Eicma 2017: Motorroller 2018 im Überblick

Die Wiedergeburt der Retro-Namen

| Autor / Redakteur: SP-X/Ulf Böhringer / Fabian Pfeiffer

Der BMW C 400 X verfügt über einen 350 Kubikzentimeter großen, flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor.
Der BMW C 400 X verfügt über einen 350 Kubikzentimeter großen, flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor. (Bild: fbn/SP-X)

Wie bei Motorrädern, herrscht auch bei Motorrollern ständig Bewegung am Markt; bewährte Modelle laufen aus, neue Versionen erscheinen und sollen sich in Szene setzen.

Eine Besonderheit zum Start der Rollersaison 2018 ist die Wiederauferstehung der bekannten italienischen Marke Lambretta, in ihren besten Zeiten, den 1960er Jahren, sogar bedeutsamer als Vespa. Markeninhaber Innocenti stellte 1971 im Zuge der europaweiten Zweiradkrise die Produktion ein. Gut 45 Jahre nach dem Niedergang war auf der Mailänder EICMA eine neue Lambretta-Generation zu sehen, mit 50-, 125- und 200-Kubikzentimeter Motoren. Neue Scooter gibt es für 2018 darüber hinaus von BMW, Honda und Kymco.

V Special heißt die neue Lambretta. Unter der vom österreichischen Designbüro Kiska markant gezeichneten Karosserie steckt eine durchaus anspruchsvolle Stahlrohr-Blech-Konstruktion, hinter der Marke steht die österreichischen KSR-Group. Sie hat, zusammen mit der Innocenti SA in Lugano, Inhaberin der Markenrechte, die Lambretta GmbH gegründet. Und die bringt – passenderweise im 70. Jahr der ersten Gründung – nun die erste Lambretta der Neuzeit heraus. Und zwar zu attraktiven Preisen: 3.400 Euro soll die V125 Special kosten, 600 Euro mehr die V200 Special, 600 Euro weniger die V50 Special. Für Deutschland dürfte die 125er Version besonders interessant sein.

Deren luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor stammt vom taiwanesischen Hersteller Sym; er wird in zahlreichen Rollern verschiedener Marken eingebaut und ist bereits millionenfach bewährt. Die Leistung beträgt 7,5 kW/10 PS, womit eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h erreichbar ist. Eine CVT-Automatik ist selbstverständlich, die Erfüllung der Emissionsnorm Euro 4 ebenso. Auf ein ABS muss man in der 125er Version allerdings verzichten; hier wird eine Kombibremse mit je einer Bremsscheibe vorne und hinten eingebaut. Sie genügt den Zulassungsvorschriften. Erst die Lambretta V200 Special weist ein ABS auf. Mehr als Standard liefert Lambretta jedoch bei der Beleuchtung: In allen Versionen wird LED-Vollausstattung geliefert. Ungewöhnlich ist auch, dass es zwei Arten von Frontkotflügeln gibt: Der eine Typ ist starr, der andere („Flexfender“) bewegt sich mit dem Lenker.

Vespa, in den 1960er Jahren der große Konkurrent von Lambretta, hat die vom Nachkriegs-Aufschwung der Automobilwirtschaft ausgelöste Zweiradkrise der 1960er Jahre bekanntlich überlebt und ist längst zur Kultmarke aufgestiegen. Als erster europäischer Rollerhersteller bringt Piaggio mit der Vespa Elettrica kommendes Jahr eine abgasfreie Version auf den Markt. Mit 2 kW/2,7 PS Dauerleistung und 4 kW Spitzenleistung sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h rangiert sie in der Moped-Klasse, was ihrer Verbreitung in Europa Grenzen setzen dürfte. Zudem ist kaum zu erwarten, dass sie preislich auch nur einigermaßen in die Nähe einer 50er Vespa (rund 3.400 Euro) kommen dürfte.

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