Bodenfreiheit ist um 2 Zentimeter größer, die Fahrzeugtaille um 4 Zentimeter schmäler geworden. Letzteres verhilft zu einer besseren Fahrzeugkontrolle beim Fahren im Stehen.

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