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Eicma-Skurrilitäten

Autor / Redakteur: sp-x / Chris Sternitzke

Auch wenn auf Motorradmessen ständig die internationalen Platzhirsche der Szene den Ton angeben: Ohne die Kleinen der Branche wäre das Messegeschehen weitaus weniger bunt.

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Auf einem Parcours am Freigelände demonstrierte ein Werksmitarbeiter die Fahrwerks-Fähigkeiten des Quadro4.
Auf einem Parcours am Freigelände demonstrierte ein Werksmitarbeiter die Fahrwerks-Fähigkeiten des Quadro4.
(Foto: fbn/SP-X)

Bei der Jubiläums-Eicma waren es wieder die Merkwürdigkeiten und Skurrilität, die manchen Besucher zu einem außerplanmäßigen Stopp des Messerundganges veranlassten.

Nehmen wir einmal Quadro. Der Hersteller des Dreirad-Rollers mit Neigetechnik brachte das vierrädrige Pendant jetzt serienreif. Auf einem Parcours am Freigelände demonstrierte ein Werksmitarbeiter die Fahrwerks-Fähigkeiten des flinken Vierradlers, der bis zu 40 Grad Schräglage einnehmen kann. Nächstes Frühjahr soll der Quadro4 auch in Deutschland auf den Markt kommen. Er darf mit dem Pkw-Führerschein gefahren werden.

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Wohl niemals auf den Markt kommt die Studie MGX-21, die am Stand von Moto Guzzi zu sehen war. Das im Karbonlook gehaltene Unikum mit Batwing-Frontverkleidung und abfallendem Heck besticht durch seine fließenden Formen und den Farbkontrast zwischen dem Rot der Zylinderkopfhauben und der Bremssättel einerseits und der schwarzen Karbonstruktur der Karosserie. Auch das große Vorderrad ist als Karbon-Scheibenrad gestaltet.

Der italienische Elektromotorradhersteller Energica, der 2015 sein Superbike „Ego“ in Serie anbieten will, zündete in Mailand bereits die nächste Stufe und den Streetfighter „Eva“ vorgestellt. Auch Eva dürfte ihrem Piloten dank der brutalen Beschleunigung des 100 kW/136 PS leistenden E-Motors die Arme lang ziehen, wenn sie denn 2016 auf den Markt kommen sollte.

Nur in 500 Exemplaren legt Ducati das Sondermodell „Titanium“ seiner Diavel auf. Zahlreiche Titanteile sorgen für ein exklusives Äußeres. Das gilt für die Seitenteile des Tanks, die Lampenabdeckung und die Abdeckung des Soziussitzes. Dort wird das Edelmetall mit Karbon kombiniert. Zur Ausstattung zählen auch spezielle Schmiederäder und ein mit Keramik beschichteter Auspuff.

Die ausgestellte Matchless hat viele Betrachter irritiert. Nicht wenige mutmaßten, dass das über und über mit Chrom behangene Motorrad des Typs „Model X Reloaded“ primär den Verkauf der gleichnamigen Edelklamotten ankurbeln soll. Ob das von einem amerikanischen S&S-Motor mit über 1.900 Kubikzentimeter Hubraum jemals in Serie gebaut werden wird, muss sich erst zeigen.

Bereits den Serienstand erreicht haben die exklusiven Bikes des französischen Kleinherstellers Avinton aus der Nähe von Montpellier. Auch sie werden von einem S&S-Zweizylinder-V-Motor angetrieben, und zwar von einem Modell mit 1.647 Kubikzentimetern Hubraum. Mittlerweile gibt es neun Avinton-Modelle, die sich oft freilich nur in Feinheiten unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen die hochfeine Verarbeitung und der beträchtliche Preis in der Größenordnung von gut 30.000 Euro.

Im dritten Quartal 2015 soll die Kleinserienherstellung der Brough-Superior S.S. 100 beginnen. Es wird drei Versionen mit dem Einliter-Zweizylindermotor (140 PS Leistung) geben, die sich durch unterschiedliche Materialien unterscheiden. Der Preis wird 49.950 Euro zuzüglich Umsatzsteuer, also 59.440 Euro betragen. Im ersten halben Produktionsjahr sollen rund 100 Fahrzeuge entstehen, danach jeweils 300. Die S.S. 100 galt in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vorherigen Jahrhunderts als der „Rolls Royce auf zwei Rädern“.

Einst war die Simson Schwalbe ein Massenfahrzeug. In der früheren DDR sorgte sie für Basis-Mobilität. Jetzt ist die Elektro-Schwalbe beim deutschen E-Rollerhersteller Govecs gelandet, der die Schwalbe zum Kultfahrzeug erklären lassen will. Momentan ist aber erst mal Winterpause, denn Schwalben fliegen hierzulande ja in den eiskalten Monaten nicht.

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