Eicma: Models und Modelle

Die europäischen Marken trumpfen auf der Mailänder Messe auf

14.11.2011 | Autor / Redakteur: Jan Rosenow und Stephan Maderner / Jan Rosenow

Hier ist sie noch verhüllt: die sensationelle Ducati 1199 Panigale.
Hier ist sie noch verhüllt: die sensationelle Ducati 1199 Panigale.

Ducati, BMW, Triumph: Vor allem die europäischen Marken trumpfen auf der Mailänder Motorradmesse auf. Von den Japanern hält besonders Honda dagegen.

Beide haben einen Zweizylindermotor – und trotzdem könnten die Messestars von Honda und Ducati nicht unterschiedlicher sein: schüchterne 48 gegen noch nie dagewesene 195 PS, pragmatische Nutzwertoptik gegen hinreißende Italianitá in Design und Verarbeitung. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt, wie viel Mühe sich Honda mit seiner neuen Mittelklassebaureihe namens NC 700 gegeben hat, die auf der Mailänder Motorradmesse Eicma in dieser Woche ihre Weltpremiere erlebt.

Der komplett neuentwickelte Reihentwin mit 670 cm³ soll nur 3,7 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen. Er lässt sich auf Wunsch mit einem Doppelkupplungsgetriebe verbinden – einzigartig in dieser Klasse. Und das in die Tankattrappe integrierte Staufach, das groß genug für einen Integralhelm ist, zeigt, dass sich die Honda-Ingenieure auch um praktische Fragen des Motorradalltags gekümmert haben. Die Preise hat Honda noch nicht bekanntgegeben; angeblich soll es bei rund 6.000 Euro losgehen. Neben dem Naked Bike NC 700 S gibt es noch die Crossrunner-ähnliche NC 700 X und den Großroller Integra mit der gleichen Antriebstechnik.

Zwei Hubraumklassen weiter oben platzieren die Japaner die Reisemaschine Crosstourer. Ihre aufrechte Sitzposition und Reifen der Größen 110/80 R 19 und 150/70 R 17 erinnern an eine Reiseenduro, der V4-Motor mit über 1.200 cm³ und das optional erhältliche Doppelkupplungsgetriebe stammen hingegen aus dem Sporttourer VFR 1200 F. Mit rund 130 PS leistet der Crosstourer zugunsten eines besseren Drehmomentverlaufs allerdings deutlich weniger. Motorkonzept, Ausstattung und Masse (275 Kilogramm vollgetankt) prädestinieren die Maschine für schnelle und lange Fahrten auf der Straße, weniger für den Einsatz auf unbefestigten Wegen.

Arrivederci Gitterrohrrahmen

Doch zurück zu Ducati. Bereits am Montag vor der Messe stellten die Italiener ihr neues Superbike 1199 Panigale der Presse vor. Es war eine beeindruckende Demonstration: Ein im Vergleich zu den japanischen Konzernen kleines Unternehmen (rund 42.000 Einheiten im Jahr 2011) setzt sich mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit an die Spitze der technischen Entwicklung in der Zweiradbranche.

Ducati hat mit dem V2 namens Superquadro nicht nur den stärksten Serienzweizylinder entwickelt, den es jemals gab (144 kW/195 PS), sondern kombiniert ihn auch mit dem Maximum der heute verfügbaren Fahrerassistenzsysteme inklusive ABS. Zusätzlich ist die Panigale das mit Abstand leichteste Superbike auf dem Markt (188 Kilogramm mit vollem Tank). Und als wäre das nicht genug, haben die Italiener sich von der über Jahrzehnte gehegten Bauart des Gitterrohrrahmens aus Stahl verabschiedet. Der selbsttragende Motor ist mit einem Aluminium-Monococque und einem gegossenen Alu-Heckrahmen verbunden. Stahl findet sich in der Panigale lediglich im Inneren des Motors – sogar die Tauchrohre der Upside-Down-Gabel sind aus Aluminium. Die Preise beginnen bei 19.490 Euro.

Ducati baut demnächst in Thailand

Außerdem neu bei Ducati: die Diavel-Variante „Cromo“ und die Streetfighter 848. Abseits der Modellpräsentationen hatte Ducati-Geschäftsführer Gabriele Del Torchio noch eine Nachricht zu bieten, die für die Zukunft des Bologneser Unternehmens von Belang ist: Ducati hat in Thailand – wo bereits Triumph Komponenten und komplette Motorräder fertigt – eine neue Produktionsstätte eröffnet.

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