E-Bikes im Fokus der Intermot

Vorstellung acht neuer Elektro-Motorräder

| Redakteur: Sophia Stölting

Die Firma Lito Green hat sich auf E-Bikes spezialisiert und bringt mit ihrer Lito Sora ein 49.000 Euro teures Fahrzeug auf den Markt.
Die Firma Lito Green hat sich auf E-Bikes spezialisiert und bringt mit ihrer Lito Sora ein 49.000 Euro teures Fahrzeug auf den Markt. (Foto: Adac)

Bereits im Jahr 2012 zählte die Schwerpunkthalle „e-Motion“ auf der Intermot 100.000 Besucher. Auch in diesem Jahr kommt den batteriebetriebenen Bikes eine große Rolle zu. Wir stellen euch zusammen mit ADAC die neuen Modelle vor und geben einen kleinen Ausblick.

Zero DS

Diese Maschine bringt es mit ihren 54 PS auf maximal 158 km/h. Je nach Größe der Batterie liegt die Reichweite zwischen 74 und 253 Kilometern, wobei das Aufladen zwischen sechs und zehn Stunden in Anspruch nimmt. Mit ihrem Preis zwischen 13.000 und 17.500 Euro (je nach Ausstattung) liegt die 169 bis 204 Kilogramm schwere „DS“ im Durchschnitt ähnlicher E-Motorräder.

Brammo Empulse R

Spiegel, Sitz und die Bedienung der Brammo Empulse R soll den gewohnten Standards von vergleichbaren benzinbetriebenen Maschinen entsprechen. Nach maximal 206 Kilometern ist Schluss. In acht Stunden sind die Lithium-Ionen-Akkus wieder vollgeladen. Das 213 Kilogramm schwere Modell kann auf 177 km/h getrieben werden. Brammo selbst sieht seine Empulse-R als Spaßmobil, das derzeit durch den anlaufenden Vertrieb in Europa noch mit 15.300 bis 17.500 Euro zu Buche schlägt.

BMW C Evolution

Der Münchner Motorradhersteller wartet mit dem Roller BMW C Evolution auf. Die Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h und die maximale Reichweite von 125 Kilometern sind überschaubar. BMW stellt klar, der C Evolution sei ein Fahrzeug für Berufspendler, wofür auch die geringe Ladezeit von drei bis vier Stunden spricht. Preislich liegt der 48 PS starke und 265 Kilogramm schwere BMW Roller mit 15.000 Euro im unteren Durchschnitt.

Harley-Davidson Live Wire

Millionen an Investitionen, vier Jahre Forschung und ein eigens dafür eingerichtetes Team haben die Live Wire hervorgebracht. Die 209 Kilogramm schwere Maschine schafft es, in vier Sekunden von null auf 100 zu beschleunigen. 75 PS und eine Ladezeit von 3,5 Stunden stehen einer Höchstgeschwindigkeit von 148 km/h und einer Reichweite von 85 Kilometern gegenüber. Der Preis des E-Motorrads von Harley steht noch nicht fest.

Lito Sora

Die kleine kanadische Firma Lito Green Motion hat sich auf die Produktion von E-Bikes spezialisiert. Die Lito Sora kommt mit ihren 78 PS je nach Fahrweise zwischen 100 und 200 Kilometern weit. Bis die Akkus wieder vollgeladen sind, dauert es neun Stunden. Bei einem Gewicht von 260 Kilogramm beträgt die Höchstgeschwindigkeit 190 km/h. Mit 49.000 Euro zählt das kanadische E-Motorrad zu den teureren Modellen.

Voxan Wattmann

Der französische Hersteller Voxan hat mit der 350 Kilogramm schweren Wattmann ein echtes Schwergewicht im Angebot. 200 PS beschleunigen auf maximal 170 km/h. Die Reichweite beträgt etwa 180 Kilometer und trotz des Gewichts schafft es die Wattmann innerhalb von 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Mit 45.000 Euro ist auch der Preis oben mit dabei.

Mission R

Mit bis zu 17 Kilowattstunden verfügt die Mission R von Mission Motorcycles über die stärkste Batterie. Das Modell bringt es mit 163 PS auf eine Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h. Die Reichweite beträgt circa 170 bis 225 Kilometer. Je nach Ausstattung kostet das Fahrzeug zwischen 24.000 und 31.000 Euro.

Energica Ego

In unter drei Sekunden von null auf 100 km/h, eine Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h und eine Ladezeit von 3,5 Stunden – das ist die Energica Ego von der CRP Gruppe. Die 258 Kilogramm schwere Maschine verfügt über einen Rückwärtsgang, welcher das Einparken vereinfachen soll. Die 100 Kilowatt Leistung entladen die Akkus des Italieners nach 50 bis 120 Kilometern. Das E-Motorrad soll 2015 auf den Markt kommen und wird zwischen 22.000 und 30.000 Euro kosten.

Die Zukunft der E-Bikes

Der langfristige Erfolg der Elektrofahrzeuge hängt sowohl vom technischen Fortschritt als auch von einer entsprechenden Infrastruktur ab. Die EU hat sich ein optimistisches Ziel gesetzt. Bis 2020 sollen 450.000 Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge in den EU-Mitgliedsländern zur Verfügung stehen. Beim Aufstellen dieser E-Tankstellen schieben sich Fahrzeughersteller und Netzbetreiber jedoch gegenseitig den schwarzen Peter zu. Erstere berufen sich darauf, ihr Soll mit der Produktion der Fahrzeuge bereits zu erfüllen. Die Netzbetreiber wollen kein Risiko eingehen ohne sicher sein zu können, dass ein gewisser Absatz an E-Fahrzeugen und somit Umsatz an ihren Ladestationen garantiert ist.

Aktuell gibt es in Deutschland schätzungsweise 1900 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Im Internet gibt es mittlerweile Suchmaschinen, mithilfe derer der Fahrer die nächstgelegene E-Tankstelle ansteuern kann. Auf diesen Seiten ist für die jeweilige Tankstelle auch vermerkt, welche Fahrzeuge dort „betankt“ werden können.

Die Hersteller betonen, ihre Fahrzeuge könne man auch an einfachen Haushaltssteckdosen laden. Kritiker sehen jedoch durch die regelmäßige, mehrstündige Dauerbelastung ein Sicherheitsproblem, da normale Steckdosen bei dieser Art der Nutzung schmelzen könnten.

Studiert man die aktuellen Testberichte zu Elektro-Motorrädern, haben viele der Modelle einiges gemeinsam. Kein Kupplungshebel am Lenker und kein Ganghebel an der Fußraste. Bis auf den C Evolution von BMW haben die E-Bikes weitestgehend noch kein ABS. Dafür jedoch zwei bis drei verschiedene Fahrmodi, die den Akku jeweils unterschiedlich stark belasten. Ein Problem vieler Modelle ist der Stauraum für das Ladekabel. Es gibt häufig nur eine richtige Möglichkeit, das Kabel zu verstauen. Wer diese nicht kennt, ist eine Zeit lang beschäftigt.

Die Elektromobilität hat in der vergangenen Jahren bereits enorme Fortschritte gemacht. Die Hersteller sind sich einig, dass an vielen Stellen wie der Reichweite oder der Ladezeit noch Luft nach oben ist. Ob sich die strombetriebenen Maschinen auf weite Sicht etablieren können, oder weiterhin den Stempel als „Spaßmobile“ tragen, bleibt abzuwarten.

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