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Eicma 2017: Studien und Ideen

Autor / Redakteur: SP-X/Ulf Böhringer / Fabian Pfeiffer

Zahlreiche Studien und Konzeptbikes lassen erkennen, in welche Richtung sich das motorisierte Zweirad der Zukunft entwickelt und welche Modelle schon bald zu den Händlern rollen werden.

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In der Endphase der Entwicklung befindet sich bereits die Adventure-Version der neuen KTM 790 Duke.
In der Endphase der Entwicklung befindet sich bereits die Adventure-Version der neuen KTM 790 Duke.
(Bild: fbn/SP-X)

Zweiradmessen sind seit jeher auch Schaufenster der Entwicklungsabteilungen. So hat man beispielsweise bereits 2008, also Jahre vor Beginn der Serienfertigung der erfolgreichen BMW R NineT, auf der Eicma das bayerische Konzept „Lo Rider“ sehen können; es ließ wesentliche Elemente des späteren Serienbikes erkennen. Sogenannte „Concepts“, auf der eben zu Ende gegangenen Eicma 2017 ausgestellt, kamen unter anderem von Honda, Moto Guzzi und Yamaha; hinter ihnen stehen glasklare Entwicklungsprojekte, die teils schon in Monaten, sicherlich aber binnen Jahresfrist zur Vorstellung der Serienfahrzeuge führen werden. Es gibt aber auch Studien, die kaum eine Chance haben, jemals in Serie auch nur näherungsweise umgesetzt zu werden wie beispielsweise die Honda Interceptor. Und es gibt Projekte – ein Beispiel trägt den Namen Otto –, die eine ganz neue Sichtweise auf das motorisierte Zweirad eröffnen und auf deren Umsetzung man sich bereits freuen kann.

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Das in Taiwan derzeit in der Entwicklung befindliche Projekt Otto MCR hat nichts mit dem deutschen Männernamen zu tun: Die zwei „o“ im Namen sollen zwei Räder symbolisieren, erklärt ein Otto-Repräsentant am Messestand, die zwei „t“ stehen für den Rahmen. Die drei Buchstaben MCR sind das Kürzel für Mini City Racer – das Otto MCR will ein flinkes Vehikel für urbane Gebiete sein, natürlich elektrisch angetrieben. Der Motor steckt im Hinterrad, der 4,8 kWh-Akku hängt im stählernen Rahmen und erfüllt eine mittragende Funktion. Wer das MCR näher inspiziert, registriert eine Reihe ungewöhnlicher Ansätze: So ist beispielsweise der Blinker mit der integrierten Rückfahrkamera gekoppelt; bei Aktivierung eines Blinkers zeigt das farbige Display die Verkehrssituation hinter dem Fahrer. Sehr praxisnah erscheinen auch die Fahrzeugaktivierung mittels Fingerabdruck-Sensor sowie der Einbau einer Staubox direkt vor dem Fahrer.

Um dem „Racer“-Ansatz gerecht zu werden, wird das Otto MCR mit 7,5 kW//10 PS Leistung und 170 Newtonmetern bei 132 Kilogramm Gewicht kräftig motorisiert sein; das Spitzentempo soll bei etwa 100 km/h liegen, die Reichweite bei 100 Kilometern. Das Laden des völlig leeren Akkus soll eine Sache von maximal zwei Stunden sein; im Schnelllademodus stehen 95 Prozent der Akku-Kapazität nach nur 30 Minuten zur Verfügung. Bemerkenswert ist neben dem anvisierten Verkaufspreis von 5.000 US-Dollar, dass die Otto-Company sämtliche Fahrzeugteile – Motor, Akku, Schalter, Hebel, Software – selbst entwickelt. Wann Start der geplanten Serienproduktion sein kann, will aber niemand verbindlich formulieren.

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