Gewagt ist das neue Cool

Fünf Coole Design-Alternativen zum biederen E-Scooter

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Viktoria Hahn

Eine weitere von der KSR Gruppe vertriebene Neuheit ist der Doohan iTango.
Eine weitere von der KSR Gruppe vertriebene Neuheit ist der Doohan iTango. (Bild: KSR Group)

Auch wenn Elektroroller als Fortbewegungsmittel der Zukunft gelten, ist den meistern Vertretern dieser jungen Spezies Futurismus-Flair fremd. Doch in jüngster Zeit gerät beim Design vieles in Bewegung.

Stromer mit speziellem Schick

Seit einigen Jahren erleben wir eine regelrechte Flut elektrisch angetriebener Zweiräder. Die Antriebstechnik für emissionsfreies Fahren erlaubt eigentlich viele Freiheiten beim Design. Doch das Gros einspuriger Öko-Mobile nutzt dieses nicht und orientiert sich am klassischen Roller-Format. In den meisten Fällen mag das wohl nett aussehen, wirkt aber nur selten aufregend. Doch seit kurzer Zeit kommt auch beim Design einiges in Bewegung. Hier fünf leuchtende Beispiele.

Der Leichtbau-Stromer Ujet

Obwohl ihn eine typische Roller-Aura umgibt, handelt es sich beim Ujet zugleich um ein futuristisch wirkendes Gefährt, was er vor allem auch besonderer technischer Lösungen verdankt. Ein Höhepunkt sind seine nabenlosen Orbitalräder vorne und hinten mit innen umfassten Bremsscheiben und Einarmschwingenführung. Eine weitere Besonderheit: Das mit kleiner Batterie nur 40 Kilogramm leichte Zweirad kann gefaltet werden, was platzsparendes Parken erlaubt. Angetrieben wird der Leichtbau-Stromer von einem 4 kW/5,5 PS starken, in der Hinterradnabe integrierten Motor, der bis maximal 45 km/h beschleunigt. Abhängig vom Batteriepaket sollen 70 oder 150 Kilometer Reichweite möglich sein. Das Heck mit Batterie und Sitzbank lässt sich abnehmen und wie ein Trolley zur nächsten Steckdose transportieren. Der Ujet ist zudem mit reichlich Konnektivitätstechnik gerüstet. So sind eine 3G-SIM-Karte, GPS, Wifi und Bluetooth an Bord. Mit einer speziellen Smartphone-App lässt sich der Roller freischalten. Das Cockpit bietet ein großes TFT-Display, das neben der Anzeige fahrrelevanter Informationen zusammen mit speziellen Bedientasten am Lenker außerdem die Nutzung von Navigation, Musik-Streaming, Telefon und einer in der Front montierten HD-Kamera erlaubt. Die Technik hat allerdings ihren Preis: Mit 8.690 Euro ist der ab Anfang 2019 in Deutschland erhältliche Ujet ein vergleichsweise teurer Newcomer.

Die schlichte Pocket Rocket

Ebenfalls kein Schnäppchen wird die in Deutschland entwickelte Pocket Rocket von Sol Motors sein. Das Design beeindruckt vor allem durch Schlichtheit. Zentrales Element ist ein dickes horizontales Rohr, auf dessen Oberseite sich der Sitz befindet, während die Enden vorne und hinten jeweils Vorder- und Rücklicht integrieren. Zentral unterhalb des Oberrohrs verläuft v-förmig ein dünneres Rohr, das die Fußrasten aufnimmt und als Anlenkpunkt für die Hinterradführung dient. Im zentralen Rohr steckt unter anderem die Batterie, die einen Radnabenmotor im Hinterrad mit Strom versorgt. Die Pocket Rocket wird es in zwei Leistungsstufen mit 4 oder 6 kW geben, was 6 beziehungsweise 8,5 PS entspricht. Besonders beeindruckend sind allerdings die 150 Newtonmeter Drehmoment. Die schwächere Variante fährt maximal 45 km/h schnell und ist entsprechend der 50er-Klasse zugeordnet, die stärkere Version ist ein Leichtkraftrad mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Im Frühjahr 2019 plant Sol Motors den offiziellen Marktstart. Zunächst ist eine Kleinserie von 100 Exemplaren allein für den deutschen Markt geplant. Derzeit kann man sich den Zuschlag für eines dieser Fahrzeuge auf einer Crowdfunding-Aktion auf Indiegogo zu vergünstigten Konditionen sichern. Die 45-km/h-Version kostet 4.500 statt 6.240 Euro, die 80-km/h-Variante 5.650 statt 7.800 Euro.

