Erste Hilfe: Nur knapp jeder Fünfte fühlt sich kompetent

Vor allem bei Motorradunfällen herrscht Unsicherheit

| Redakteur: Florian Fraunholz

Vor allem bei erster Hilfe nach Motarradunfällen herrscht Unsicherheit.
Vor allem bei erster Hilfe nach Motarradunfällen herrscht Unsicherheit. (Bild: adac-press.de)

Gerade im Sommer steht der Fahrspaß im Vordergrund. Dass es auch einmal einen Verkehrsunfall geben kann, wird oft ausgeblendet. Entsprechend schlecht sind die Deutschen auf diese Situation vorbereitet: Nicht einmal jeder Fünfte ist sich sicher, dass er in der Lage wäre, effektiv Erste Hilfe zu leisten.

Vor allem, wenn Motorradfahrer betroffen sind, fühlen sich viele unsicher – nur ein Viertel der deutschen Autohalter weiß im Ernstfall, was zu tun ist. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von AutoScout24. Der europaweit größte Online-Automarkt hat gemeinsam mit Innofact 1.000 Autohalter repräsentativ befragt. Demnach haben ältere Verkehrsteilnehmer den Verbandskasten schneller parat, jüngere fühlen sich hingegen kompetenter bei der medizinischen Erstversorgung.

Insgesamt geben nur 17 Prozent der Autohalter an, in jeder Hinsicht kompetent Erste Hilfe leisten zu können. Am wenigsten Probleme haben die Befragten damit, Warnweste und Verbandskasten zu finden: 84 bzw. 83 Prozent können im Notfall gezielt darauf zugreifen. 75 Prozent der Autofahrer sehen sich zudem in der Lage, eine Unfallstelle sachgerecht abzusichern. „Das ist das A und O bei einem Unfall, um sich als Ersthelfer nicht selbst in Gefahr zu bringen, aber auch, damit nicht noch weitere Verkehrsteilnehmer in den Unfall verwickelt werden“, sagt Marit Meineke, Pressesprecherin bei AutoScout24. „Entsprechend gilt es, die Warnblinkanlage des eigenen Fahrzeugs einzuschalten, die Warnweste anzuziehen und das Warndreieck in einem Abstand von etwa 100 Metern Entfernung von der Unfallstelle aufzustellen.“

Stabile Seitenlage: Die meisten wissen, wie es geht

Auch die Technik, ein Unfallopfer in die stabile Seitenlage zu bringen, ist 70 Prozent der Verkehrsteilnehmer noch präsent. Wenn es allerdings darum geht, einen sachgerechten Verband anzulegen und eine Blutung zu stoppen, steigt die Unsicherheit: Nur noch jeder Zweite (54 Prozent) kennt sich hier aus. Ähnlich sieht es aus, wenn es darum geht, die Atmung des Unfallopfers zu kontrollieren (52 Prozent ), eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen (49 Prozent) und eine Herzdruckmassage vorzunehmen (49 Prozent). Problematisch wird es, wenn Motorradfahrer verletzt sind und sich die Frage stellt, ob der Helm abgenommen werden soll oder nicht. Nur jeder Vierte (26 Prozent) traut sich zu, diese Entscheidung am Unfallort zu treffen. „Im Zweifelsfall sollte der Helm abgenommen werden“, sagt Meineke. „Für den Verletzten ist das Risiko größer, bei Bewusstlosigkeit im Helm zu ersticken, als das Verletzungsrisiko, das bei der Abnahme des Helms besteht.“

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