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E-Scooter? Aber sicher!

| Autor / Redakteur: Judith Leiterer / Viktoria Hahn

Beim Kauf der kürzlich für den Verkehr zugelassenen E-Scooter lohnt es sich, genau hinzusehen: Nicht alle angebotenen Modelle haben auch eine Betriebserlaubnis, denn zur Erteilung müssen umfangreiche Prüfkriterien erfüllt werden. Auch beim Fahren gibt es einiges zu beachten.

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Umfangreiche Prüfungen sind für das Gutachten zur Erteilung der Betriebserlaubnis notwendig.
Umfangreiche Prüfungen sind für das Gutachten zur Erteilung der Betriebserlaubnis notwendig.
(Bild: Christian Sabo)

E-Scooter, also Tretroller mit Elektroantrieb, erleben derzeit einen grandiosen Aufstieg. Startups, die diese Fahrzeuge vermieten, verkünden enorme Wachstumszahlen. Seit dem 15. Juni 2019 sind die E-Scooter für den Verkehr zugelassen. Doch E-Scooter ist nicht gleich E-Scooter: Die Spanne reicht vom Billigprodukt ohne Zulassung bis hin zum hochklassigen, qualitativ hochwertigen Fahrzeug. Die Gefahren bei Produkten ohne Zulassung und ohne Versicherung, etwa aus dem Internet oder dem Baumarkt, sind für den Straßenverkehr groß. Beim schnellen und vor allem preiswerten Kauf kann es sein, dass wichtige Bauteile nicht getestet sind – wie etwa Bremsen, elektrische Anlage oder Beleuchtung und Fahrdynamik. Das Fahren eines solchen Fahrzeuges ohne Betriebserlaubnis im Straßenverkehr ist außerdem verboten und eine Straftat.

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Der sichere Weg hin zum Fahrspaß mit einem E-Scooter beginnt mit dem Kauf eines für den Verkehr zugelassenen Fahrzeugs. Einige Firmen bewerben ihre Fahrzeuge jedoch fälschlicherweise als zugelassen für den Straßenverkehr. Beim Kauf sollte daher unbedingt darauf geachtet werden, dass entweder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) des Kraftfahrt-Bundesamts oder eine Einzelbetriebserlaubnis (EBE), welche die Zulassungsstelle ausstellt, vorhanden sind. So kann sichergestellt werden, dass der E-Scooter die Anforderungen der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) erfüllt. Entsprechende Prüfungen und Tests zur Erteilung der Betriebserlaubnis führt zum Beispiel die KÜS Technik GmbH oder TÜV Rheinland durch.

Zu den Anforderungen der eKFV zählt zum Beispiel das Führen einer Versicherungsplakette, die entsprechend der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) an der Rückseite gut sichtbar angebracht ist. Die Beleuchtungsanlage hat vorne einen weißen Scheinwerfer und einen weißen Rückstrahler („Katzenauge“), hinten eine rote Schlussleuchte und einen roten Rückstrahler sowie seitliche gelbe Rückstrahler zu umfassen. Scheinwerfer, Schlussleuchte und Rückstrahler müssen eine Bauartgenehmigung aufweisen, erkennbar an dem auf der jeweiligen lichttechnischen Einrichtung aufgebrachten Prüfzeichen. Es müssen außerdem zwei unabhängig voneinander arbeitende Bremsen vorhanden sein. Die Werte für die Mindestabbremsung bei der Betätigung beider oder jeweils einer Bremse sind definiert und werden in mehreren aufeinander folgenden Bremsungen überprüft.

Batteriesicherheit, Leistung des Elektromotors sowie der Schutz vor Manipulationen müssen den Anforderungen der Norm DIN EN 15194, nach der auch Elektrofahrräder geprüft werden, entsprechen. Die Veränderung der vorgeschriebenen Motorleistung oder etwa der Höchstgeschwindigkeit muss verhindert werden.

Prüfpunkt ist auch die elektromagnetische Verträglichkeit. Ebenso geprüft werden das Vorhandensein und die Funktion von Hupe oder Klingel. Die Höhe der Lenk- und Haltestange hat mindestens 700 Millimeter zu betragen (bei Scootern ohne Sitz) und zur Identifizierung des Fahrzeuges müssen eine Fahrzeug-Identnummer sowie ein Fabrikschild vorhanden sein. Zur Vermeidung von Verletzungen bei Unfällen werden die Anforderungen hinsichtlich der vorstehenden Außenkanten überprüft.

Auch die Deaktivierung des Antriebs ist ein Punkt. Er muss stoppen, sobald der Beschleunigungs-Drehgriff nicht mehr betätigt wird. Bei den Fahrdynamikprüfungen über genau definierte Teststrecken wird das Verhalten der E-Scooter an Unebenheiten und Hindernissen auf der Fahrbahn oder etwa bei der Auffahrt auf einen Bordstein erprobt.

Die KÜS empfiehlt das freiwillige Tragen eines Helms beim Fahren eines E-Scooters. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass das Mindestalter 14 Jahre beträgt und Bürgersteige nicht genutzt werden dürfen. Bei Alkoholgenuss gelten die gleichen Grenzwerte wie bei Autofahrern. Vergehen werden adäquat bestraft, bis zum Entzug der vorhandenen Fahrerlaubnis.

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