Der moderne Café-Racer

Mit 3.030 Euro fast schon ein Schnäppchen ist ein ebenfalls kurios gestyltes E-Moped von Rumble Motors. Optisch lässt sich das Vehikel nur schwer einordnen. Es handelt sich definitiv nicht um einen Scooter, aber als Motorrad möchte man das von Café-Racer-Ästhetik geprägte Gefährt auch nicht bezeichnen. Das liegt unter anderem auch an der Radaufhängung, denn neben dem Hinter- wird auch das Vorderrad von einer horizontalen Zweiarmschwinge aus Stahlrohren geführt. Dabei ist die vordere Schwinge an einer gebogenen und mit dem Lenker verbundenen Stange montiert, über die sich das Vorderrad nach links und rechts bewegen lässt. Weniger aufhorchen lässt die Antriebstechnik: Der Nabenmotor leistet 2 kW/2,7 PS und soll die knapp über 100 Kilogramm schwere Rumble bis maximal 70 km/h beschleunigen. Für die 72-Volt-Batterie verspricht der Hersteller eine Reichweite von etwa 100 Kilometer. Die Ladezeit soll lediglich zwei bis drei Stunden betragen. Als besonderen Clou hat das E-Bike in den Flanken Lautsprecher, die einen Motorsound verbreiten, welcher die Wahrnehmbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer erhöhen soll.

Die spartanische Firefly

Dass ein elektrisch getriebenes Kleinkraftrad nicht nach Roller aussehen muss, zeigt in beeindruckend spartanischer Weise die E-Enduro Firefly von Sur-Ron. Optisch wirkt das ohne Batterie nur 47 Kilogramm leichte Zweirad fast wie ein Mountainbike. Die Höchstgeschwindigkeit ist der Klasse entsprechend auf 45 km/h begrenzt. Allerdings soll der 2 kW/3,2 PS starke E-Motor zwischenzeitlich zusätzliche Leistung freisetzen können, was eine vergleichsweise druckvolle Beschleunigung erlaubt. Für die herausnehmbare Lithium-Ionen-Batterie mit Panasonic-Zellen verspricht der Importeur, die in Österreich ansässige KSR Group, eine Reichweite von gut 70 Kilometer. Seit Oktober ist die Elektromotorradmarke Sur-Ron in Deutschland vertreten. Die Firefly ist ab 4.200 Euro zu haben.

Der dreirädrige iTango

Eine weitere von der KSR Gruppe vertriebene Neuheit ist der Doohan iTango. Dieser zeichnet sich durch ein sehr aufgeräumtes Design sowie eine zweirädrige Vorderachse aus, die dank spezieller Neigungstechnik ein ähnliches Fahrgefühl wie ein klassisches Zweirad erlauben soll. Allerdings verspricht Doohan ein besonders stabiles Fahrverhalten und dank der insgesamt drei Bremsen – eine pro Rad – außerdem kurze Bremswege. Der im Hinterrad befindliche E-Motor kann zudem Bremsenergie in Strom wandeln, die zum Vortrieb genutzt wird. Beim iTango handelt es sich um das Einstiegsmodell, welches von einem 1.000 beziehungsweise 1.200 Watt starken Bosch-Motor angetrieben wird. Die schwächere Variante fährt bis 25 km/h schnell und darf entsprechend auch von Inhabern des Mofa-Führerscheins gefahren werden. Alternativ gibt es den iTango in einer 45-km/h-Version. In beiden Fällen sind die Roller mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Reichweiten von bis zu 48 Kilometer erlauben. Die Aufladezeit soll rund fünf Stunden betragen. Bessere Fahrleistungen ermöglicht der ebenfalls dreirädrige iTank, der in einer auf 45 km/h beschränkten Variante sowie in Kombination mit einer 4.200 Watt starken Bosch-Maschine in einer 70-km/h-Version angeboten wird. Rund 4.000 Euro kostet die Topversion des iTank, 1.000 Euro günstiger ist die 45-km/h-Version. Beim iTango starten die Preise bei 2.500 Euro.

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