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Elektromobilität auf zwei Rädern: Vom Vorreiter China lernen

Auf dem Car Symposium in Bochum sprach Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung Robert Bosch, über den Boom der Elektroscooter im Reich der Mitte.

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Sieht Elektroscooterboom nicht nur in China: Dr. Volkmar Denner.
Sieht Elektroscooterboom nicht nur in China: Dr. Volkmar Denner.
(Foto: Bosch)

Rund 1.000 Entscheider, Profis und Praktiker aus dem Automotiv-Sektor nahmen am 15. Internationale Car-Symposium am 4. Februar im Bochumer RuhrCongress teil. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit allen Facetten der vier-, aber auch zweirädrigen Mobilität und vor allem auch deren Perspektiven in der Zukunft beschäftigt. Aus diesem Grund hatte auch der Industrie Verband Motorrad (IVM) am Event teilgenommen.

In den Fokus des IVM-Interesses rückte vor allem der Vortrag von Dr. Volkmar Denner als Vorsitzender der Geschäftsführung des größten Automobilzulieferers der Welt Robert Bosch, der sich sehr intensiv auch mit der Elektromobilität für Automobile und motorisierte Zweiräder beschäftigt.

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Aus Sicht des Industrie-Verbandes Motorrad beeindruckten gerade die von Dr. Denner genannten Zahlen zur alltagstauglichen Elektromobilität in China:

  • 120 Millionen E-Scooter auf Chinas Straßen
  • Geplante Produktion für 2020: 30 Millionen jährlich
  • Über 700 verschiedene Hersteller
  • Der typische E-Scooter bringt eine Leistung zwischen 350 und 500 Watt, fährt zwischen 20 und 40 km/h und hat eine Reichweite von rund 50 Kilometern

Fazit des IVM: „Elektromobilität werde in China offensichtlich bereits täglich gelebt und habe sicher auch echte Perspektiven im europäischen Markt. Natürlich unterscheiden sich die Ansprüche an die Fahrzeuge in China deutlich vom Anforderungsprofil des europäischen Kunden, der auf Zweirädern mit Elektroantrieb schon jetzt höchst alltagstaugliche Lösungen von der Industrie geboten bekommt.

Auch wenn die absoluten Zahlen in Europa im Bereich der Elektroscooter noch verhalten wachsen, so werden sich hier perspektivisch weitere Möglichkeiten gerade im Verkehr der Metropolen ergeben, ist die Erwartungshaltung an die Reichweite motorisierter Zweiräder doch stärker am City-use orientiert, während vom Pkw auf Kundenseite nach wie vor ein höherer Anspruch an die Reichweite gestellt wird.“

Gerade hier habe die zweirädrige Elektromobilität nicht nur im Fahrrad-, sondern auch im Rollersegment echte Chancen, einen aktiven Beitrag zum vernetzten Mobilitätskonzept nicht nur in den Ballungszentren zu leisten, schlussfolgert der IVM.

Das Car-Symposium bot darüber hinaus eine ausgezeichnete Möglichkeit, über die Branchengrenzen hinweg Bedürfnisse der Unternehmen und Zulieferer zu diskutieren und nicht zuletzt gerade im Bereich der Elektromobilität auch das Gespräch mit Stromanbietern zu suchen und über die Art der Entwicklung der Infrastruktur zu diskutieren.

Elektromobilität habe gerade dann eine Chance, wenn vereinheitlichte Ladekonzepte mit entsprechender flächendeckender Verfügbarkeit zusammentreffen, was die Kaufbereitschaft der Kunden sicher sehr positiv beeinflussen werde.

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