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Ehrlich, transparent und professionell

| Autor / Redakteur: Markus Lauer / Martina Eicher

Unternehmensportrait: Stahlmoto aus der Schweiz gewinnt beim „Motorradhändler des Jahres 2012“ den Sonderpreis in der Kategerie „Ausland“.

Das Team von Stahlmoto macht einen guten Job.
Das Team von Stahlmoto macht einen guten Job.
(Foto: Markus Lauer )

Der Gewinner der Sonderkategorie „Ausland“ ist der Yamaha-Händler Stahlmoto aus St. Gallen/Schweiz. Der Betrieb ist für Yamaha und die Eidgenossen ein Glücksfall. Sein Marktanteil beträgt im Kanton St. Gallen beeindruckende 23 Prozent – und das, obwohl der nächste Yamaha-Händler nur 500 Meter entfernt agiert. Das Erfolgsrezept von Stahlmoto? Man nehme drei quirlige ehemalige Autohaus-Manager (Renault), die bis in die Haarspitzen für das Thema Motorrad brennen, und lasse sie als „Quereinsteiger“ auf die Motorradszene los. Dem Schweizer Yamaha-Importeur Hostettler konnte kein größeres Glück widerfahren, als Stahlmoto 2007 in seine Reihen aufzunehmen. Im Jahr 2011 verkaufte der Betrieb 87 neue und 109 gebrauchte Bikes. 1.900 Kundendienstdurchgänge durchliefen die Werkstatt. Die St. Gallener sind gut drauf. Das merkt die Jury schon beim Betreten des Ladens. Mit einem freundlichem „Grüezi mitenand“ und kräftigem Händedruck begrüßen Martin Schütz und Thomas Schaad die vier deutschen Gäste.

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Vom Management bis zu den Mechanikern spürt man förmlich das Engagement und den Einsatz für die Firma und die Marke. Der Yamaha-Händler residiert in einem über 100 Jahre alten Gebäude, in dem sich schon immer eine Werkstatt befand. Hier in der Stahlstraße, in der sich seit Jahrhunderten alles um Metall und dessen Verarbeitung dreht, herrscht eine tolle Atmosphäre. Stirnseitig am Gebäude befindet sich eine Zapfsäule mit EC-Kartenzahlung. Das ist für Stahlmoto und seine Kunden sehr praktisch; sie können gleich um die Ecke ihr Gefährt auftanken. Mit viel Aufwand präsentiert und dekoriert die Stahlmoto-Crew die Motorräder. Der Yamaha-Showroom ist fast rundum verglast und somit von außen komplett einsehbar. In einer ehemaligen Werkstatt stehen die Gebrauchten sowie die Roller. Bei der Betriebsdeko steckt die Liebe im Detail: Beispielsweise steht ein leuchtend gelber Blumenstrauß neben einem Bike, was sehr schön aussieht. „Als Yamaha-Key-Dealer präsentieren wir das ganze Jahr hindurch alle Kernmodelle – vom Roller bis zum Big Bike. Unser Neufahrzeuglager umfasst zwischen 30 und 50 Fahrzeuge, dazu kommen acht bis zwölf Vorführmodelle, die für Probefahrten und als Mietmotorräder zur Verfügung stehen. Mit diesem Angebot sind wir einer der größten Yamaha-Händler der Ostschweiz“, sagt Martin Schütz. Die Firmenphilosophie lautet: Wir sind ehrlich, transparent und professionell. „Für unsere Kunden sind wir ein kompetenter Partner. Als Motorradhändler mit integrierter Autowerkstatt bieten wir unseren Kunden mehr als unsere Mitbewerber“, erklärt Thomas Schaad. Alle betrieblichen Prozesse werden über moderne Warenwirtschaftssysteme gesteuert. Martin Schütz und Thomas Schaad nutzen die Ressourcen und Synergien zwischen dem Zwei- und Vierradgeschäft sehr effektiv: Die Re­nault-Servicekunden steigen schon mal auf’s Motorrad um, weil ihr zuverlässiger und freundlicher Autobetrieb eben auch im Motorrad- und Rollerbusiness unterwegs ist.

Geschäftsführer schraubt an den Bikes

Es ist fantastisch, zu sehen, dass die Chemie zwischen den drei Inhabern und Firmengründern stimmt. Einer der drei, Marketing- und Finanzchef Ernst M. Rothen, arbeitet gut die Hälfte des Jahres von Perth in Australien aus am Erfolg mit.

Die Kundendatei von Stahlmoto umfasst etwa 1.000 Einträge, wovon zirka 800 aktiv und regelmäßig im Tagesgeschäft auftauchen. Die St. Gallener verkaufen ihre Yamaha-Motorräder in der ganzen Schweiz und erwerben zudem gezielt gebrauchte Motorräder – auch über die Internetseite Motoscout24.ch. Schaad und Schütz veranstalten turnusmäßig für ihre Kunden Events auf Rennstrecken und organisieren regelmäßig Sicherheitstrainings. Immer Ende März laden sie ihre Kunden zum „Saisonstart-Samstag“ ein. „Dies ist jetzt nichts Revolutionäres in der Motorradbranche, aber wir haben an dem Tag das Geschäft immer voller Leute“, erklärt Geschäftsführer Schütz. Für die Kundenbindung betreiben die Schweizer im Herbst eine Winterfit- und Winterschlaf-Aktion inklusive Hol- und Bringservice. Und wenn die ersten Krokusse sprießen, lädt Stahlmoto die Biker zur Frühlingsfit-Aktion ein, die spezielle Wartungs- und Serviceangebote bietet. Die Stahlmoto AG hat neun Angestellte, von denen manche Teilzeit arbeiten. In der Werkstatt agiert hauptsächlich der Motorradmechaniker namens Rick; in Spitzenzeiten schlüpft aber auch Thomas Schaad in einen Blaumann und schraubt an den Bikes. Viermal im Jahr unternimmt die gesamte Stahlmoto-Mannschaft etwas zusammen: Kartfahren, Bowling, Grillen etc. Das Budget dazu stammt aus der Trinkgeldkasse, in die jeder Mitarbeiter seinen „Tip“ hineingibt, den er von den Kunden erhält. Die drei Eidgenossen haben konkrete Pläne für die Zukunft: Sie wollen die Nummer eins für die Marke Yamaha in der Ostschweiz werden.

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