Einbrüche in Kfz-Betriebe lassen nicht nach

Redakteur: Christoph Baeuchle

Einbruchschäden haben in der Branche in letzter Zeit wieder zugenommen. Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, erläutert, wie man sich schützen kann.

Firmen zum Thema

Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg.
Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg.
(Foto: Baeuchle)

Herr Beuß, im vergangenen Jahr hat das Kfz-Gewerbe über die stark gestiegene Zahl von Einbrüchen und Diebstählen in Autohäusern, Motorradbetrieben und Werkstätten geklagt. Wie sieht nun die Situation in Baden-Württemberg aus?

Carsten Beuß: Die Zahl der Straftaten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wir finden täglich bis zu acht Meldungen in unserem Pressespiegel. Das deutet darauf hin, dass die Fallzahlen mindestens auf dem Vorjahresniveau liegen, wenn nicht noch höher. Aber offizielle Zahlen der Polizei liegen uns für dieses Jahr noch nicht vor.

Was klauen die Diebe?

Alles. Das fängt beim kompletten Fahrzeug an, geht über einzelne Karosserieteile und hört bei Airbags auf. Bei einem unserer Innungsbetriebe in Karlsruhe, einem Nutzfahrzeughändler, ist in den vergangenen zwei Jahren gleich mehrfach eingebrochen worden. Das waren Profis: Die kamen mit dem Lkw und haben einzelne Teile an den Nutzfahrzeugen gezielt abgebaut.

Gibt es Teile, auf die es die Straftäter verstärkt abgesehen haben?

Das ist schwer zu sagen. Natürlich sind kleinere Teile leichter zu stehlen. Dazu gehören beispielsweise Räder. Viele Betriebe bieten ihren Kunden die Einlagerung von Rädern an. Da der Platz im Betrieb selbst begrenzt ist, werden diese häufig in Containern verstaut. Für die Diebe ist es oft kein Problem, diese aufzubrechen. Eine leichte Beute also.

Wie können sich Kfz-Betriebe davor schützen?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Die Technik hat ja in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Aber das ist natürlich auch immer eine Frage des Geldes. Für kleinere Betriebe ist es zunächst vor allem entscheidend, die Grundregeln zu beachten.

Nennen Sie uns eine.

Der Schlüsselbriefkasten zum Beispiel sollte gesichert sein. Hängt er außen am Gebäude, kommt das quasi einer Einladung an die Straftäter gleich. Er sollte so eingerichtet werden, dass von außen lediglich der Schlüssel darin abgelegt werden kann und eine Entnahme nicht mehr möglich ist.

Was hilft, wenn es zu spät ist und ein Betrieb Opfer einer Straftat wurde?

Das Beste ist ein guter und ausreichender Versicherungsschutz. Aber auch da hapert es bei vielen Kfz-Betrieben, schließlich ist auch dies eine Frage des Geldes. Wir empfehlen unseren Mitgliedsbetrieben immer eine Multi-Risk-Versicherung.

Was ist ihr Vorteil?

Über eine Police kann man viel abdecken: vom Einbruchdiebstahl über die Haftpflicht bis zu Umweltschäden. Es gibt verschiedene Anbieter. Wir empfehlen unseren Mitgliedsbetrieben in der Regel das Angebot der Nürnberger Versicherungsgruppe, da sie den Innungsbetrieben besondere Konditionen bietet.

Nennen Sie uns ein Beispiel.

Innungsmitglieder können die Entschädigungshöchstgrenze für eingelagerte Kundenräder bei der Nürnberger beitragsfrei um 100.000 Euro erhöhen. Gerade bei kleinen Betrieben, die viele Räder einlagern, haben die bisherigen Entschädigungen oft nicht ausgereicht und mussten beitragspflichtig erhöht werden. Da spart man schnell ein paar hundert Euro und hat den Innungsbeitrag allein dadurch sofort refinanziert. Dies ist nur einer von zahlreichen weiteren Vorteilen, die wir für unsere Innungsmitglieder heraushandeln. konnten.

(ID:43883360)