Suchen

Ein-Kanal-ABS von Continental

| Redakteur: Markus Lauer

Continental hat ein Ein-Kanal-Motorrad-ABS für kleinere Motorräder und Roller entwickelt, das sich an das jeweilige Fahrzeug anpassen lässt.

Firmen zum Thema

Das Motorrad-ABS lässt sich an die unterschiedlichen Motorrad- und Rollermodelle anpassen.
Das Motorrad-ABS lässt sich an die unterschiedlichen Motorrad- und Rollermodelle anpassen.
(Foto: Continental )

Ein blockierendes Vorderrad führt fast immer zum Sturz. Laut ADAC Unfallforschung hätte rund jeder fünfte Motorradunfall verhindert werden können, wenn die Zweiräder mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet gewesen wären. Wie beim Auto ist es auch für Motorräder wichtig, dass bei einer Vollbremsung das Fahrzeug stabil bleibt. Zur Verbesserung der aktiven Fahrsicherheit von Motorrädern hat Continental ein Ein-Kanal-Motorrad-ABS für kleinere Motorräder und Roller entwickelt, das auf Pkw-ABS-Technik basiert. Es wurde speziell für kostensensitive Märkte wie Asien entwickelt, wobei die Fahrzeuge nur über eine hydraulische Bremse am Vorderrad verfügen müssen.

Die Serieneinführung des Ein-Kanal-ABS ist für Anfang 2014 vorgesehen. Das Motorrad-ABS mit einem Box-Volumen von deutlich unter 300 Kubikzentimetern ist mit rund 420 Gramm sehr leicht und an die unterschiedlichen Motorrad- und Motorrollermodelle einfach anzupassen. Durch die ABS-Regelung des Vorderrades wird auch bei einer Panikbremsung das Blockieren des Rades verhindert und der Sturz sicher vermieden.

Ein Raddrehzahlsensor kontrolliert ständig, wie schnell sich das Vorderrad dreht und die Algorithmen in der Reglereinheit ermitteln daraus, ob dann beim Bremsen ein Blockieren droht. Ist das der Fall, reduziert das System den Bremsdruck und verhindert damit den Verlust der Fahrstabilität.

ABS wird europaweit zur Pflicht

Das Ein-Kanal-ABS ergänzt das Continental-Produktportfolio an bereits in Serienproduktion befindlichen Systemen für Motorräder: Motorrad Integral-Bremssysteme und 2-Kanal-Motorrad-ABS.

Wie groß der Bedarf beispielsweise gerade in asiatischen Ländern ist, zeigt eine Studie zur weltweiten Verkehrssicherheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2009. Demzufolge sind in Indien und China rund 28 Prozent der Verkehrstoten unter Zwei- und Dreiradfahrern zu finden. Der Prozentsatz steigt in Ländern wie Indonesien oder Thailand sogar auf bis zu 61 beziehungsweise 70 Prozent an.

Dass sich durch ABS viele Unfälle vermeiden oder die Schwere des Aufpralls verringern lässt, zeigt auch der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2010. Laut Report wären bei einer Ausstattung der Motorräder mit ABS sogar 25 bis 35 Prozent der ausgewerteten schweren Unfälle vermeidbar gewesen wären. „Der flächendeckende Einsatz von ABS bei Motorrädern und Motorrollern wäre ein entscheidender Beitrag, die Zahl der Schwerverletzten und Unfalltoten deutlich zu senken“, erklärt Lothar Kienle, Leiter Entwicklung Motorrad im Bereich Elektronische Bremssysteme bei der Continental-Division Chassis & Safety.

Selbst europaweit ist die Rate der mit ABS ausgestatteten Motorräder noch gering. Ein Zustand, den die Europäische Union (EU) ändern will: Für alle Motorräder über 125 Kubikzentimeter wird europaweit ABS verbindlich vorgeschrieben. Diese Regelung gilt ab dem Jahr 2016 für neu entwickelte Modellreihen und ab 2017 für alle neuen Motorräder.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 38974840)